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Empfehlung
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Archive für November 2006
Euthanasie, Todestrafe, Abtreibung, ….
12.11.2006 von Wolf.
… in der aktuellen Ausgabe des Magazins DER SPIEGEL (46/2006) findet sich auf Seite 167 im Wissenschaftsteil ein Artikel zum Thema Euthanasie: ein britischer Gynäkologen-Verband hat sich für das aktive Töten Neugeborener ausgesprochen, sollten die Kinder schwerstbehindert zur Welt kommen. Man äußerte sich nicht näher zur Schwere der Behinderung, meinte aber, man wolle damit die betroffenen Familien emotional und finanziell entlasten.
Ich frage mich in solchen Fällen, wo das menschliche Leben auf den Faktor Kosten reduziert wird, ob die Personen, die sich äußern nicht vielleicht den Beruf verfehlt haben.
Vor allem: wie kann man europäischen Mitgliedsanwärtern einerseits die Todesstrafe ausreden wollen (Türkei) und zeitgleich Euthanasie zulassen? Wie kann man das aktive Töten von Menschen von rechtswegen zulassen?
Auch die pränatale Tötung menschlichen Lebens (vulgo: Abtreibung) wird immer wieder heiß diskutiert und führte absurderweise in den USA mitunter zu Morden an Gynäkologen (postnatale Abtreibung).
Ich halte es für widersinnig und widersprüchlich, sich pro Todesstrafe aber contra Abtreibung oder umgekehrt zu positionieren. Auch Euthanasie (aktive Sterbehilfe; ich halte auch dieses Wort für einen Euphemismus) ist letztlich nichts anderes als Mord. Man kann Mord nicht einerseits zulassen, andererseits verbieten. Mord bleibt Mord.
Oder was glaubt Ihr?
Vor allem: woher will man mit Sicherheit wissen, ob man nicht dem nächsten Stephen Hawking dort die finale Spritze setzen will?
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Aus dem Leben eines Buchhändlers …
10.11.2006 von Wolf.
… wie ich schon schrieb, arbeite ich im Buchhandel.
Heute war ein schöner und ereignisreicher Arbeitstag. Ein Kollge kam vorbei, dessen Stelle ich übernahm, weil er in eine andere Filiale wechselte und wies mich nochmal auf Besonderheiten der Abteilung hin, gab mir wertvolle Tipps und Anregungen, Hinweise bezgl. der Verlage und das Recherchieren interessanter Angebote.
Als er dann fort war und ich in der Abteilung noch ein wenig Ware zu verräumen hatte, kam noch eine “Kundin”, die mich bat, ihr die politische Abteilung und die Geschichte zu zeigen, was ich bereitwillig tat. Ich nahm anfangs an, diese Frau sei eine Kundin mit hohen Ansprüchen … es stellte sich aber im Verlauf des Kontakts heraus, daß sie eigentlich nicht wirklich Bücher suchte, sondern sich eher darüber abfällig äußern wollte, daß sie bestimmte Bücher seit der Wendezeit nicht mehr in Buchhandlungen und/oder Bibliotheken finden konnte, die sich - ihrer Meinung nach korrekt - mit Stalin als Person und Monster beschäftigen. Wörtlich sagte sie: “Hitler war ja gegen Stalin ein Waisenknabe”. Mir fielen fast die Bücher aus der Hand, als diese Worte ihre Lippen verließen.
Vom Thema Stalin kam sie auf das Thema Demokratie, Linkspartei.PDS, Gregor Gysi, Gauck-Behörde, Oskar Lafontaine etc.pp.
Ich stellte fest, daß diese Person, die da heute abend in unserer Buchhandlung scheinbar ein williges offenes Ohr für ihre teils abfälligen Auslassungen auch über Ostdeutsche gefunden hatte, nichts wirklich kaufen wollte und mich von meiner eigentlichen Arbeit abhielt. Als ich mich kurz einer anderen Kundin, die eine echte Kaufabsicht hatte, zuwandte, sagte die ältere Dame noch nichts. Ich bat sie sogar um Entschuldigung für die kurze Unterbrechung. Als ich kurz darauf jedoch von der Klingel ans Abholfach, wo die Kundenbestellungen ausgegeben werden, gerufen wurde, und die Frau erneut um Entschuldigung bat, wurde sie - nunja, nicht ausfallend, doch machte sie eine abfällige Bemerkung und wandte sich zum Gehen. Ich schaute ihr ratlos nach, schaute fragend den am Abholfach wartenden Kunden an und schüttelte den Kopf, um mich dann gänzlich diesem Kunden zu widmen.
Ich dachte mir nichts Böses, nahm meine Beschäftigung wieder auf, die noch zu verräumende Waren unterzubringen, als die Dame nochmals zurückkam, um sich über mich zu beschweren. Ich lieh ihr erneut mein Ohr und wies sie auf die Möglichkeit hin, direkt bei der Filialleitung vorstellig zu werden: die Chefin stand gerade am Kassentresen.
Die “Kundin” ging nicht darauf ein, warf mir an den Kopf ein Undemokrat zu sein und ein verbiesterter Ossi. Und man könne sie als Kundin doch nicht so behandeln. In meinen Augen schlug sich damit selbst ins Gesicht. Weder war sie eine Kundin: sie hatte nichts gekauft, mich unnötig lange belagert und zugeschwafelt, behauptete nach ihrer Rückkehr Dinge über meine Person, von der sie keine Ahnung hatte. Als sie mich nach meinem Namen fragte, wies ich sie auf mein Namensschild auf der Brust hin und gab ihr meine Zustimmung zu ihrer (absurden) Beschwerde. Als sie endlich den Laden verließ wünschte ich ihr noch einen schönen Abend und …
hatte genug für diesen Tag.
Geschrieben in Alltagsgeschichten, Konsum & Wirtschaft, Politik, Kultur&Bildung | Drucken | Keine Kommentare »
ideologischer Unsinn oder Zukunftssicherung?
6.11.2006 von Wolf.
… je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr denke ich, daß das von den Grünen mal ins Gespräch gebrachte Bürgergeld für die Industrienationen eine sinnvollere Alternative zu HartzIV ist:
- Man spart enorme Kosten beim Faktor Arbeit, da die staatliche Rente dann ein Auslaufmodell ist, und folglich werden für alle neuabgeschlossenen Arbeitsvertäge keine Beiträge zur Rentenversicherung mehr fällig.
- Man kann sich auch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sparen, da auch dort keine Absicherung mehr nötig ist, denn jeder Bürger bekommt seine 900,- € steuerfrei jeden Monat. (realistischer Betrag verhandelbar.)
- Mit einer ordentlichen Steuerreform kombiniert, die die tatsächliche direkte Steuerlast auf alle Einkommen und Betriebsergebnisse auf einem einheitlichen Satz von vielleicht 12,5% einfriert bleiben vom Erwirtschafteten den Betrieben und Privatpersonen ausreichend Kapital zur Investition oder dem Konsum übrig.
- Streicht man konsequent alle Subventionen, auch die via Steuern ergeben sich große Einsparpotentiale.
- Wird zudem eine konsequente und toleranzfreie Korruptionsbekämpfung gefahren, spart auch das nochmals Milliarden.
- Ein paar mehr Zöllner und Steuerfahnder und man kann der Steuerhinterziehung Herr werden.
- Wenn dann die Rechnungshöfe noch Sanktionsrecht erhalten, kann man auch noch die Verschwendung von Steuergeldern und ebenfalls die Korruption eindämmen.
- Natürlich sollte man auch den Abgeordnetenstatus ändern: wieso genießen die eine Immunität gegenüber dem Recht? Sie stehen nicht über ihm!
Nahezu jedes Kind weiß heutzutage, was getan werden muß. Wieso tut es keiner? Man kann sterbenden Industriezweigen getrost die Subventionen streichen. Dann muß man es nicht bei den Bürgern und Bürgerdiensten tun.
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Militär und andere peinliche Dinge …
2.11.2006 von Wolf.
… seit Tagen oder vielmehr rund zwei Wochen kommen nach den Folter- und Entführungsvorwürfen immer mehr unappetitliche Dinge über das Treiben einzelner Soldaten und ganzer Einheiten der Deutschen Bundeswehr an die Öffentlichkeit. Ich frage mich dabei, worüber man sich da aufregt? Bzw. Wieso verwundert die Leute das, daß Soldaten, Menschen also, die dazu ausgebildet werden, mitunter andere vom Leben zum Tode zu befördern, derartig instinktlos und kulturell und emotional verroht handeln, daß die Zivilbevölkerung aufgeschreckt wird?
Man regt sich ähnlich auf, wenn andere Menschen des Kannibalismus überführt werden, wenn Kinder andere Kinder töten etc.
Wieso sucht man nicht nach den Ursachen? Wieso bekämpft man diese Ursachen nicht, wenn man festgestelllt hat, welche es sind?
Ich begreife das nicht.
Die Ursache für die Verrohung der Sitten ist mitunter dort zu finden, wo der soziale Zusammenhalt sich auflöst, die mangelnde Solidarität den Sozialstaat aushölt, wo Sozialneid, Geld- und Raffgier die Gesellschaft erodieren.
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Diskussionsforen
2.11.2006 von Wolf.
Was wollte ich hier jetzt eigentlich schreiben? Ach ja: Einige schwule internetportale bieten Ihren Nutzern / Kunden auch die Möglichkeit, Diskussionsforen einzurichten - zu allen möglichen Themen, u.a. auch zu dem Thema Politik.
Meine Wenigkeit ist derzeitig bei drei (Möchtegern-)Politikforen auf GayRomeo.com angemeldet. Das “Möchtegern-” habe ich in Klammern gesetzt, weil die drei Foren sich auf drei ganz unterschiedlichen Niveaus bewegen. Das größte dieser Foren mit derzeitig 571 Teilnehmern scheint dabei das niedrigste Niveau zu haben und einen hohen Anteil “naziphiler” Diskussionsteilnehmer. Der Name des Forums ist leider ein Euphemismus, der nicht als Programm aller getragen wird.
Der zweite Club (”Gay_Solidarity”, 278 Mitglieder) scheint mir noch am ehesten ein besonnenes und auf dem Boden der Verfassung stehendes Publikum zu besitzen. Er ist am niveauvollsten von den dreien, bei denen ich Mitglied bin.
Der dritte kann mit derzeitig 60 Mitgliedern eher unter ferner liefen gelistet werden, ist aber auch erst wenige Wochen alt.
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