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Deutsch-Deutsche Befindlichkeiten
Dieser Eintrag stammt von Wolf Am 30.6.2009 @ 19:54 In Berlin, Politik un' so'n Kram, Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Keine Kommentare
Bezugnehmend auf den SPIEGEL-Artikel “Heimweh nach der Diktatur” von Julia Bornstein in der Ausgabe 27/2009 finde ich es ja einerseits erfreulich, wenn Menschen, die früher vom Goldenen Westen geträumt haben und Bilder/Filme, die ihnen von “drüben” gezeigt wurden, auf denen man Arbeitslose vorm Amt oder Leute im Müll wühlend sah, für reine Propaganda ihres Regimes hielten, mittlerweile soweit ernüchtert sind und merken, daß es im “kapitalistischen” Westen auch nicht viel besser ist.
Gleichzeitig ist es erbärmlich, daß Menschen hüben wie drüben existieren, die sofort einen Sack Sand oder Steine zur Verfügung stellen würden, baute man die Mauer wieder auf. Jene, die der DDR noch 20 Jahre nach ihrem Zusammenbruch nachtrauern, sollten endlich mal sich aufraffen und genug Arsch in der Hose zeigen, sich politisch engagieren oder weiß der Kuckuck was tun, um die Verhältnisse zu ändern, wenn ’s ihnen nicht passt. Wer will, kann ja auch nach Kuba oder Nordkorea auswandern. Ewig gestrige Jammerlappen braucht dieses Land wahrlich nicht.
Und jene Jugend, die keine Ahnung von Tuten und Blasen hat und sich die DDR von ihren Eltern schön reden lässt, sollte besser die Klappe halten: sie ist nicht besser, als jene, die sich das Dritte Reich schön reden lassen.
Wenn man sein Auskommen in der DDR hatte, sich kommod eingerichtet hatte in den Unzulänglichkeiten des Systems - bitte schön. Aber wieso bringt man sich nicht ein, um hiesige eventuelle Mißstände aus dem Weg zu räumen? Jammern bringt nix.
Aber woher kommen diese murrenden Stimmen? Sie kommen daher, weil der Westen, die BRD die DDR einfach eingemeindet hat. Man hat sich von westlicher Seite die Ausdehnung des Einflußgebietes zu einfach gemacht. Jetzt hat man den Salat: mehr oder minder 17 Mio. Deutsche, die sich als Bürger zweiter Klasse fühlen, weil sie in irgendeiner Form Wendeverlierer sind. Früher konnte man auf Grund staatlicher Beschränkungen nicht in alle Welt reisen, heute auf Grund monetärer.
Perfide wird es bei jenen, die der untergehenden DDR per Ausreise über Ungarn oder Prag den Rücken gekehrt haben und nun jammern, sie wollten die DDR zurück. Zu spät, würde ich sagen.
Jammerlappen braucht dieses Land nicht.
Wer meint, die DDR sei ein Paradies gewesen, muß sehr naiv und simpel gestrickt sein.
Bei all dieser Polemik gegen DDR-Jammerlappen: dieser Artikel stellt keine Heiligsprechung der BRD dar.
Die Bundesrepublik ist auch ein Saustall, der gehörig ausgemistet werden muß. Nur wird es an der Zeit, daß die Jammerlappen auch mal registrieren, daß es sehr wohl Unterschiede zwischen den beiden deutschen Staaten gab und gibt.
Wenn die DDR so toll war? Wieso habt Ihr dann die Mauer niedergerissen?
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