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Archive für 8.10.2008
lichte Gedichte etc.
8.10.2008 von Wolf.
“Lichte Gedichte” heißt ein Band von Robert Gernhardt, der ja bekanntlich so tolle Sachen reimte wie:
Meine Reime sind recht teuer,
per Vers verdien ich tausend Eier.
So oder so ähnlich - wie auch immer: Stephen Fry hat nun im September bei Aufbau ein neues amüsantes Buch vorgelegt: “Feigen, die fusseln”.
Es handelt von seiner Leidenschaft, Gedichte zu verfassen und ist auch eine Anleitung zum Selberdichten … oh graus - selber dichten? Wie schreibt man das denn jetzt? Verdammte Reform der Reform der Rechtschreibreform ….
Wie auch immer: Wir dichten selber! Das ist Frys Thema in jenem Buch, gleichzeitig bringt er zum Einstieg Exempel klassischer Dichtung (Shakespeare etc.).
Das Buch ist nicht nur lehrreich sondern auch amüsant und lädt wirklich zur Nachahmung ein. Viel Spaß!
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Finanzkrise
8.10.2008 von Wolf.
Wie alles in den vergangenen 20 Jahren, erhält auch der Zusammenbruch des amerikanischen Hypothekenmarktes eine euphemistische Bezeichnung: Finanzkrise, Krise der Finanzmärkte. Daß diese Krise hausgemacht ist, wird immer wieder verschwiegen. Daß die Finanzmärkte pervertiert sind, indem man auf alles spekuliert wie bei einem Pferderennen, erwähnen die wenigsten. Die Finanzmärkte haben die Bodenhaftung verloren. Alles wird zum Spekulationsgegenstand: eine Brezel, Öl, Getreide, die Gewinne von Unternehmen oder die Unternehmen selbst. Die Bezüge zu Produkten und wirklich geschaffener Werte sind vollkommen verloren.
Marxisten werden natürlich sagen: und wir hatten doch Recht! Stimmt!
Das macht den Marxismus dennoch nicht zur echten Alternative.
Die Abkopplung der Finanzflüsse von Produktion und echter Wertschöpfung hat zum Kollaps geführt, da alle Spekulationen in virtuellen Welten stattfanden. Es wird leider garantiert wieder dazu führen, daß Menschen arbeitslos werden, obwohl sie ehrliche Arbeit leisteten, während jene Finanzjongleure ggf. nur mit einem blauen Auge davon kommen.
Einige Spekulationsarten müssen einfach verboten werden! Sie sind zu riskant für die Volkswirtschaften - zumal die Risiken in jeder Krise sozialisiert werden, während die Gewinne privat bleiben. Der Nutzen (Steuern auf Gewinne) einer Spekulation muß für den Staat im Finanzsäckel spürbar sein - oder die Spekulation verboten werden. Das Prinzip der Verstaatlichung der Risiken darf nicht beibehalten werden, wenn der Staat nicht auch an den Gewinnen beteiligt wird.
Geschrieben in Politik un' so'n Kram, Kulturelles und so, Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Drucken | Keine Kommentare »
Kulturzeit
8.10.2008 von Wolf.
… gestern schaute ich mir mal wieder beim Abendessen die Sendung Kulturzeit an:
wenn ich mir diese Sendung anschaue, habe ich manchmal den Verdacht, daß Kultur in einigen Teilen der Bevölkerung zurecht belächelt wird. Es gibt Beiträge in dieser Sendung, bei denen ich mich nur noch Frage, von welch weit entferntem Planeten die Protagonisten kommen: da wird ein Bildband zur Reihenhauskultur in Deutschland vorgestellt, der Bildband beinhaltet erstklassige Photographie, aber sollten die Texte dazu den Kommentaren in der Sendung ähnlich sein, wäre ich für ein Ausschwärzen dieses Geschwafels!
Es gab einen Beitrag zu Unterschichte und einem neuen Buch, das “Der Aufstand der Unterschicht” heißt. Ganz korrekt fragte der Moderator die Autorin im Interview, wie denn die dem Buch zu Grunde liegende Definition von Unterschicht sei. Ihre Antwort lässt sich so zusammen fassen:
- Eine materiell benachteiligte Schicht.
- Bildungsferne
- Sozialisation
Ich kenne genügend Angehörige der Unterschicht, bei denen von Bildungsferne und Sozialisation (also Aufwachsen in der Unterschicht) nichts zu spüren ist. Die Unterschicht ist eben nicht mehr das klassische Prekariat, das nicht hochkommt und ohne Aufstiegschancen ist - diese Art Unterschicht existiert weiterhin, aber die Unterschicht umfasst ganz klar auch Abstürzler und schlichtweg die schwächeren der Bildungsschichten. Das ganze Sozialgewebe ist nämlich eben kein Schichtkuchen. Das ist nur das schiefe Bild, das Akademiker und Philosophen weiterhin pflegen und in Politik und Wirtschaft kommunizieren.
Ihr glaubt doch nicht etwa, daß ich mich nur auf Grund meiner Bildung zur Ober- oder Mittelschicht zähle. Das gravierenste Merkmal einer jeden Existenz in Zentraleuropa ist das Konto bzw. dessen nicht vorhanden sein oder dergleichen.
Die Unterschicht beginnt dort, wo das Leben im bzw. unter dem Existenzminimum existiert. Unterschicht hat nur ein primäres Merkmal, die anderen sind sekundär, weil nicht immer zutreffend.
Also auch bei diesem Beitrag in der Kulturzeit: Geschwafel und Realitätsferne.
Geschrieben in Literatur, Politik un' so'n Kram, Kulturelles und so, Sprache, Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Drucken | Keine Kommentare »