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was so alles passiert …
26.10.2008 von Wolf.
Heute erhielt ich eine augenscheinlich gefakete Abmahnung und habe darüber einiges neues gelernt:
1.) laut Aussage eines Mitgliedes in einem Juristenblog ist augenscheinlich eine per E-Post zugestellte Abmahnung nicht rechtens.
2.) Ich habe erfahren, daß bekannte und bekanntere Persönlichkeiten nicht davor gefeit sind, daß deren Namen in betrügerischer Weise mißbraucht werden (in diesem Fall Herr v. Gravenreuth, noch RA in München).
3.) Ich habe gelernt, daß obiger gefürchteter RA voraussichtlich auf Grund eines Rechtsstreites selbst nun hinter Gitter muss, da er offenbar einen Schritt zu weit gegangen ist (=> http://www.internetworld.de/Nachrichten/Medien/TAZ-will-Abmahnanwalt-Gravenreuth-hinter-Gitter-schicken; www.taz.de).
4.) Nichts desto trotz habe ich die RAe kontaktiert, die seinerzeit die taz gegen Gravenreuth vertraten, um sicher zu gehen, daß die Spam wirklich nur Spam ist. Angesichts dessen, was über diesen Herrn Gravenreuth zu lesen ist, halte ich es für sicherer mich anderweitig abzusichern, auch wenn diverse Foren augenscheinlich dafür sprechen, daß man diese Abmahnung wg. vermeintlich unzulässiger eBay-Auktionen getrost löschen kann. Ich habe auch das BSI diesbzgl. kontaktiert. Man weiß ja nie.
Was geschah noch? Mitte bzw. Anfang der Woche soll Herr Ackermann von der Deutschen Bank einen klugen Satz gesagt haben: “Ich würde mich schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden.” (zitiert nach: focus.de). Wenn er das so gesagt hat, hat er Recht. Und alle Medien, die keine Neutralität bewahren, geben in Ihren Kommentaren Herrn Ackermann Recht. Auch wenn lt. Bundesfinanzminister Steinbrück und BuKa Merkel dadurch alljene Banken unter Druck geraten, die erwägen, Staatsknete in Anspruch zu nehmen. Den Druck müssen die Banken aushalten, schließlich haben sie auch mit Geldern, die teils nicht ihnen sondern ihren Kunden und Anlegern gehörten, gezockt. Dann müssen sie dafür auch gerade stehen. Und sie sollten sich auch schämen, wenn sie eingestehen müssen, es ohne staatliche Hilfe nicht mehr zu schaffen.
Peinlich sollten auch jedem Banksprecher Äußerungen sein, die die Einmischungen des Staates ins Management betreffen, sollte eine Bank Staatsknete in Anspruch nehmen: diese Leute sollten einfach mal die Schnauze halten. Man kann doch nicht über Jahre Gewinne einstreichen und privat halten und wenn man sich verzockt nach Vater Staat bzw. seiner Knete rufen und gleichzeitig verlangen: “Wie wir mit der staatlichen Hilfe verfahren geht den Staat nichts an.” Da ist doch dann irgendwo etwas bei der Vernunft abhanden gekommen. Oder nicht?
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Buchenwald und die Finanzmärkte
17.10.2008 von Wolf.
Beim Rauchen der ersten Zigarette heute morgen kam mir ein Gespräch mit einem Kollegen in den Sinn, das wir vor Wochen in einer Raucherpause hatten. Er berichtete von einem jüngst getätigten Besuch des KZ Buchenwald und der Fragerunde zum Abschluß.
Eine polnische Besucherin hatte wohl gefragt, ob sich sowas in Deutschland wiederholen könne. Der Kollege berichtete weiter, daß sich aus dieser Frage unter den Besuchern eine Diskussion ergab, die er aber nicht weiterverfolgte.
Nach einigem Überlegen habe ich ihm meine Antwort auf die Frage der Besucherin gegeben: nicht solange EU und NATO Deutschland fest einbinden und Deutschland sich im Rahmen dieser Institutionen wohl fühlt. Natürlich kommt es auch auf die offiziellen Vertreter der jetzigen Republik an. So lange sich dort Menschen aufhalten an der Spitze dieses Staates, die sich als Demokraten begreifen und zwar LINKS vom braunen Milieu, sollte es klappen. (Offiziell ordnet sich ja das braune Gesocks der NPD und anderer rechtsgerichteter Parteien als NationalDEMOKRATISCH ein. Die Verfassungsschutzorgane sammeln ja seit Jahren Indizien und Beweise gegen diese Behauptung.)
Doch - mir wurde heute eines klar: wenn die Finanzmärkte mit ihrer Nervosität und ihrem Mißtrauen die Realwirtschaft jetzt angreifen bzw. miterschüttern, sind die Rahmenbedingungen andere. Nicht die Terroranschläge des 11.09.2001 haben eine permanente und tiefgreifende Erschüttereung des Globus hervorgebracht (denn perfider Weise ging es eine Zeit lang der amerikanischen Wirtschaft dank des Krieges so gut wie lange nicht mehr) , die nun panischen Finanzmärkte schaffen es wesentlich effizienter, den Globus zu erschüttern. Bin Laden war dumm: Flugzeuge in Hochhäuser? Sicher noch nicht da gewesen zuvor, aber ineffizient, er hätte an der Wall Street zocken sollen, dann hätte er die arroganten westlichen Staaten eher in die Knie gezwungen.
Was hat das mit Buchenwald, Sachsenhausen und Auschwitz zu tun? Ich sage es Euch: sollte unter diesem Trubel an den Finanzmärkten ein größeres Desaster hervorbrechen, sind extreme Kräfte vermutlich wieder im Aufwind - es sei denn die haben auch gezockt!
Es werden ja immer wieder auch Erinnerungen bzw. Berichte erweckt / wiederentdeckt, die sich um die Weltwirtschaftskrise 1929 drehen, jene Krise, die dem NS-Regime vorausging und ein Stück weit den Boden bereitete. Sicherlich kamen damals noch andere Faktoren hinzu. Das politische System in Deutschland war seinerzeit nicht so wehrhaft konstruiert wie heute. Aber die Politik ist nun gefordert, nicht nur Stabilität in das erbebende Finanz- und Wirtschaftssystem zu bringen, sondern die Bevölkerung mitzunehmen auf ihrem Weg zur Sicherheit. Wenn die Politik den Rückhalt in der Bevölkerung verliert …
Nicht ohne Grund sagen einige dieser Tage, daß dieses Desaster auch eine Bewährungsprobe für die Demokratie ist.
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Dieser blog wird 2 Jahre alt …
16.10.2008 von Wolf.
… ist es wirklich schon so weit? Ich glaub es kaum, aber es stimmt, im November 2006 startete ich diesen blog - 30 Jahre nachdem ich in diese Welt getreten bin. Interessant.
Lustiger Weise fällt dieses ungefähr mit jener Zeit zusammen, seit der ich die Filiale gewechselt hatte. Es gibt aber keinen sonstigen Zusammenhang.
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Kontakte
16.10.2008 von Wolf.
Eintrag überarbeitet!
Feststellung: Zwischenmenschliche Kontakte sind schwierig.
Um es gleich vorweg zu nehmen: es soll hier um private Beziehungen gehen. Berufliches lasse ich mal außen vor, das ist eine ganz andere Ebene (aber auch das kann schwierig sein).
Früher - zu Schulzeiten - habe ich bspw. zu einigen Leuten Briefkontakte gepflegt. Die sind mittlerweile alle eingeschlafen, da wir uns schlichtweg auseinander gelebt haben. Die Sorgen und Nöte, Träume und Hoffnungen, Alltagsprobleme über die man sich als Teenager unterhält, sind doch grundverschieden von denen älterer Menschen - zumindest teilweise.
Einige dieser Brieffreundschaften haben es bis in meine Studienzeit geschafft. Übriggeblieben ist keine davon.
Zum Glück lernt man immer wieder neue Menschen kennen, mit denen man Kontakte aufbaut - teils auch nur, um sie als bald wieder aus den Augen zu verlieren.
Es ist schon seltsam, wenn man sich das bisweilen im Rückblick betrachtet, welche Art von Kontakten man zu welchen Menschen hatte - oder hat.
Zeitweilig hatte ich Briefkontakte zu Gefängnisinsassen, war sehr spannend von deren Alltag zu erfahren, deren Ängsten, Sorgen und Nöten. Da kamen mir meine Probleme seltsam klein vor.
Aber es gibt ja nicht nur Briefkontakte. Auch andere. Manchmal ist es seltsam zu betrachten, wie Zufallsbekanntschaften langlebiger sind, denn Bekanntschaften die man gezielt sucht. Auch wenn man nur sporadisch in Kontakt bleibt. Eine der gut gepflegten Bekanntschaften bei mir ist jemand, den mein Freund mal aufgegabelt hat … im cruising-Gebiet, ein anderer ist eine gay-sex-Party-Bekanntschaft, die nächste ist unsere ehemalige Nachbarin aus unserem früheren Wohnhaus. Von den Unibekanntschaften ist keine wirklich geblieben. Aber es sind Kontakte geblieben, zu Personen, die ich über Unibekanntschaften kennengelernt habe. Bspw. Kasi (sh. verlinkte blogs).
Auch ehemalige Arbeitskollegen sind mit mirin Kontakt geblieben (wir arbeiten in unterschiedlichen Filialen ein und derselben Firma, haben aber zuvor direkt und unmittelbar zusammengearbeitet).
Ja. Ich bin gespannt, was diesbezüglich die Zukunft noch bringt.
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Finanzmarkt
16.10.2008 von Wolf.
In einer aktuellen Stunde zur Finanzkrise sagte Brandenburgs MP Platzeck, daß die Pervertierung und Entfesselung der Finanzmärkte ein Ende haben müsse und dieser Sektor zurückfinden müsse zu seiner Aufgabe, der Realwirtschaft zu dienen. Liest man heute aber die Börsenticker und Kurzmitteilungen, so ist von einem dortigen entsprechenden Sinneswandel keine Spur. Ob die noch nicht begriffen haben, was Sache ist? Wird es in Zukunft immer einen krampfhaften Kampf zwischen Finanz- und Realwirtschaft geben? Irgendwie ist ja die Bezeichnung schon entlarvend. Realwirtschaft: Damit sind alle Betriebe gemeint, die real Werte produzieren durch Produktion, Verkauf, Dienstleistung - also die bodenständige Wirtschaft, wei wir sie erleben, wenn wir einkaufen gehen oder den Klempner rufen. Die Finanzwirtschaft hat etwas nichtreales an sich, etwas, was sie von jener Realwirtschaft abkoppelt. Mitunter ist das die Fixierung auf Kurssteigerungen, Gewinnmaximierung, Benchmarking.
Der Wandel in den Köpfen der Verantwortlichen findet bisher nicht statt - es ist ein munteres Weiter-so. Die Rettungspakete sind aber - zumindest nach öffentlichen Bekundungen der Politiker an bestimmte Bedingungen geknüpft, die dieses Weiter-so eigentlich nicht zulassen. Eine erste Pflaume von der Raiffeisengruppe hatte sich ja auch entsprechend nach Verkündigung des 500 Mrd. €-Pakets geäußert: der Staat solle nicht versuche, auf das Bankmanagement einzuwirken. Ich würde sagen: dann gibt’s auch keine Knete. Die Sache ist die: Welche Hinterzimmermauscheleien werden da wieder verzapft, daß es doch Knete gibt, die Kontrolle aber effektiv nicht verschärft wird?
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