Der Wahnsinn ist vorbei …

… für dieses Jahr. Weihnachten ist so gut wie vorüber. Das Fernsehprogramm war wie üblich langweilig. Der Streß in den letzten Tagen vorm Fest gewohnt hoch - zumindest für Einzelhändler und deren Kunden *lol*.

Ich frage mich jedes Jahr auf’s Neue, wieso die Leute sich einen derartigen Streß machen? Jedes Jahr dasselbe.  Vernünftige Leute haben spätestens um Nikolaus herum alles beisammen. D.h. es gibt zum Glück für den Einzelhandel immer wieder ausreichend unvernünftige Leute. Dieser Schlag von Menschen ist aber Segen und Fluch zugleich, denn unter Ihnen ist auch viel unhöfliches Pack - zum Glück sind die Unhöflichen nicht unbedingt in der Überzahl, sonst hätten die Arbeitgeber mit jedem Jahr mehr, Probleme ausreichend motiviertes Personal zu finden.

Wer heutzutage im Einzelhandel arbeitet, muß ja selbst einen gehörig an der Waffel haben: sich diesen Streß jedes Jahr auf’s Neue anzutun. Ich nehme mich da nicht aus. Ich habe eine gewaltige Klatsche, das sollte jedem bewußt sein, der sich mit mir abgibt. Einzelhandel - die pure Hölle!

Und doch - wenn es keinen Spaß machte und der Streß mich nicht zur Hochform auflaufen ließe … wäre es erst ein Grund, diesen Job an den Nagel zu hängen.

Es macht ja auch gerade deshalb Spaß, weil man sonst diesen Wahnsinn gar nicht mehr mitbekäme. Der Spaß liegt im Wahnsinn, in der Idiotie des Konsumrausches, dem ja fast alle verfallen sind. Wo uns sonst nichts mehr bleibt, bleibt der Konsumrausch zur Weihnacht - das Fest - sowieso längst pervertiert und seinem Sinn und Zweck entfremdet, gibt uns nochmal kräftig Schub, uns auszutoben, mit Geld zu prahlen, das vielleicht auch nur geborgt ist. Teilhaben an den Futterkrippen des Wahnsinns.

Bunte Konsumwelt: das ist das Richtige.

Und selbst wenn ich in diesem Wahnsinn mein Geld verdiene. Mein Traum bleibt doch, diesem ganzen irgendwann entrinnen zu können, Ferien machen zu können, Ferien ohne Widerkehr zum Alltag. Ich nenne dieses das Bilbo-Phänomen: man kommt sich dünn und ausgemergelt vor - so wie Bilbo Beutlin am Anfang vom “Herrn der Ringe”.

Es bleibt immer die Sinnfrage am Schluß … : wofür mache ich diesen ganzen Sch…?

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