Engagement

Mann und Frau, aber auch andere, können sich an den Universitäten wunderbar innerhalb der studentischen Selbstverwaltung (außer in Bayern) selbst einbringen, politisch engagieren, aber auch ganz schön verzetteln. Ich habe es während meines Studiums auch getan - zunächst bei mutvilla … später im Referat für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle an der Technischen Universität Berlin. Zeitweilig fuhr ich da zweigleisig, war bei beiden mehr oder minder aktiv, dann klinkte ich mich bei mutvilla aus und war nur noch an der TU aktiv, auch wenn ich da sonst nicht studierte oder arbeitete. Rund um das Referat an der TU gibt es die Gruppe “queerTU”, die all jene umfaßt, die sich aktiv dort beteiligen wollen. Beide Gruppen verfügen über Postverteiler, in die man sich eintragen lassen kann, was aber nur für Berliner StudentInnen interessant sein dürfte, da es vorwiegend um Aktionen und Veranstaltungen in und um Berlin geht. Andererseits bieten die Verteiler die unkomplizierte Möglichkeit für auswärtige mit hiesigen Schwulen, Lesben, Bis und anderen in Kontakt zu kommen.

Man kann wie gesagt, sich dort gut einbringen, viel bewegen, durchaus auch international Kontakte knüpfen, denn es kommen viele Studierende aus dem Ausland nach Berlin, die dann auch Gleichgesinnte/Gleichgepolte an der Uni ihrer Wahl suchen. Ich lernte dort Italiener, Briten, Amerikaner, Niederländer, Chinesen und andere kennen. Mindestens ein Student hat seinen Traummann dort gefunden, einen glühenden Fan von J. S. Bach aus den USA (es ist nicht alles schlecht, was von dort kommt).

Aber nicht nur an den Universitäten können Lesben und Schwule sich einbringen, es gibt viele Organisationen und Vereine, die sich in der einen oder anderen Weise in der Szene aber auch darüber hinaus engagieren, es gibt in jeder Partei mittlerweile Arbeitskreise für Schwule und Lesben, zumindest in den großen - ja sogar in der Union - sehr zum Mißfallen einiger Erzkonservativer, die “dann gleich über Teufelsanbetung und ihre Legalisierung” diskutieren könnten (O-Ton Stoiber). Es gibt Gruppen in den Gewerkschaften, es gibt Schwule Punks, es gibt Beratungszentren etc. pp. Dabei ist es oft leichter außerhalb von Gewerkschaften, Parteien und Vereinen mit ihren strikten Regelwerken und Satzungen, sich einzubringen und etwas vor allem im unmittelbaren und näheren Umfeld zu bewirken. (⇒ sh. auch)

Antwort schreiben

Sie müssen als angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.