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Berlinale

Die Berlinale ist für Kinofans DAS Großereignis in unserer Stadt. Ich habe dazu einen recht lustigen Artikel in der Berliner Zeitung vom Freitag gefunden:

uschi berlinale berliner zeitung 19.02.2010

Die historische Aufnahme

sonnenuntergang petsie 11.01.08

Das Bild oben entstand im Dezember 07 und wurde von Peters Zimmer aus aufgenommen – damals befand sich vis à vis noch eine Brache über welche hinweg man direkt auf den Friedhof an der Landsberger Allee sehen konnte und (hier jetzt nicht im Bild) bis zum Fernsehturm am Alexanderplatz.

Diese Sicht, dieses Panorama wurde uns verbaut - Mit diesem Klotz:

klotz gegenüber mit Aufgang RS60

Dieses Haus wurde 2008 hochgezogen und 2009 vollendet. Mittlerweile sind viele Wohnungen vermietet.

Jahreswechsel …

… sind in Berlin m.E. immer eher anstrengend und unspektakulär, denn die Böllerei (das Hantieren mit Böllern und anderen Feuerwerkskörpern) beginnt meist schon in der vierten Adventswoche vereinzelt und am Silvestertage gegen Mittag non stop bis nach Mitternacht, d.h. das besondere geht verloren. Da lobe ich mir Entscheidungen der Stadtoberen von Goslar, demnach das Hantieren mit Feuerwerkskörpern in der Altstadt unter Strafe gestellt und mit Bußgeldern von bis zu 50.000 € geahndet wird. Freilich hat das einen ernsteren Hintergrund: dort sind wohl zwei Fachwerkhäuser niedergebrannt im vergangenen Jahr (2008/2009). Dennoch finde ich, daß man es in Berlin getrost ebenso halten könnte.

Davon abgesehen, finde ich, sollten die Rundfunkanstalten - oder besser gesagt - die TV-Sender bis auf “Dinner for One” und die Nachrichten an diesem Tage den Betrieb besser einstellen. Das meiste, was gesendet wird, ist Murks oder sterbenslangweilig.

S-Bahn-Krise überstanden? - Mitnichten!

Seit Montag fahren wieder S-Bahnen zwischen Zoo und Ostbahnhof - im 20-Minuten-Takt. Toll!

Ich fahr sowieso meist mit der RE2 oder RB10 (Alex - Spandau), aber diese Züge sind jetzt nicht mehr so gerammelt voll.

Was mich einerseits wunderte, war, daß die Betroffenen mit fast stoischer Ruhe die Einschränkungen hinnahmen. Andererseits werden sich viele gedacht haben, wat soll’s?

Auch hier finde ich wieder, daß die Menschen dieses Landes nicht ganz begriffen haben, um welches Unternehmen es sich handelt. Die Deutsche Bahn AG ist kein Privatunternehmen, sondern ein staatliches, daß von einigen Möchtegernmanagern wie ein privates Unternehmen geführt wird. Tatsächlich ist aber jeder Steuerzahler und damit sicherlich mindestens jeder 2. Fahrgast ein Anteilseigner.

Das Ziel, die Deutsche Bahn AG mit allen Tochterunternehmen an die Börse zu bringen, wird im gegenwärtigen allgemein anerkannten Unternehmensführungsstilklima dazu führen, daß das Eisenbahnbundesamt noch öfter Züge stillegen lassen muß, weil seitens des Managements die Sicherheit der Fahrgäste gern leichtfertig auf’s Spiel gesetzt wird, damit man mehr Geld aus dem Unternehmen pressen kann.

Der Unternehmensführungsstil, Geld aus jedem Unternehmen herauszupressen, selbst wenn das Unternehmen selbst und dessen Ruf Schaden nehmen, ist ein Übel, der jüngeren Zeit- und Gegenwartsgeschichte: man sah es am sogenannten Neuen Markt, man sieht es bei dem Kunstprodukt Arcandor (dessen Ex-Vorstand sich keiner Schuld bewußt ist) und man sieht es bei der Bahn. Bei der Bahn ist es nur umso skandalöser, als daß es sich hierbei im Prinzip um einen VEB handelt (unsere Brüder und Schwestern aus dem Osten kennen das Kürzel sicherlich noch und seine eigentliche Bedeutung). Die Bahn AG ist ein Volkseigener Betrieb, ein staatlicher Konzern, der gegenwärtig vom Management heruntergewirtschaftet wird. Wieso glaubt man, ein Unternehmen damit fit für den Finanzmarkt machen zu können, wenn man die Substanz des Unternehmens ruiniert? Welche Logik steckt dahinter?

Ich finde mittlerweile, daß die in puncto S-Bahn betroffenen Länder eine Enteignung der DB AG prüfen lassen sollten, denn die Interessen der Steuerzahler bzw. jener Steuerzahler, die im täglichen Berufsverkehr S- und Regionalbahnen als Pendler nutzen (müssen), werden vom derzeitigen wie vom abgelösten Bahnmanagement grob vernachlässigt.

Die Bahn, die schon dem Herrn Mehdorn vorschwebte, war vollkommen auf den Fernverkehr ausgerichtet - und nicht mal als Fernverkehrsbahn ist die Bahn wirklich attraktiv - zumindest preislich nicht, und die Anbindungen sind auch immer miserabler. Das einzig attraktive an der Bahn ist: man sitzt (vorausgesetzt der Zug ist nicht überfüllt) bequem, und kann sich zur Not auch die Beine vertreten. Und wenn das Bahnmanagement gut gelaunt war, hat man sogar einen Speisewagen an Bord (das ist leider nämlich auch längst nicht mehr bei jedem IC gegeben).

Also bin ich im übrigen der Meinung, daß die DB AG zerschlagen werden sollte (unter der Voraussetzung, daß die Damen und Herren Volksvertreter und das Möchtegern-Management weiterhin den Gang an die Börse anstreben).

Für welchen Investor soll dieses Unternehmen eigentlich interessant sein? Logistiker könnten durch Anteilserwerb vielleicht Interesse daran haben, einen Teil des Gütertransports auf die Schiene zu verlagern. Aber welcher Investor wäre bereit den Personennahverkehr auf der Schiene aufrecht zu erhalten, wenn er immer noch über 95% dieses Verkehrs zu bestreiten hätte. Die S-Bahn Berlin GmbH hat es ja nun nicht mehr hinbekommen. Für diese Gesellschaft bedeutet das einen Ausfall von mehreren Mio €, da sie pro pünktlichen Zug vom Land bezahlt wird. Vom Imageschaden ganz zu schweigen.

In einigen Leserbriefen (die mir gesteuert erschienen) war in diversen Foren und Medien zu lesen, das Bundeseisenbahnamt hätte bei der S-Bahn Berlin GmbH mit Kanonen auf Spatzen geschossen, von wegen es wäre nicht nötig gewesen gleich so viele Bahnen in die Werkstätten zu zitieren. Ich finde, nach allem was im Zuge dieser Schweinerei herauskam, daß das keinesfalls überzogen war. Denn das ganze hatte Methode. Man hat vom Management her Vorgaben an die Arbeiter gegeben, man nehme Grenzwertüberschreitungen in Kauf bzw.sind die Grenzwertüberschreitungen um ein vielfaches ja regelrecht angeordnet worden. Und alles nur, um möglichst viel Geld aus dem Unternehmen herauszupressen. Ein Unternehmen wird hier geradezu ausgeblutet, um ein paar Wertpapiere an einer entsprechenden Börse handeln zu können. Was bitte schön, soll denn der Nennwert dieser Aktie sein? Null Komma x Euro? Kann jemand hier x ermitteln?

Man kann doch nur ein Unternehmen an der Börse handeln, das Substanz hat. Eine Bahn, die nicht fährt, weil die zuständige Aufsichtsbehörde die Züge in die Werkstatt beordert, ist doch faktisch keinen müden Cent wert. Da können die Manager noch so mit Ihren Gehältern in den entsprechenden Etagen prahlen. Wo nix fährt, wird kein Geld verdient.

Seit den 90er Jahren und dem in ihnen enthaltenen Börsenhype, wird das Wirtschaftsinstrumentarium Börse/Finanzmarkt sowieso vollkommen überschätzt.

Also entweder bleibt die Bahn in Bundeshand oder sie gehört m.E. zerschlagen und ausgeschlachtet.

Deutsch-Deutsche Befindlichkeiten

Bezugnehmend auf den SPIEGEL-Artikel “Heimweh nach der Diktatur” von Julia Bornstein in der Ausgabe 27/2009 finde ich es ja einerseits erfreulich, wenn Menschen, die früher vom Goldenen Westen geträumt haben und Bilder/Filme, die ihnen von “drüben” gezeigt wurden, auf denen man Arbeitslose vorm Amt oder Leute im Müll wühlend sah, für reine Propaganda ihres Regimes hielten, mittlerweile soweit ernüchtert sind und merken, daß es im “kapitalistischen” Westen auch nicht viel besser ist.

Gleichzeitig ist es erbärmlich, daß Menschen hüben wie drüben existieren, die sofort einen Sack Sand oder Steine zur Verfügung stellen würden, baute man die Mauer wieder auf. Jene, die der DDR noch 20 Jahre nach ihrem Zusammenbruch nachtrauern, sollten endlich mal sich aufraffen und genug Arsch in der Hose zeigen, sich politisch engagieren oder weiß der Kuckuck was tun, um die Verhältnisse zu ändern, wenn ’s ihnen nicht passt. Wer will, kann ja auch nach Kuba oder Nordkorea auswandern. Ewig gestrige Jammerlappen braucht dieses Land wahrlich nicht.

Und jene Jugend, die keine Ahnung von Tuten und Blasen hat und sich die DDR von ihren Eltern schön reden lässt, sollte besser die Klappe halten: sie ist nicht besser, als jene, die sich das Dritte Reich schön reden lassen.

Wenn man sein Auskommen in der DDR hatte, sich kommod eingerichtet hatte in den Unzulänglichkeiten des Systems - bitte schön. Aber wieso bringt man sich nicht ein, um hiesige eventuelle Mißstände aus dem Weg zu räumen? Jammern bringt nix.

Aber woher kommen diese murrenden Stimmen? Sie kommen daher, weil der Westen, die BRD die DDR einfach eingemeindet hat. Man hat sich von westlicher Seite die Ausdehnung des Einflußgebietes zu einfach gemacht. Jetzt hat man den Salat: mehr oder minder 17 Mio. Deutsche, die sich als Bürger zweiter Klasse fühlen, weil sie in irgendeiner Form Wendeverlierer sind. Früher konnte man auf Grund staatlicher Beschränkungen nicht in alle Welt reisen, heute auf Grund monetärer.

Perfide wird es bei jenen, die der untergehenden DDR per Ausreise über Ungarn oder Prag den Rücken gekehrt haben und nun jammern, sie wollten die DDR zurück. Zu spät, würde ich sagen.

Jammerlappen braucht dieses Land nicht.

Wer meint, die DDR sei ein Paradies gewesen, muß sehr naiv und simpel gestrickt sein.

Bei all dieser Polemik gegen DDR-Jammerlappen: dieser Artikel stellt keine Heiligsprechung der BRD dar.

Die Bundesrepublik ist auch ein Saustall, der gehörig ausgemistet werden muß. Nur wird es an der Zeit, daß die Jammerlappen auch mal registrieren, daß es sehr wohl Unterschiede zwischen den beiden deutschen Staaten gab und gibt.

Wenn die DDR so toll war? Wieso habt Ihr dann die Mauer niedergerissen?