Lohnende Kritik?

Lohnt es sich eigentlich, Kritik zu äußern an schwachsinnigen Entscheidungen jener, die in unserem Namen das Land regieren? Wenn man hinschaut, scheint es kaum noch Dinge zu geben, über die man sich nicht aufregen könnte. Sei es, daß Richter am Bundessozialgericht behaupten, ALG II reiche zum Leben aus, während viele Betroffene nur mit zusätzlicher Unterstützung, die sie in Suppenküchen und Billigmärkten für ALG II-Empfänger bekommen, diese Zeit überstehen? Lohnt es, darüber zu streiten, wenn Politiker mehr Eigenverantwortung fordern, de facto aber in diversen Gesetzen und Vorschriften große Bevölkerungsteile entmündigen?

Wie brauchbar ist das in Deutschland tätige politische Personal, wenn man die Missstände in der Republik zu Bemessungsgrundlage macht? Wieso tun wir uns so schwer mit der eigenen Betätigung im politischen Geschäft? Wieso entmündigen wir uns de facto selbst, dadurch, daß wir uns nicht selbst engagieren? Wieso neigen wir eher dazu, zu resignieren und die Politik einer kleiner Minderheit zu überlassen, die sich mittlerweile als Berufspolitiker etabliert hat? Wie kommt es, daß man aber gerade den Extremisten verstärkt sein Vertrauen ausspricht? Oder verschieben sich hier nur die Relationen auf Grund dessen, daß die gemäßigte Mitte der Gesellschaft resigniert?

Wie kann es sein, daß Politiker - jene also, die behaupten in unserem Namen zu agieren, augenscheinlich ihr eigenes Wohl immer zuvorderst stehen haben und soziale Schieflagen billigend in Kauf nehmen, sich aber über die Stärkung der radikalen Ränder der Gesellschaft wundern? Welcher Politker schaut dem Volk wirklich noch auf’s Maul?

Diese Fragen könnten noch um viele weitere ergänzt werden. Eine Antwort habe ich nicht.

Nebenbei bemerkt: auch dieses ist wieder ein Phänomen, daß mindestens europaweit zu beobachten ist.

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