Dollar-Schwäche, ver.di-Streik im Handel und Rekord-Lotto

In den vergangenen zwei Wochen prasselten ziemlich viele Informationen auf mich ein: neben neuen Flut- und Brandkatastrophen in verschiedenen Erdteilen und der Bali-Klimakonferenz auch mitunter der Leitartikel der SPIEGEL-Ausgabe 48/07, die sich mit dem Dollarabsturz, der Inflation und der Bankenkrise in den USA beschäftigte. In Kombination damit, daß ver.di nun im laufenden Weihnachtsgeschäft 2007 seine Mitglieder zum Streik aufrief, weil die Tarifverhandlungen total festgefahren sind, die Ausdehnung der Öffnungszeiten extreme Familienunfreundlichkeit demonstriert und die Gehälter im Einzelhandel in krassen Beispielen dazu führen, daß bspw. real,-Beschäftigte in Teilzeit bei real,- selbst auf Grund der hohen Preise und niedrigen Gehälter nicht mehr einkaufen können, ohne sich zu ruinieren, finde ich es wohltuend, wenn es noch Glückspilze in diesem Land gibt, die mit 6er und Superzahl jeweils 15,1 Millionen € abräumen und 21 weitere es immerhin auf 1/4 Million bringen, weil sie einen 6er haben. Glückwunsch!

Jetzt dürfen die Gewinner nur nicht überschnappen und alles binnen 4 Wochen verprassen. Denn was bleibt, wenn der Dollar weiter stürzt, der Euro zwangsweise hochgeht - aber nicht aus eigener Kraft sozusagen und die Preise weiter steigen. Die meisten Lohnerhöhungen der vergangenen 20 Jahre sind von der Inflation gefressen worden - so sie denn überhaupt stattfanden.

Brüssel will indes den Postmindestlohn kippen: weil angeblich der freie Markt dadurch behindert wird; die PIN AG hat schon Massenentlassungen angekündigt, Massenentlassungen bei einer Berufsgruppe, die oftmals nichtmal mehr ein sicheres Festgehalt angeboten bekommt: die PIN AG bezahlt ihre Mitarbeiter mitunter pro Brief und schert sich nicht darum, wie oft ggf. in Falle von Einschreiben die Leute den Weg zum Kunden machen müssen, wenn Sie ihn nicht antreffen. Im Gegensatz zur Post AG ist es hier nämlich so, daß es kaum Filialen gibt, wo ggf. der Kunde sein Einschreiben nach einer Benachrichtigung postlagernd abholen könnte. Der Angestellte trägt das Risiko allein. Die Beschäftigungsverhältnisse sind oft als geringfügig eingestuft, nicht selten eher Nebenbeschäftigungen, bei denen oftmals Aufwand und Verdienst in keinem rationalen Verhältnis stehen …. und dann kommt diese extravagante Inflation, deren Errechnung auch Zweifel wachwerden lässt: selbst wenn die Statistiker behaupten, der darin enthaltene Neuwagen und neue PC und neue Kühlschrank etc. seien runtergerechnet und die Gewichtung durchaus der Realität entsprechend, so ist es reichlich irrelevant für jene, die sich überhaupt kein Auto leisten können und einen neuen Kühlschrank nur mit Amtshilfe bekommen. Das Prekariat wächst … es hat teilweise Arbeit … aber oftmals in nicht gesicherten Verhältnissen und zu Dumping-Löhnen.

Der Bericht bzgl. der Kinderarmut war ja auch ziemlich erschütternd … wer weiß, was da noch alles auf uns zu kommt?!

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