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Land unter
Dieser Eintrag stammt von Wolf Am 1.7.2009 @ 08:36 In Politik un' so'n Kram, Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Keine Kommentare
Die Malediven werden in den kommenden zwei Jahrzehnten vermutlich vom Indischen Ozean verschluckt, mindestens aber unbewohnbar gemacht werden. Die meisten der Eilande jener Inselgruppe ragt kaum mehr denn ein Meter aus dem Wasser; die meisten Prognosen aber gehen davon aus, daß der Meeresspiegel in jener Region um anderthalb Meter ansteigen wird. Die Regierung der Malediven hat sich vorgenommen, im Staatshaushalt Rückstellungen zu bilden, um auf größeren (höheren) Inseln oder dem Festland Land zu kaufen, um eine Exilheimat für die heimische Bevölkerung zu bilden. Einige Malediver wandern jetzt schon nach Sri Lanka oder Indien aus. Laut Medienberichten (ich beziehe mich auf einen Bericht im Weltspiegel, wenn ich mich recht entsinne) will die Regierung der Malediven diese Rückstellungen aus dem Tourismusgeschäft der kommenden Jahre bilden. Das heißt, jeder, der es sich leisten kann, kann einen Beitrag zum überleben der Menschen leisten - und zwar zu einem Überleben der würdigen Art: diese Menschen sind bereit, Land zu kaufen und nicht zu erbetteln.
Wie den Malediven, so wird es vielen Inselstaaten vor allem im Indischen Ozean und im Pazifik ergehen. Ich entsinne mich gegenwärtig leider nicht, wie die Zukunftskonzepte anderer Staaten bzgl. ihrer Zukunft angesichts des drohenden Untergangs aussieht. Letztlich scheint das auf den Malediven gefundene Konzept das einzig realistische zu sein. Zwar kann man auch versuchen, die Eilande künstlich zu erweitern, zu erhöhen oder durch Schutzwälle vor den Gefahren des Untergangs zu bewahren, doch sind diese Lösungen vermutlich nicht so leicht realisierbar, wie die gefundene der maledivischen Regierung - wobei man hier dazu sagen muß, daß es auch für die Malediven nicht einfach sein wird, Land zu finden.
Je nach Verruchtheit jener Staaten, bei denen angefragt wird, sind die Malediver erpressbar. Sie sind dem Wohlwollen der Festlandstaaten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Und so geht es allen Inselstaaten.
Ich bin der Meinung, daß allen voran die sogenannten westlichen Staaten sich selbst verpflichten sollten, jene Klimaflüchtlinge ohne wenn und aber aufzunehmen.
Begründung: durch unser schlechtes Vorbild und jahrzehntelange rücksichtslose Ausbeutung der Natur, haben wir mitunter diese drohenden Katastrophen mindestens mitverursacht. Die Indikatoren, daß der Mensch mitverantwortlich für die Änderungen im Weltklima ist, sind kaum mehr von der Hand zu weisen. Verantwortung heißt auch, daß wir dann, diejenigen schützend aufnehmen, die auf Grund unseres Handelns heimatlos werden.
Wenn ein Staat in einem anderen Staat ein verbrecherisches Regime stützt, sollte gleiches gelten: die Flüchtlinge von dort müssen aufgenommen werden.
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