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Buchenwald und die Finanzmärkte
17.10.2008 von Wolf.
Beim Rauchen der ersten Zigarette heute morgen kam mir ein Gespräch mit einem Kollegen in den Sinn, das wir vor Wochen in einer Raucherpause hatten. Er berichtete von einem jüngst getätigten Besuch des KZ Buchenwald und der Fragerunde zum Abschluß.
Eine polnische Besucherin hatte wohl gefragt, ob sich sowas in Deutschland wiederholen könne. Der Kollege berichtete weiter, daß sich aus dieser Frage unter den Besuchern eine Diskussion ergab, die er aber nicht weiterverfolgte.
Nach einigem Überlegen habe ich ihm meine Antwort auf die Frage der Besucherin gegeben: nicht solange EU und NATO Deutschland fest einbinden und Deutschland sich im Rahmen dieser Institutionen wohl fühlt. Natürlich kommt es auch auf die offiziellen Vertreter der jetzigen Republik an. So lange sich dort Menschen aufhalten an der Spitze dieses Staates, die sich als Demokraten begreifen und zwar LINKS vom braunen Milieu, sollte es klappen. (Offiziell ordnet sich ja das braune Gesocks der NPD und anderer rechtsgerichteter Parteien als NationalDEMOKRATISCH ein. Die Verfassungsschutzorgane sammeln ja seit Jahren Indizien und Beweise gegen diese Behauptung.)
Doch - mir wurde heute eines klar: wenn die Finanzmärkte mit ihrer Nervosität und ihrem Mißtrauen die Realwirtschaft jetzt angreifen bzw. miterschüttern, sind die Rahmenbedingungen andere. Nicht die Terroranschläge des 11.09.2001 haben eine permanente und tiefgreifende Erschüttereung des Globus hervorgebracht (denn perfider Weise ging es eine Zeit lang der amerikanischen Wirtschaft dank des Krieges so gut wie lange nicht mehr) , die nun panischen Finanzmärkte schaffen es wesentlich effizienter, den Globus zu erschüttern. Bin Laden war dumm: Flugzeuge in Hochhäuser? Sicher noch nicht da gewesen zuvor, aber ineffizient, er hätte an der Wall Street zocken sollen, dann hätte er die arroganten westlichen Staaten eher in die Knie gezwungen.
Was hat das mit Buchenwald, Sachsenhausen und Auschwitz zu tun? Ich sage es Euch: sollte unter diesem Trubel an den Finanzmärkten ein größeres Desaster hervorbrechen, sind extreme Kräfte vermutlich wieder im Aufwind - es sei denn die haben auch gezockt!
Es werden ja immer wieder auch Erinnerungen bzw. Berichte erweckt / wiederentdeckt, die sich um die Weltwirtschaftskrise 1929 drehen, jene Krise, die dem NS-Regime vorausging und ein Stück weit den Boden bereitete. Sicherlich kamen damals noch andere Faktoren hinzu. Das politische System in Deutschland war seinerzeit nicht so wehrhaft konstruiert wie heute. Aber die Politik ist nun gefordert, nicht nur Stabilität in das erbebende Finanz- und Wirtschaftssystem zu bringen, sondern die Bevölkerung mitzunehmen auf ihrem Weg zur Sicherheit. Wenn die Politik den Rückhalt in der Bevölkerung verliert …
Nicht ohne Grund sagen einige dieser Tage, daß dieses Desaster auch eine Bewährungsprobe für die Demokratie ist.
Geschrieben in Politik un' so'n Kram, Kulturelles und so, Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Drucken | Keine Kommentare »