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Archiv der Kategorie Das Leben, das Universum und der ganze Rest
Land unter
1.7.2009 von Wolf.
Die Malediven werden in den kommenden zwei Jahrzehnten vermutlich vom Indischen Ozean verschluckt, mindestens aber unbewohnbar gemacht werden. Die meisten der Eilande jener Inselgruppe ragt kaum mehr denn ein Meter aus dem Wasser; die meisten Prognosen aber gehen davon aus, daß der Meeresspiegel in jener Region um anderthalb Meter ansteigen wird. Die Regierung der Malediven hat sich vorgenommen, im Staatshaushalt Rückstellungen zu bilden, um auf größeren (höheren) Inseln oder dem Festland Land zu kaufen, um eine Exilheimat für die heimische Bevölkerung zu bilden. Einige Malediver wandern jetzt schon nach Sri Lanka oder Indien aus. Laut Medienberichten (ich beziehe mich auf einen Bericht im Weltspiegel, wenn ich mich recht entsinne) will die Regierung der Malediven diese Rückstellungen aus dem Tourismusgeschäft der kommenden Jahre bilden. Das heißt, jeder, der es sich leisten kann, kann einen Beitrag zum überleben der Menschen leisten - und zwar zu einem Überleben der würdigen Art: diese Menschen sind bereit, Land zu kaufen und nicht zu erbetteln.
Wie den Malediven, so wird es vielen Inselstaaten vor allem im Indischen Ozean und im Pazifik ergehen. Ich entsinne mich gegenwärtig leider nicht, wie die Zukunftskonzepte anderer Staaten bzgl. ihrer Zukunft angesichts des drohenden Untergangs aussieht. Letztlich scheint das auf den Malediven gefundene Konzept das einzig realistische zu sein. Zwar kann man auch versuchen, die Eilande künstlich zu erweitern, zu erhöhen oder durch Schutzwälle vor den Gefahren des Untergangs zu bewahren, doch sind diese Lösungen vermutlich nicht so leicht realisierbar, wie die gefundene der maledivischen Regierung - wobei man hier dazu sagen muß, daß es auch für die Malediven nicht einfach sein wird, Land zu finden.
Je nach Verruchtheit jener Staaten, bei denen angefragt wird, sind die Malediver erpressbar. Sie sind dem Wohlwollen der Festlandstaaten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Und so geht es allen Inselstaaten.
Ich bin der Meinung, daß allen voran die sogenannten westlichen Staaten sich selbst verpflichten sollten, jene Klimaflüchtlinge ohne wenn und aber aufzunehmen.
Begründung: durch unser schlechtes Vorbild und jahrzehntelange rücksichtslose Ausbeutung der Natu, haben wir mitunter diese drohenden Katastrophen mindestens mitverursacht. Die Indikatoren, daß der Mensch mitverantwortlich für die Änderungen im Weltklima ist, sind kaum mehr von der Hand zu weisen. Verantwortung heißt auch, daß wir dann, diejenigen schützend aufnehmen, die auf Grund unseres Handelns heimatlos werden.
Wenn ein Staat in einem anderen Staat ein verbrecherisches Regime stützt, sollte gleiches gelten: die Flüchtlinge von dort müssen aufgenommen werden.
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Deutsch-Deutsche Befindlichkeiten
30.6.2009 von Wolf.
Bezugnehmend auf den SPIEGEL-Artikel “Heimweh nach der Diktatur” von Julia Bornstein in der Ausgabe 27/2009 finde ich es ja einerseits erfreulich, wenn Menschen, die früher vom Goldenen Westen geträumt haben und Bilder/Filme, die ihnen von “drüben” gezeigt wurden, auf denen man Arbeitslose vorm Amt oder Leute im Müll wühlend sah, für reine Propaganda ihres Regimes hielten, mittlerweile soweit ernüchtert sind und merken, daß es im “kapitalistischen” Westen auch nicht viel besser ist.
Gleichzeitig ist es erbärmlich, daß Menschen hüben wie drüben existieren, die sofort einen Sack Sand oder Steine zur Verfügung stellen würden, baute man die Mauer wieder auf. Jene, die der DDR noch 20 Jahre nach ihrem Zusammenbruch nachtrauern, sollten endlich mal sich aufraffen und genug Arsch in der Hose zeigen, sich politisch engagieren oder weiß der Kuckuck was tun, um die Verhältnisse zu ändern, wenn ’s ihnen nicht passt. Wer will, kann ja auch nach Kuba oder Nordkorea auswandern. Ewig gestrige Jammerlappen braucht dieses Land wahrlich nicht.
Und jene Jugend, die keine Ahnung von Tuten und Blasen hat und sich die DDR von ihren Eltern schön reden lässt, sollte besser die Klappe halten: sie ist nicht besser, als jene, die sich das Dritte Reich schön reden lassen.
Wenn man sein Auskommen in der DDR hatte, sich kommod eingerichtet hatte in den Unzulänglichkeiten des Systems - bitte schön. Aber wieso bringt man sich nicht ein, um hiesige eventuelle Mißstände aus dem Weg zu räumen? Jammern bringt nix.
Aber woher kommen diese murrenden Stimmen? Sie kommen daher, weil der Westen, die BRD die DDR einfach eingemeindet hat. Man hat sich von westlicher Seite die Ausdehnung des Einflußgebietes zu einfach gemacht. Jetzt hat man den Salat: mehr oder minder 17 Mio. Deutsche, die sich als Bürger zweiter Klasse fühlen, weil sie in irgendeiner Form Wendeverlierer sind. Früher konnte man auf Grund staatlicher Beschränkungen nicht in alle Welt reisen, heute auf Grund monetärer.
Perfide wird es bei jenen, die der untergehenden DDR per Ausreise über Ungarn oder Prag den Rücken gekehrt haben und nun jammern, sie wollten die DDR zurück. Zu spät, würde ich sagen.
Jammerlappen braucht dieses Land nicht.
Wer meint, die DDR sei ein Paradies gewesen, muß sehr naiv und simpel gestrickt sein.
Bei all dieser Polemik gegen DDR-Jammerlappen: dieser Artikel stellt keine Heiligsprechung der BRD dar.
Die Bundesrepublik ist auch ein Saustall, der gehörig ausgemistet werden muß. Nur wird es an der Zeit, daß die Jammerlappen auch mal registrieren, daß es sehr wohl Unterschiede zwischen den beiden deutschen Staaten gab und gibt.
Wenn die DDR so toll war? Wieso habt Ihr dann die Mauer niedergerissen?
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Begriffe des Menschen
28.6.2009 von Wolf.
Der Mensch besitzt in seiner Sprache Worte, Wörter und Begriffe für Dinge und Ziele, die er nie erreichen oder nie in ihrer Gesamtheit erfassen kann. (Dieser Satz könnte hier auch im Plural stehen.)
Der Mensch ist nicht im Stande, das Universum komplett zu erfassen (weder mit Meßinstrumenten noch mit dem Verstand).
Der Mensch ist nicht im Stande, das Leben komplett zu erfassen (in seinen Auswüchsen und seiner vielgestalten Form, noch das eigene in den verschiedenen Windungen und Wendungen des jeweiligen Schicksals).
Der Mensch ist nicht im Stande, die Wahrheit komplett zu erfassen (verschiedene Blickwinkel, Ideologien und Indoktrinationen verhindern dieses).
Der Mensch ist nicht im Stande, die Natur komplett zu erfassen (allein die Hindernisse, alle Regionen der Erde erforschen zu wollen, können nicht immer beiseite geräumt werden, und manchmal bekommt der Mensch gar nicht mit, was da wo lebt, existiert und unwiderbringlich ausstirbt).
Der Mensch ist nicht im Stande, die Ewigkeit zu erfassen (unsere Lebensspanne ist dafür zu kurz).
Der Mensch ist nicht im Stande, Gott zu erfassen (wenn es ihn gibt, so ist er vermutlich das größte Mysterium und jegliche Interpretation seines Willens muß per definitionem Anmaßung sein).
Der Mensch ist nicht im Stande, Perfektion zu erreichen (sehr philosophisch, aber was ist Perfektion, sie ist die Vollkommenheit und die ist wohl für unsereins nicht gedacht).
Der Mensch ist nicht im Stande, Sachlichkeit herzustellen (die Objektivität, die in vielen Debatten gefordert wird, kann, wie alles unerreichbare nur näherungsweise erreicht werden, Mathematiker verstehen).
42.
Im übrigen bin ich der Meinung, daß der Mensch sich dennoch darum bemühen sollte, das eine oder andere zu erreichen: mehr Umwelt- und Klimaschutz, mehr Chancengleichheit und Gerechtigkeit für alle Erdenbürger, mehr Liebe, mehr Freundschaft, mehr Freiheit. Der Mensch kann einiges erreichen, wenn er aufhört, sich selbst im Weg zu stehen.
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Hilfe für andere
28.6.2009 von Wolf.
… nachdem ich gestern abend sehr ins Philosophieren geraten bin, will ich hier mal einen dezenten Hinweis darauf geben, daß es unheimlich viele gemeinnützige Organisationen gibt, die sinnvolle Hilfe für andere Leisten und auf unserer aller (finanzielle) Unterstützung angewiesen sind. Dank Pia werde ich demnächst die SOS Kinderdörfer unterstützen. Der jährliche Beitrag ist verkraftbar und gut eingesetzt - finde ich.
Man kann auch hier in Deutschland bspw. die Demokratisierung des Irans vorantreiben und das Leben oppositioneller Iraner retten, wenn man bspw den Verein zur Hoffung für Zukunft unterstützt. Ihr müßt nur wissen, daß der Verein dafür richtig viel Knete braucht. Ich habe verteilt auf vier Raten mehr als dreihundert Euro gespendet. Leider ist das etwas, was ich nicht so schnell wieder schaffen kann.
Ich war mal Mitglied beim NABU, beim BUND, beim ASB (hier profitiert das Mitglied im Unfall ggf. noch am direktesten persönlich, wobei natürlich niemand hofft, daß es soweit kommt). Ich mußte leider immer wieder auf Grund finanzieller Engpässe meine Mitgliedschaft kündigen. Aber spenden, kann man auch ohne Mitgliedschaft. Alle gemeinnützigen Organisationen haben i.d.R. heutzutage eine eigene Webseite und dort Ihre Spendenkontendaten hinterlegt. Wer Zeit und Geld hat, kann sich dort sogar selbst einbringen, viele sind dankbar für jede helfende Hand.
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Was ist Wahrheit?
27.6.2009 von Wolf.
Mit Blick auf meinen Beitrag zur Vernunft und alle vorangegangen Beiträge, sowie mit meinen Erfahrungen im Umgang mit Menschen aus den letzten zwei Wochen, stellte sich mir die Frage nach der Wahrheit, bzw. nach dem, was sich mir als Wahrheit darstellt.
Gibt es mehr als eine Wahrheit? Oder gibt es nur verschiedene Blickwinkel auf ein und dieselbe Wahrheit? Wo da der Unterschied ist? Ganz einfach:
Verschiedene Menschen nehmen dieselbe Sache bzw. denselben Sachverhalt unterschiedlich wahr. Der Begriff Wahrheit und Wahrnehmung hängen im Wortstamm augenscheinlich eng zusammen. Ob das etymologisch (Etymologie: Lehre von der Herkunft der Wörter und Worte) korrekt ist, weiß ich im Augenblick nicht zu sagen. Die Antwort könnte 42 sein.
Auch wenn die ebengemachte Äußerung (Antwort=42) scherzhaft gemeint ist, ist es dieser öffentliche Gedanke von der Wahrheit nicht.
Wenn also die Wahrnehmung der Menschen differiert, sind die Menschen dann jeder für sich im Besitz einer eigenen Wahrheit oder nehmen sie ein und dieselbe Wahrheit nur unterschiedlich wahr?
Sind das Wortklaubereien oder wirklich unterschiedliche Dinge?
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