Archive für November 2007

Guess what …

… heute lernte ich erst die Faustregel, wie man sich ohne Kalender die Länge der Monate ermittelt (also 31 Tage oder nicht). Wieso muß ich erst fast 31 (sic!) Jahre alt werden, eh mir mal ein gütiger Mensch erklärt, wie diese Regel funktioniert?

Fasziniert habe ich immer wieder beobachtet, wie Menschen in meiner Umgebung dieses lustige Abzählspielchen mit den Fingerknöcheln auf dem Handrücken ausübten, aber glaubt Ihr, ich wußte wie sie es tun?

Im übrigen gibt es 7 Monate à 31 Tage, 4 à 30 und 1 à 28 bzw. im Schaltjahr 29. Und davon folgen 2mal 31er Monate direkt aufeinander (Dezember/Januar und Juli/August).

Ich muß ehrlich sagen, der Auenlandkalender ist weniger knifflig: jeder Monat hat 30 Tage und die überzähligen 5 Tage (12 mal 30 sind 360 + 5 = 365) sind außerhalb der Monate angesiedelt und markieren das Jahresendfest (Jul) und die Jahresmitte. Und dann wird in Schaltjahren in die Jahresmitte noch ein Tag eingefügt. Fertig!

Vielleicht bekommen wir ja nochmal eine Tolkiensche Kalenderreform. Ggf. wenn die EU über die Abschaffung der Sommerzeit entscheidet …

Mindestlohn?!

Kürzlich verloren wir unseren Arbeits- und Sozialminister mitunter auch (entgegen seiner persönlichen Angaben), weil sein Herzensanliegen, der gesetzliche Mindestlohn, ohne Chance in dieser Koalition zu sein scheint.

M. E. hatte er durchaus mindestens ein gutes Argument für einen gesetzlichen Mindestlohn: es ist nicht einzusehen, wieso Arbeitgeber zu Lasten des Steuerzahlers ihre Lohnkosten niedrig halten dürfen sollen, und ihre Angestellten teils quasi dazu zwingen, staatliche Hilfen in Anspruch zunehmen - zusätzlich zu ihrem Arbeitsentgelt.

Eine Person, die vollzeitbeschäftigt ist, sollte meines Erachtens weder dazu gezwungen sein, zusätzlich staatliche Unterstützung beantragen zu müssen, noch sich eine Nebentätigkeit zu suchen, um über die Runden zu kommen.

Es kann nicht Aufgabe des Sozialstaates sein, verdeckte Lohnsubventionen zu zahlen - oder überhaupt welche. Lohnsubventionen sind meines Erachtens das schlimmste, was ein Staat leisten kann. Wenn ein Unternehmen sich keine Angestellten leisten kann, dann kann es das eben nicht. Fertig aus! Dann ist in diesem Unternehmen eben nur der Unternehmer selbst beschäftigt. Ein Unternehmer trägt eben das Risiko Personalkosten. Es darf ihm nicht erlaubt werden, dieses Risiko zu verstaatlichen, ohne die Allgemeinheit entsprechend am Gewinn des Unternehmens zu beteiligen.

Diesem Prinzip folgend, fände ich es extrem spannend, was der Staat an Einnahmen gewinnen könnte, stellte er den Unternehmen unmittelbare und mittelbare Lohnsubventionen entsprechend in Rechnung.

Wenn Unternehmen hingegen behaupten (eigentlich sind es ja meist die Lobbyverbände, die nicht immer im Sinne der Vertretenen handeln), wenn der Gesetzgeber einen Mindestlohn vorschreibe, müssten sie Leute entlassen, dann sollten sie das ruhig tun

Vielleicht kann man aber auch im Gegenzug zur Einführung eines Mindestlohns mal schauen, ob nicht wirklich an anderer Stelle die Wirtschaft entlastet werden kann: die Politik ist dann auch gefordert, einen echten Interessenausgleich herbei zu führen. Denn nicht nur die Interessen der Wirtschaft sind legitim: Wirtschaftsunternehmen haben kein Stimmrecht. Sondern alle Arbeitnehmer haben m.E. das Recht, von den Einnahmen aus ihrer Erwerbstätigkeit leben zu können - d.h. sich auch über das Einfachste (Wohnung, Kleidung, Nahrung) hinaus ein wenig Luxus zu leisten (d.h. nicht unbedingt jährlich einen Diamantring, sondern eben Urlaub, Teilhabe am Kulturleben, sportliche Betätigung im Verein, Kinderkrippen, VHS-Kurse etc. pp.). Leben heißt mehr als nur das blanke Überleben zu sichern. Wieso gibt es Leute, die anderen die simpelsten Vergnügungen versagen wollen?

Wer behauptet, unter den gegebenen Umständen sei ein Mindestlohn nicht finanzierbar, sollte vielleicht auch mal darüber nachdenken, wie er ihn finanzierbar machen könnte.

Zumal andere europäische Staaten es vorgemacht haben, kann es eigentlich nicht wahr sein, daß dieses unmöglich wäre.

Vor circa einer Stunde …

stolperte ich mal wieder über ein Zitat, das mir schon früher begegnet ist:

“An die dumme Stirne gehört als Argument von Rechts wegen die geballte Faust”

Vorsichtig ausgedrückt wird dieses Zitat gemeinhin Friedrich Nietzsche zugeordnet. Es soll aus dem Werk “Menschliches, Allzumenschliches – Ein Buch für freie Geister” stammen. Dem Wikipediaartikel, den ich hier verlinkte, sind keine Zitate angefügt, so daß es auf diese Art nicht verifizierbar ist. Sei’s drum.

Ob es nun von Nietzsche stammt oder nicht, kann mir vielleicht jemand anderes bestätigen oder eben nicht. Worum es mir eigentlich geht, ist die Aussage dieses Satzes:

  1. M. E. ist eine geballte Faust kein Argument, auch wenn es hier und da heißt: lasst die Fäuste sprechen … oder die Waffen. Vielmehr ist das immer das klare Zeichen des Versagens von Argumenten …
  2. Ich kann den Drang, bei geballter Dummheit manchmal geballte andere Dinge (eben auch Fäuste) dem entgegen zu setzen, durchaus nachvollziehen. Was nicht heißt, daß ich es gut heiße, da ich ja auch nicht weiß, ob ich nicht Ziel der Attacke sein soll und ich mir nicht schon wieder eine neue Brille leisten kann …
  3. Prinzipiell ist es mit Zitaten, wie ich schon an anderer Stelle in diesem blog erklärte nicht selten nicht weit her: durch das Herausziehen aus dem Kontext wird die Botschaft oft verfälscht. Nicht selten stellte sich heraus, daß die zitierte Person, so sie denn erstmal korrekt ermittelt wurde, das genaue Gegenteil behauptete.

Davon abgesehen, kann man auch durchaus als Normalsterblicher mal einem Philosophen widersprechen. Auch wenn es ein wenig unfair ist, da sich Nietzsche nicht mehr wehren kann ….

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