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Schwule, Lesben, Politik
Es soll ja tatsächlich noch Schwule, Lesben und andere Menschen mit politischem Interesse geben … habe ich gehört *ggg*. Diese zerfetzen sich gerne gegenseitig in der Luft, nicht anders, als man es von den “Großen” aus Funk, Fernsehen und Presse gewohnt ist. Heute (27.03.2005) erst meldete ich mich bei GayRomeo für den dortigen Club “GayIntelligence” (merkwürdiger Name) an. Dieses ist ein Club, der über Politik, Geschichte und derartiges diskutieren will, bzw. jenen, die es wollen, eine Heimat zu bieten versucht. Ich weiß noch nicht, ob dieser Club mir viel bringen wird, oder ob man da letztlich auch nur wieder Zickenterror erlebt. Ich habe in das einsehbare Forum mal einen Blick geworfen. Zumindest ist dieses Forum gut besucht und die Diskussionen scheinen doch recht solide und im Prinzip in geordneten Bahnen zu laufen, was mich bei dem Gegenstand doch sehr wundert, da in politischen Diskussionen oder solchen, die dafür gehalten werden (sollen) nicht selten die Manieren als erstes über Bord gehen.
Zwar bin ich in einem der Themenbereiche auch schon über einen Eintrag des ClubAdministrators gestolpert, demzufolge “erste Beschwerden” über “persönliche Angriffe” vulgo Schläge unter die Gürtellinie kamen, doch was ich gelesen oder teils auch nur überflogen hatte, war interessant, anregend, aber doch fair. Allerdings muß man sagen, daß ich bei zehn Seiten Forumsinhalt zu ein- und demselben Thema nicht wirklich jeden Beitrag genau gelesen habe. Ist ja auch unmöglich binnen zehn Minuten. Na mal sehen. Ich werde vermutlich später noch mehr dazu schreiben. Wie aber schon oben erwähnt, gibt es eben doch Menschen mit homo-/bi-/multi-/wie-auch-immer-sexuellem Hintergrund, die sich gezielt für Politik interessieren und engagieren.
Und es sind nicht nur linke, sozialdemokratische oder liberale Interessen, die da vertreten werden. Es gibt auch monarchistische und antidemokratische (was man nicht miteinander verwechseln darf) Interessengruppen. Wie es in der Vergangenheit auch unter den Schwulen vor allem Nazis gab, so gibt es auch heute nach wie vor Braune “Kameraden”. Woher das rührt, ist unklar. (Das lasse ich hier bewußt so stehen, denn darüber ist sich keiner einig.) So wie es in der deutschen Gesamtbevölkerung eine offene Tendenz zu rechtsradikalem Gedankengut gibt, gibt es auch diese unter Schwulen (von Lesben kann ich hier nicht sprechen, da fehlt es mir an entsprechenden Aussagen und Erfahrungen). Ob es nun am Körperkult, der unter den Nazis ja auch so hochgehalten wurde (obwohl Adolf H. eher klein und mickrig von Gestalt war), liegt, an irgendwelchen Minderwertigkeitskomplexen (”ein Schwuler ist kein ganzer Mann”) oder welchen Dingen und Ursachen auch immer liegt, vermag ich nicht zu sagen. Ich denke mal, es ist eine Melange aus vielen Dingen, die eher individuell denn gruppenspezifisch zu untersuchen wäre und dabei zum Ziel führte. Beunruhigend ist es allemal. Doch nicht nur der Hang zum schwulen Skinheaddasein, zum martialischen Auftreten allgemein (auch ohne politische Relevanz) ist besorgniserregend. Das Antidemokratische an sich hat seit der Wende in Deutschland an Zulauf gewonnen.
Es gibt Marxisten, die den Tod der DDR nicht verwanden, Braune Horden, die nach dem Mauerfall den Weg zum Vierten Reich geebnet sehen, Snobs, die den Bundespräsidenten durch einen Monarchen ersetzen wollen (, ohne dabei den Parlamentarismus zu beseitigen). So wie die 1990er Jahre es fertigbrachten in den C-Parteien Lesbisch-Schwule Unterorganisationen entstehen zu lassen (ich frage mich bis heute, was Homosexuelle und die C-Parteien gemeinsam haben könnten), haben sie auch eine Verbreiterung der radikalen Ränder bzw. eine Renaissance von Rassismus, Antisemitismus und antidemokratischen Auswüchsen in den Köpfen der Menschen gebracht, die man bis dato eher der demokratischen Mitte zugeordnet hatte. Sollte die politische Karriere eines bestimmten Mannes beispielhaft sein für die Wandlungsfähigkeit von leidlichen Demokraten zu Menschen, die binnen weniger Jahre ein Grundrecht nach dem anderen bereitwillig aufgeben - hin zu einer Law-and-Order-Politik, die nur allzu leichtfertig Grundfreiheiten und Menschenrechte mit Stammtischparolen in den Dreck zieht und schleichend die Demokratie abschafft?
In dem obig genannten Forum kam die Frage auf, ob sich die Geschichte wiederholt, angesichts des Zustroms antidemokratischer Zusammenschlüsse.
Kann sich die Geschichte denn wiederholen? Wenn ja, wie?
Wenn man sich die Menschheitsgeschichte anschaut, ist sie stehts ein wechselvolles Spiel zwischen verschiedenen Mächten, Völkern, Gruppierungen. Parallelen sind dabei nicht ausgeschlossen. Doch bisher zeigte sich wohl sehr selten, daß es eins zu eins übersetzt zweimal geschah. Irgendetwas war immer anders und so bleiben, bei verschiedenen Ähnlichkeiten die einzelnen Ereignisse doch singulär. Ist das nicht tröstlich, wenn man an Adolf Hitler denkt?
Natürlich wird man nie ausschließen können, daß erneut Rauch über Europa aufsteigt und wir zurückstürzen in ein Zeitalter von Krieg und unermeßlichem Leid. Es ist denkbar - z. Zt. zum Glück innerhalb der Europäischen Union aber doch eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, daß der Leviathan EU ein undemokratisches Monstrum wird - trotz oder gerade mit der und durch die vor einiger Zeit erarbeiteten Verfassung.
Wie Ihr allein schon an diesem hastig verfassten Artikel seht, ist Politik ein weites Feld, man verhaspelt sich leicht, kommt vom einen Thema zum anderen, vermengt die Themen, obwohl sie nur wenige Berührungspunkte haben - vielleicht auch gar keine - ich habe den Überblick auf jedenfall verloren. Das, was ich hier aufzählte, sind verschiedene Themen, unausgegoren und wirr aneinander gehangen, verbunden nur mit Kommata und Punkten, zusammenhanglos. Dieses ist im Prinzip Stammtischniveau! Man vermengt, verknüpft, verkürzt und läßt es halb gar über die Lippen kommen - bzw. in diesem Fall durch Handarbeit ins “freie” WWW.
Ich glaube, ich sollte mir das nochmal genau überlegen, ob ich diesem Club beitreten sollte …( ⇒ sh. auch; und hier; wie auch hier)
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