Archiv der Kategorie Alltagsgeschichten

Ich habe heute mal gegooglet …

… ich dachte mir, ich könnte ein bis zwei Stunden meines Urlaubs mitunter mal darauf verwenden, wie sich ehemalige Mitschüler im Internet präsentieren … auch so im Vergleich zu mir. Und was musste ich feststellen?

Wenn ich genau gezählt habe, konnte ich gerade mal zwei e-Mail-Adressen ausmachen, von denen nicht mal klar war, ob die aktuell sind. Darüber hinaus fand ich eine Ex-Mitschülerin, die scheinbar an der TU Braunschweig Doctrix für Chemie ist. Nur bin ich nicht sicher. Es gab keinen Lebenslauf und / oder andere Dinge, die eine Identifizierung eindeutig zuließen. Eine Person konnte ich hingegen eindeutig identifizieren als wissenschaftl. Mitarbeiterin an der Uni Hannover im Bereich Bau- und Konstruktionswesen … oder wie das heißen mag. Sie hatte eine eigene Profil-Seite als Mitarbeiterin mit Photo. Von einer anderen erfuhr ich indirekt, daß sie zumindest 2004 als Referendarin an einer Hildesheimer Schule anfing, aber das war nur aus einem Beitrag einer Schüler- oder Elternzeitung, die online verfügbar war, keine eigene Webpage. Was ich darüber hinaus gefunden habe, sind Profilseiten bei StayFriends … immerhin sechs bis acht, wobei ich nicht ganz verstehe, wer unseren ehemaligen Gemeinschaftskunde-Lehrer mit bei den Abiturienten eingetragen hat … ein Scherz?

Ich frage mich jetzt: liegt das an meiner Sucheingabe oder an Google? Oder ist es vielleicht eher so, daß die Tendenz abnimmt, private Webseiten zu erstellen? Ich dachte, es sei zunehmend üblich zumindest an Schulen und Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen eine kleine Profilseite der Mitarbeiter zu erstellen mit Lehr- bzw. Forschungsschwerpunkten und mind. einem CV. Wie es scheint, ist dem nicht so.

Wie auch immer. Im Übrigen stellt dieser Beitrag keine Aufforderung dar, mich nun mit Mails oder dergleichen zu bombadieren. Es hat mich nur überrascht, daß ich von keinem anderen eine Webseite oder einen Blog fand, geschweige denn beides. Und wie gesagt: nur von einer einzigen fand ich eine derartige Mitarbeiter-Seite.

Es mag natürlich auch daran liegen, daß es kein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis bei den anderen gibt. Zeit jedenfalls ist kein Argument aus meiner Sicht: was man für wichtig erachtet, dem widmet man seine Zeit. Sollte einer meiner Ex-Mitschüler Psychologie studiert haben, so sei ihm/ihr gesagt: spar Dir Deine Analyse des hier Geschriebenen.

Andererseits: auch wenn ich in meinem sonstigen Bekanntenkreis herumschaue, haben nur wenige eine eigene Webseite, auch von den (ehemaligen) Studenten. Meist findet man “nur” Profilseiten bei Kontaktbörsen, wenn überhaupt … und dort sind nicht selten die entsprechenden Loginnamen so kryptisch, daß man erst durch ansehen der Bilder darauf kommt, wer dahintersteckt - wenn denn Bilder hinterlegt sind.

Das hängt natürlich auch mit der Entwicklung des Internet an sich zusammen. Selbst wenn man heutzutage fast gängigerweise einen Anschluß und zumindest eine Emailadresse hat, so heißt das noch lange nicht, daß man sich auch eine Webseite erstellt.

Einige private Webseiten verschwinden natürlich auch wieder nach einiger Zeit. Hier ist dann auch wieder die Sinnfrage nach privaten websites und blogs angebracht.

Eine neue Wohnung …

.. will schön eingerichtet sein … und nicht nur schön, auch praktisch soll es sein. Und wenn es machbar ist, nicht allzu teuer …. schwierig! Vor allem letzteres.

Dann stellt man fest, man brauch dies noch und jenes und das da kann auch nicht schaden. Und schwups sind 800,- € weg. Und dann merkt man, es fehlt noch was. Autsch!

Es ist Samstagabend …

… und ruhig - so wunderbar ruhig. Die neue Wohnung ist der Hit. Es lärmt keine Kneipe. Man hört die Hinterhoftür aus dem Nachbarhof nicht dauernd zuschlagen. Kein Kneipenpersonal, das halb- bis stündlich leere Flaschen laut scheppernd in den Keller trägt, um sie erst am nächsten morgen gegen zehn laut scheppernd in den Altglascontainer zu entsorgen.

Nun beginnt ja auch bald wieder die Saison, in welcher die Kneipen trotz ausdrücklichen Verbotes die Fenster zu den Hinterhöfen öffnen und das laute Gekreische der Gäste die Anwohner in den Wahnsinn treibt … nicht uns! Wir haben keine Kneipe mehr in der Nachbarschaft. Wir haben es ruhig. Schön ruhig. Man kann am Wochenende seinen erholsamen Schlaf finden, nach einer anstrengenden Arbeitswoche.

Schön!

Die Wohnungssuche …

in Berlin ist nicht gerade das, was man gemeinhin leicht nennt.

  • entweder ist die Kiezlage nicht die erwünschte
  • oder die Miete erscheint viel zu hoch
  • oder die Wohnung ist bescheuert geschnitten
  • es fehlt an Komfort
  • die Anbindung ist bescheuert

… und so setzen sich die Dinge fort. Andere Probleme gibt es natürlich auch. Aber die hier aufzuzählen, wäre reiner Müßiggang.

Aus dem Leben eines Buchhändlers …

… wie ich schon schrieb, arbeite ich im Buchhandel.

Heute war ein schöner und ereignisreicher Arbeitstag. Ein Kollge kam vorbei, dessen Stelle ich übernahm, weil er in eine andere Filiale wechselte und wies mich nochmal auf Besonderheiten der Abteilung hin, gab mir wertvolle Tipps und Anregungen, Hinweise bezgl. der Verlage und das Recherchieren interessanter Angebote.

Als er dann fort war und ich in der Abteilung noch ein wenig Ware zu verräumen hatte, kam noch eine “Kundin”, die mich bat, ihr die politische Abteilung und die Geschichte zu zeigen, was ich bereitwillig tat. Ich nahm anfangs an, diese Frau sei eine Kundin mit hohen Ansprüchen … es stellte sich aber im Verlauf des Kontakts heraus, daß sie eigentlich nicht wirklich Bücher suchte, sondern sich eher darüber abfällig äußern wollte, daß sie bestimmte Bücher seit der Wendezeit nicht mehr in Buchhandlungen und/oder Bibliotheken finden konnte, die sich - ihrer Meinung nach korrekt - mit Stalin als Person und Monster beschäftigen. Wörtlich sagte sie: “Hitler war ja gegen Stalin ein Waisenknabe”. Mir fielen fast die Bücher aus der Hand, als diese Worte ihre Lippen verließen.

Vom Thema Stalin kam sie auf das Thema Demokratie, Linkspartei.PDS, Gregor Gysi, Gauck-Behörde, Oskar Lafontaine etc.pp.

Ich stellte fest, daß diese Person, die da heute abend in unserer Buchhandlung scheinbar ein williges offenes Ohr für ihre teils abfälligen Auslassungen auch über Ostdeutsche gefunden hatte, nichts wirklich kaufen wollte und mich von meiner eigentlichen Arbeit abhielt. Als ich mich kurz einer anderen Kundin, die eine echte Kaufabsicht hatte, zuwandte, sagte die ältere Dame noch nichts. Ich bat sie sogar um Entschuldigung für die kurze Unterbrechung. Als ich kurz darauf jedoch von der Klingel ans Abholfach, wo die Kundenbestellungen ausgegeben werden, gerufen wurde, und die Frau erneut um Entschuldigung bat, wurde sie - nunja, nicht ausfallend, doch machte sie eine abfällige Bemerkung und wandte sich zum Gehen. Ich schaute ihr ratlos nach, schaute fragend den am Abholfach wartenden Kunden an und schüttelte den Kopf, um mich dann gänzlich diesem Kunden zu widmen.

Ich dachte mir nichts Böses, nahm meine Beschäftigung wieder auf, die noch zu verräumende Waren unterzubringen, als die Dame nochmals zurückkam, um sich über mich zu beschweren. Ich lieh ihr erneut mein Ohr und wies sie auf die Möglichkeit hin, direkt bei der Filialleitung vorstellig zu werden: die Chefin stand gerade am Kassentresen.

Die “Kundin” ging nicht darauf ein, warf mir an den Kopf ein Undemokrat zu sein und ein verbiesterter Ossi. Und man könne sie als Kundin doch nicht so behandeln. In meinen Augen schlug sich damit selbst ins Gesicht. Weder war sie eine Kundin: sie hatte nichts gekauft, mich unnötig lange belagert und zugeschwafelt, behauptete nach ihrer Rückkehr Dinge über meine Person, von der sie keine Ahnung hatte. Als sie mich nach meinem Namen fragte, wies ich sie auf mein Namensschild auf der Brust hin und gab ihr meine Zustimmung zu ihrer (absurden) Beschwerde. Als sie endlich den Laden verließ wünschte ich ihr noch einen schönen Abend und …

hatte genug für diesen Tag.