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Peinlich, peinlich …

… man sollte sich doch vor jeder Beschwerde den Text genau durchlesen: Der Bericht enthält es ja sogar. Die von mir kopierte und hier eingefügte Pressemitteilung von Maneo ist zwar nach wie vor aktuell, aber der Vorfall den sie beschreibt, geschah ja bereits am 18.10. nicht erst gestern oder vorgestern, wie ich unaufmerksamer Leser nicht gesehen habe. Ich war kurz vor’m Sturm im Wasserglas, weil ich in den aktuellen Regionalnachrichten nichts darüber fand. Hätte ich mal genau gelesen.

Ich muß wirklich aufmerksamer lesen. So kann man sich natürlich leicht zum Affen machen und schnell in böse Verdächtigungen tappen.

Jaja.

Homophober Überfall in U-Bahn / Berlin

Pressemitteilung Maneo:
Der 33-jährige schwule Mann befand sich in der Nacht zu Samstag, den 18. Oktober, gegen 00:30 Uhr, mit zwei Freunden auf dem Heimweg. Mit der U-Bahnlinie 7 fuhren sie vom Bahnhof Südstern in Richtung Mehringdamm.

An der Station Gneisenaustraße verabschiedete der 33-Jährige den ersten seiner beiden Begleiter mit einem Kuss an der U-Bahntür; am Bahnhof Mehringdamm verabschiedete er den zweiten Freund auf dem Bahnsteig, wo er anschließend in die U-Bahnlinie 6 umsteigen und zum Halleschen Tor weiterfahren wollte.

Bereits auf dem Bahnsteig wurde er von zwei jungen Männern geschubst. Weil auch diese in die U6 einstiegen, wählte der Betroffene einen anderen Waggon. Kurz darauf kamen die beiden jungen Männer, die er auf Anfang 20 und mit einem Migrationshintergrund einschätzte, in sein Abteil, da sie dort eine dritte Person wiedererkannten.

Dort begann einer der Täter den Betroffenen zu provozieren. Er fragte: „Bist du schwul?“, was der 33-Jährige selbstbewusst mit „Ja“ beantwortete. Daraufhin provozierte der Täter weiter: „Hast du gerade meinen Freund angemacht?“ und „Hast Du ein Problem?“, was sich mehrfach wiederholte.

Als der Zug an der Station Hallesches Tor zum Stehen kam, begann der Kleinere der Täter wie wild auf den 33-Jährigen einzuschlagen; die Schläge trafen diesen ungezielt gegen Kopf und Körper. Die Täter stiegen dann aus. Der Betroffene ging an die Tür und rief laut nach der Polizei. Daraufhin kam der größere der beiden zurück und schlug dem 33-Jährigen drei Mal mit der Faust gezielt ins Gesicht. Die Schläge waren so präzise ausgeführt, dass davon auszugehen ist, dass der Täter trainiert war.

Fahrgäste kamen dem Geschädigten, der heftig aus dem Mund blutete, sofort zu Hilfe und verständigten Polizei und Rettungswagen; mehrere Fahrgäste stellten sich als Zeugen zur Verfügung.

Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte einen doppelten und gesplitterten Kieferbruch; der Geschädigte musste operiert werden. Mehrere Metallplättchen wurden in den Kiefer geschraubt, um diesen zu stabilisieren; das Gebiss ist verdrahtet, so dass der 33-Jährige derzeit nur flüssige Nahrung zu sich nehmen kann.”

Quelle: Maneo ; es soll dazu am Tatort Hallesches Tor heute (04.11.08) ab 18:00 Uhr eine Spontandemo geben.

Pikant: Der RBB meldete weder online noch im Videotext etwas dazu. Wird ausgeblendet.

sicherlich als Scherz auch gemeint …

… fand ich die heute gefundenen Ortsangaben in der GayRomeo-User-Suche doch herb dämlich: Weaver Hayfield (Weberwiese, U-Bhf zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor der Linie 5, Berlin)  und Fredericks Grove (Friedrichshain) - muß man wirklich Ortsangaben und Eigennamen versuchen zu übersetzen? NEIN! I.d.R. findet so etwas ja auch nicht wirklich statt. Sowas machen nur Scherzbolde und jene, die es nicht besser wissen.

70 Jahre danach …

Der aktuelle SPIEGEL (43/08) widmet sich im Kontext eines tragischen Jahrestages der Vergangenheit in Form von SS-Führer Himmler. Der Stern versucht sich in Jubelstimmung 60 Jahre BRD ab dieser Woche. Daniel Hope begeht die Erinnerung in einer voraussichtlich denkwürdigsten Art und Weise: im mittlerweile stillgelegten von den Nazis seinerzeit ausgebauten Flughafen Tempelhof wird es eine Benefiz-Gala geben anläßlich des 70. Jahrestages der Nacht der brennenden Synagogen - besser bekannt als Reichspogrom- oder Reichskristallnacht. Es ist schon interessant, wie unterschiedliche Medien ein schicksalsbeleadenes Datum wiederspiegeln. Bekanntlich ist der 9. November ein Tag, an dem immer wieder in der deutschen Geschichte denkwürdige Ereignisse stattfanden: die bekanntesten sind die Pogromnacht und der Berliner Mauerfall.

Der 9. November in der Deutschen Geschichte:

  • 1848: Anfang vom Ende der  Märzrevolutionen mit der Erschießung Robert Blums, einem (eher) sozialistischen (?) Abgeordneten der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche
  • 1918: Novemberrevolution: Ausrufung der Republik, Abdankung Wilhelms II. (erzwungener Maßen)
  • 1923: Münchner Hitlerputsch (gescheitert, Hitler wandert in den Bau und verfasst dort “Mein Kampf”, das vermutlich meist überschätzte Buch deutscher Herkunft [in Negativwirkung wie in Heroisierung])
  • 1938: die Novemberpogrome mit Kulminationspunkt Nacht vom 9./10. November
  • laut Wikipedia (wie Ihr selbst nachlesen könnt) 1967 auch der Beginn der 68er-Bewegung
  • 1989: der Mauerfall

Verschwörer und Verschwörungstheoretiker aufgemerkt: 9/11 und 11/9 (bzw. 11.9. und 9.11.). Fällt Euch etwas dazu ein? Konstruiert doch bitte mal was. Ich möchte mal wieder lachen ;-).

Die Peinlichkeit des Schwulseins …

Es gibt Momente, wo ich mich schäme schwul zu sein … HA, großer Aufschrei? Nö. Aber ich frage mich manchmal, ob den Leuten klar ist, was sie tun. Als ich in der Oktober-Ausgabe der SIEGESSÄULE eine Nachlese des Folsom-Straßenfestes in Schöneberg las, dachte ich: “Das kann’s doch nicht sein!” Fetischisten, die sich gegenseitig auf offner Straße anpissen? Hallo? Und wie liest sich das dann in der homophoben Boulevardpresse von Springer? Passender Weise war auf der gleichen Doppelseite rechts ein kleiner Kurzbericht über die dämliche Schnackselfürstin bei Maischberger. Solche Leute empfinden derartige Entgleisungen doch als gefundenes Fressen für ihre Kampagnen.

Ich habe zwar mit derartigen Fetischen und Sexpraktiken (das manche sowas Sex nennen …)  nichts am Hut, dennoch trifft die Schelte wieder alle Schwulen. Ähnlich wie Florida-Rolf allen Arbeitslosen einen Bärendienst erwiesen hat, so stellen auch Fetischentgleisungen und -abarten eine Negativaußenwirkung dar.

Es ist ja schon so, daß dieser bizarrere Sex und Fetisch-Kram innerhalb schwuler Kreise nicht überall auf Gegenliebe stößt, sondern sogar dort auch Anfeindungen erlebt (deshalb gibt es ja Extra-Fetisch-Partys etc., wo Kevin Normalschwuppe besser nicht auftaucht). Wie kann man sich dann - auch im Rahmen eines Fetisch-Festes - auf offener Straße anpissen?

Ich bin nur froh, daß das ganze nicht in meinem Kiez stattfindet. Letztlich ist und bleibt es etwas, das zwischen den Anwohnern und Veranstaltern geregelt werden muß. Aber ich glaube, der eine oder andere sollte sich mal etwas zurücknehmen.

Ein Uniformfetischpaar hatte vor Jahren für Aufruhr beim Auftakt zum CSD gesorgt, als es in SS- bzw. KZ-Häftlingsklamotten auftrat - auf der Bühne! Das sind dann geschmackliche Entgleisungen, die meines Erachtens unentschuldbar sind. Und das meine ich wirklich so - da gibt es nichts zu relativieren oder wegzudiskutieren, das ist einfach nur noch bodenlos dumm und geschmacklos und unentschuldbar.

Ich bin ja gespannt, was nun TIMM bringt. Seit dem 1.November ist ja der erste deutsche schwule Spartenkanal auf Sendung. Der Werbeflye, der der Oktoberausgabe der SIEGESSÄULE beilag, war ja doch vielversprechend.

Wo der Sender auch irgendwie typisch schwul rüberkommt: Am Sonntag ging der Sendebetrieb um 13.15 Uhr los; meine erste Assoziation: früher kommen die wohl nicht aus den Federn ;-). Am heutigen Montag soll es sogar erst um 16.00 Uhr weitergehen; lange Nacht gewesen?