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Finanzmarkt
In einer aktuellen Stunde zur Finanzkrise sagte Brandenburgs MP Platzeck, daß die Pervertierung und Entfesselung der Finanzmärkte ein Ende haben müsse und dieser Sektor zurückfinden müsse zu seiner Aufgabe, der Realwirtschaft zu dienen. Liest man heute aber die Börsenticker und Kurzmitteilungen, so ist von einem dortigen entsprechenden Sinneswandel keine Spur. Ob die noch nicht begriffen haben, was Sache ist? Wird es in Zukunft immer einen krampfhaften Kampf zwischen Finanz- und Realwirtschaft geben? Irgendwie ist ja die Bezeichnung schon entlarvend. Realwirtschaft: Damit sind alle Betriebe gemeint, die real Werte produzieren durch Produktion, Verkauf, Dienstleistung - also die bodenständige Wirtschaft, wei wir sie erleben, wenn wir einkaufen gehen oder den Klempner rufen. Die Finanzwirtschaft hat etwas nichtreales an sich, etwas, was sie von jener Realwirtschaft abkoppelt. Mitunter ist das die Fixierung auf Kurssteigerungen, Gewinnmaximierung, Benchmarking.
Der Wandel in den Köpfen der Verantwortlichen findet bisher nicht statt - es ist ein munteres Weiter-so. Die Rettungspakete sind aber - zumindest nach öffentlichen Bekundungen der Politiker an bestimmte Bedingungen geknüpft, die dieses Weiter-so eigentlich nicht zulassen. Eine erste Pflaume von der Raiffeisengruppe hatte sich ja auch entsprechend nach Verkündigung des 500 Mrd. €-Pakets geäußert: der Staat solle nicht versuche, auf das Bankmanagement einzuwirken. Ich würde sagen: dann gibt’s auch keine Knete. Die Sache ist die: Welche Hinterzimmermauscheleien werden da wieder verzapft, daß es doch Knete gibt, die Kontrolle aber effektiv nicht verschärft wird?
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