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herbstliche Finanzkrise …
Dieser Eintrag stammt von Wolf Am 3.10.2008 @ 06:05 In Politik un' so'n Kram, Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Keine Kommentare
Die internationale Finanzkrise macht den Herbst irgendwie noch herbstlicher. Das Dumme daran sind die Rettungsversuche staatlicherseits an den falschen Objekten. Ich denke, es sollte ruhig das eine oder andere Investment- und Immobilienbankhaus richtig derbe crashen - am besten inkl. Selbstmorden und Strafverfahren in den Chefetagen. Hier eine Verhaftung, da die Einnahme von Medikamenten oder ein sauberer Kopfschuss. Jene, die gezockt haben, sollten nicht noch finanzielle Hilfe vom Staat bekommen. Der Staat darf nur retten, um Arbeitsplätze und Vermögen der Allgemeinheit bzw. seiner Bürger zu sichern, sollte zeitgleich aber die unverantwortlich Handelnden vor Gericht stellen - ohne echte Aussicht auf Freispruch, will meinen: nicht, daß sich die Staatsanwaltschaft wieder auf irgendeinen faulen Kuhhandel einläßt.
Viele haben daran verdient, sich die Taschen vollgestopft ohne Rücksicht auf Verluste anderer … wieso sollte es Ihnen nun besser gehen?
Ob der Kapitalismus damit am Ende ist? Wohl kaum, aber er wird nun wieder stärker an die Kandare genommen. Die EU-Kommission denkt schon laut über schärfere Zulassungsregelungen nach und höhere Absicherungen. Insgesamt erweist sich das europäische und insbesondere das deutsche Bankensystem als solider denn das amerikanische …
Jahrelang haben die Amis uns mit Spott und Häme übergossen, nun bekommen sie die Quittung.
Es gibt aber keinen Grund zum Jubel für Freunde des Antiamerikanismus: wir sollten wachsam sein und die Entwicklungen in Amerika auch mit Sorge betrachten. Auf Grund der sehr weit entwickelten Verflechtungen der Finanzmärkte, haben Turbulenzen auf dem einen Markt immer auch Auswirkungen anderswo. Das ist zwar kein Naturgesetz (die ganze Finanzwelt beruht nicht auf Naturgesetzen oder göttlichen Gegebenheiten, sondern ist ein höchst künstliches Konstrukt menschlicher Machart), doch allein daß viele an diese starken Verflechtungen glauben, zieht uns in den Strudel mit rein. Wieder einmal zeigt sich die Macht des Wortes!
Die Globalisierung wirkt überall dort, wo von ihr gesprochen wird.
Es ist sehr herbstlich. Aber es ist nicht das Ende der Geschichte. Es ist auch immer die Chance auf einen Neuanfang - Restrukturierung nennt man das im Fachjargon. Banken sollen jetzt sehr günstig zu haben sein. Wer Geld hat …. die Commerzbank steht pro Stück momentan bei ca. 12,- €, die Postbank bei rund 30,-,oder habt Ihr eher Interesse daran, einen Aktienhandelsplatz zu erwerben? Die Deutsche Börse AG bringt es auf satte 67,- € pro Stück, die HypoReal Estate ist für lächerliche 6,- € pro Stück zu haben.
Schauen wir den Akteuren stärker auf die Finger. Kauft Euch Lektüre zur Funktion der Märkte und Wirtschaften, lest richtige Zeitungen abseits des Effenberg-Bohlen-Paris-Hilton-Schwachsinns in der BILD. Die BILD ist nur dazu da, um Euch von den wirklich wichtigen Dingen abzulenken!
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