Archive für September 2007

Leben oder Sterben?

Im Fernsehen lief gerade eine Wiederholung von Quarks & Co. zum Thema Koma, Sterben und Patientenverfügungen.

Ich weiß bis heute nicht, wie ich dazu stehe, d.h. mir soll es nur Recht sein, wenn andere über ihr eigenes Leben und Sterben verfügen, aber ich habe keine Entscheidung bisher dazu getroffen, ob ich in einem bestimmten Fall lebensverlängernde Maßnahmen ablehnen will.

Da ich eine ungeheure Angst vor einem qualvollen Sterben habe, kann ich mir nicht vorstellen, daß das Einstellen der künstlichen Ernährung gerade ein humaner Tod wäre. Bedenkt, derjenige, dessen künstliche Ernährung eingestellt wird, bei dem aber sonst alles funktioniert, muß dann eben elendig verhungern. Ist das human?

Es ist höchstens insofern human, als daß es eine menschliche Entscheidung in jenem Sinne ist, daß sie eben von einem Menschen getroffen wurde. Aber ist es im Sinne von Liebe und Fürsorge menschlich?

Was genau bedeutet das Wort “menschlich”? Für mich bedeutet es zu aller erst “von menschlicher Hand” bzw. “von Menschen erdacht”. Das heißt dann aber nicht, daß es eine gute oder schlechte, eine fürsorgliche oder egoistische Handlungsweise ist. Das Wort “menschlich” trägt keinen bewerteten Sinn bzw. wertenden Sinn, auch wenn viele es so verstehen. Auch Folter und Krieg sind menschliche Dinge: sie sind von Menschen initiiert, um andere Menschen zu quälen.

Soviel zur Menschlichkeit …

Man sieht: auch hier finden sich Verweise auf Sprache und ihre Bedeutung(en).

Will ich einer solchen Menschlichkeit ausgesetzt sein, die nach Gutdünken mit mir in einer für mich hilflosen Situation verfährt, wie es ihnen gerade in den Kram passt?

Was bringt eine Patientenverfügung? Sie bringt juristische Klarheit, wenn sie ordentlich, klar und deutlich verfasst ist. Schriftlich ist immer besser, obwohl laut Gerichtsurteilen (bitte selbst recherchieren) auch mündliche Verfügungen in Ordnung sind. D.h. wie Testamente auch, brauchen Patientenverfügung ein stabiles juristisches Umfeld, damit kein Schabernack damit getrieben werden kann. Und am sichersten sind immer noch mehrfache Ausführungen: eine beim Notar, eine in den eigenen Unterlagen, mindestens eine bei der Verwandtschaft.

Ich denke ein Verweis auf das Thema Euthanasie etc. erscheint mir hier auch angebracht. Die Themen sind in gewisser Weise miteinander verwandt.

Nur wie stehe ich dazu? Was will ich? Das erfordert noch sehr genaue Überlegungen. Ich hoffe nur, ich habe Zeit dafür ….

Just wanna be smart …

… so I thought I just link here the famous jabberwocky-files. The Jabberwocky-poem is part of the worldwide well known (?) stories of “Alice and her adventures in Wonderland” and “Through the looking glass” (you know you should have read these until last friday?). Therefor and not only because of this it’s just nicely fitting here - while we’re talking of Babylon and non-sense.

Did you already visited my poems’ pages on my web site (www.en-shandra.net)?

à propos Potter

… es wird ja bald nicht mehr Pottern. Jetzt im Oktober ist nochmal die große Sause mit dem deutschen Potter (also der dt. Ausg. der “Deathly Hallows”) … und dann war’s das. Was dann?

Eine Fortsetzung wird es nicht geben - für jene, die schon die englische Ausgabe kennen, ist klar wieso. Zumal ein neuer Potter-Roman ohne Severus Snape eher dröge sein könnte. ;-)

Was also tun? Welcher Lektüre wendet man sich dann zu? Zum Glück gibt es noch andere Bücher außer jener, die sich um den Zauberlehrling, der erwachsen wird, drehen. (In jeder Buchhandlung stehen sie links und rechts von Potter.)

So ist bspw. dieser Tage auch ein neuer Walter-Moers-Roman erschienen: “Der Schrecksenmeister”. Und für all jene, die es noch nicht kennen sei auf die fabelhaften Reihen von Tad Williams hingewiesen: Der Drachenbeinthron (vier Bde.) und Shadowmarch (bisher 2 Bde.). Und es gibt nicht nur fantastische Literatur ….

Shadowmarch

Wie soll ich nur anfangen?

In den letzten drei Wochen habe ich die bisher zwei erschienenen Romane der Shadowmarch-Trilogie gelesen. Und ich muß sagen: ich bin hin und weg.

Das Werk ist von einer Tiefe und Breite und Vielschichtigkeit, die man bei Tad Williams schon im Drachenbeinthron-Zyklus erlebt hat. Doch in Shadowmarch wird richtig klar, daß - wenn es Elfen oder ähnliche Wesen gibt - so gibt es nichts, was uns dazu verleiten sollte nach ihnen zu suchen und ihre Nähe herbeizusehnen. Sie müssen schrecklich sein.

Die Sithi aus der Drachenbeinthron-Reihe waren nur sonderbar und unmenschlich auf eine sehr sinnenreiche Art und Weise. Die Qar der Shadowmarch-Reihe sind schrecklich.

Und schlimmer noch: die in jener Reihe beschriebenen Götter wirken in den Tempeln jener Welt noch olympisch-menschlich, mächtig aber menschlich, aber in ihrer angerissenen Realität, in der sie schlafen, verbannt aus der Wachen Welt wirken sie schrecklich und man kann sich nur wünschen, daß man ihr Augenmerk nicht auf sich selbst lenkt. Wieviel potenter muß ein einziger Gott sein, der alles geschaffen hat, ob er schläft?

Er muß schrecklich sein, und ich kann mir kaum vorstellen, daß er der Irre ist, den Anne Rice in ihrem Roman “Memnoch der Teufel” skizziert - in einem ewigen Streit mit jenem, der ihm widersprach, ob es denn gut sei, Menschen zu schaffen und ihnen Einlaß ins Himmelreich zu gewähren.

Klingt alttestametarisch, nicht wahr? Diese Furcht vor Gott - in welcher Empfindung man sich nur ducken möchte, verkriechen.

Reden wir uns Gott schön, nett und harmlos?

Zurück zu Shadowmarch: der dritte Band soll Shadowfall heißen. Ich warte schon drauf. Wenn es gut geht, kommt er in ein bis zwei Jahren auf den Markt….

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