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Archiv der Kategorie Das Leben, das Universum und der ganze Rest
Ich habe heute mal gegooglet …
15.11.2007 von Wolf.
… ich dachte mir, ich könnte ein bis zwei Stunden meines Urlaubs mitunter mal darauf verwenden, wie sich ehemalige Mitschüler im Internet präsentieren … auch so im Vergleich zu mir. Und was musste ich feststellen?
Wenn ich genau gezählt habe, konnte ich gerade mal zwei e-Mail-Adressen ausmachen, von denen nicht mal klar war, ob die aktuell sind. Darüber hinaus fand ich eine Ex-Mitschülerin, die scheinbar an der TU Braunschweig Doctrix für Chemie ist. Nur bin ich nicht sicher. Es gab keinen Lebenslauf und / oder andere Dinge, die eine Identifizierung eindeutig zuließen. Eine Person konnte ich hingegen eindeutig identifizieren als wissenschaftl. Mitarbeiterin an der Uni Hannover im Bereich Bau- und Konstruktionswesen … oder wie das heißen mag. Sie hatte eine eigene Profil-Seite als Mitarbeiterin mit Photo. Von einer anderen erfuhr ich indirekt, daß sie zumindest 2004 als Referendarin an einer Hildesheimer Schule anfing, aber das war nur aus einem Beitrag einer Schüler- oder Elternzeitung, die online verfügbar war, keine eigene Webpage. Was ich darüber hinaus gefunden habe, sind Profilseiten bei StayFriends … immerhin sechs bis acht, wobei ich nicht ganz verstehe, wer unseren ehemaligen Gemeinschaftskunde-Lehrer mit bei den Abiturienten eingetragen hat … ein Scherz?
Ich frage mich jetzt: liegt das an meiner Sucheingabe oder an Google? Oder ist es vielleicht eher so, daß die Tendenz abnimmt, private Webseiten zu erstellen? Ich dachte, es sei zunehmend üblich zumindest an Schulen und Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen eine kleine Profilseite der Mitarbeiter zu erstellen mit Lehr- bzw. Forschungsschwerpunkten und mind. einem CV. Wie es scheint, ist dem nicht so.
Wie auch immer. Im Übrigen stellt dieser Beitrag keine Aufforderung dar, mich nun mit Mails oder dergleichen zu bombadieren. Es hat mich nur überrascht, daß ich von keinem anderen eine Webseite oder einen Blog fand, geschweige denn beides. Und wie gesagt: nur von einer einzigen fand ich eine derartige Mitarbeiter-Seite.
Es mag natürlich auch daran liegen, daß es kein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis bei den anderen gibt. Zeit jedenfalls ist kein Argument aus meiner Sicht: was man für wichtig erachtet, dem widmet man seine Zeit. Sollte einer meiner Ex-Mitschüler Psychologie studiert haben, so sei ihm/ihr gesagt: spar Dir Deine Analyse des hier Geschriebenen.
Andererseits: auch wenn ich in meinem sonstigen Bekanntenkreis herumschaue, haben nur wenige eine eigene Webseite, auch von den (ehemaligen) Studenten. Meist findet man “nur” Profilseiten bei Kontaktbörsen, wenn überhaupt … und dort sind nicht selten die entsprechenden Loginnamen so kryptisch, daß man erst durch ansehen der Bilder darauf kommt, wer dahintersteckt - wenn denn Bilder hinterlegt sind.
Das hängt natürlich auch mit der Entwicklung des Internet an sich zusammen. Selbst wenn man heutzutage fast gängigerweise einen Anschluß und zumindest eine Emailadresse hat, so heißt das noch lange nicht, daß man sich auch eine Webseite erstellt.
Einige private Webseiten verschwinden natürlich auch wieder nach einiger Zeit. Hier ist dann auch wieder die Sinnfrage nach privaten websites und blogs angebracht.
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Leben oder Sterben?
8.9.2007 von Wolf.
Im Fernsehen lief gerade eine Wiederholung von Quarks & Co. zum Thema Koma, Sterben und Patientenverfügungen.
Ich weiß bis heute nicht, wie ich dazu stehe, d.h. mir soll es nur Recht sein, wenn andere über ihr eigenes Leben und Sterben verfügen, aber ich habe keine Entscheidung bisher dazu getroffen, ob ich in einem bestimmten Fall lebensverlängernde Maßnahmen ablehnen will.
Da ich eine ungeheure Angst vor einem qualvollen Sterben habe, kann ich mir nicht vorstellen, daß das Einstellen der künstlichen Ernährung gerade ein humaner Tod wäre. Bedenkt, derjenige, dessen künstliche Ernährung eingestellt wird, bei dem aber sonst alles funktioniert, muß dann eben elendig verhungern. Ist das human?
Es ist höchstens insofern human, als daß es eine menschliche Entscheidung in jenem Sinne ist, daß sie eben von einem Menschen getroffen wurde. Aber ist es im Sinne von Liebe und Fürsorge menschlich?
Was genau bedeutet das Wort “menschlich”? Für mich bedeutet es zu aller erst “von menschlicher Hand” bzw. “von Menschen erdacht”. Das heißt dann aber nicht, daß es eine gute oder schlechte, eine fürsorgliche oder egoistische Handlungsweise ist. Das Wort “menschlich” trägt keinen bewerteten Sinn bzw. wertenden Sinn, auch wenn viele es so verstehen. Auch Folter und Krieg sind menschliche Dinge: sie sind von Menschen initiiert, um andere Menschen zu quälen.
Soviel zur Menschlichkeit …
Man sieht: auch hier finden sich Verweise auf Sprache und ihre Bedeutung(en).
Will ich einer solchen Menschlichkeit ausgesetzt sein, die nach Gutdünken mit mir in einer für mich hilflosen Situation verfährt, wie es ihnen gerade in den Kram passt?
Was bringt eine Patientenverfügung? Sie bringt juristische Klarheit, wenn sie ordentlich, klar und deutlich verfasst ist. Schriftlich ist immer besser, obwohl laut Gerichtsurteilen (bitte selbst recherchieren) auch mündliche Verfügungen in Ordnung sind. D.h. wie Testamente auch, brauchen Patientenverfügung ein stabiles juristisches Umfeld, damit kein Schabernack damit getrieben werden kann. Und am sichersten sind immer noch mehrfache Ausführungen: eine beim Notar, eine in den eigenen Unterlagen, mindestens eine bei der Verwandtschaft.
Ich denke ein Verweis auf das Thema Euthanasie etc. erscheint mir hier auch angebracht. Die Themen sind in gewisser Weise miteinander verwandt.
Nur wie stehe ich dazu? Was will ich? Das erfordert noch sehr genaue Überlegungen. Ich hoffe nur, ich habe Zeit dafür ….
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Eine neue Wohnung …
28.4.2007 von Wolf.
.. will schön eingerichtet sein … und nicht nur schön, auch praktisch soll es sein. Und wenn es machbar ist, nicht allzu teuer …. schwierig! Vor allem letzteres.
Dann stellt man fest, man brauch dies noch und jenes und das da kann auch nicht schaden. Und schwups sind 800,- € weg. Und dann merkt man, es fehlt noch was. Autsch!
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Es ist Samstagabend …
21.4.2007 von Wolf.
… und ruhig - so wunderbar ruhig. Die neue Wohnung ist der Hit. Es lärmt keine Kneipe. Man hört die Hinterhoftür aus dem Nachbarhof nicht dauernd zuschlagen. Kein Kneipenpersonal, das halb- bis stündlich leere Flaschen laut scheppernd in den Keller trägt, um sie erst am nächsten morgen gegen zehn laut scheppernd in den Altglascontainer zu entsorgen.
Nun beginnt ja auch bald wieder die Saison, in welcher die Kneipen trotz ausdrücklichen Verbotes die Fenster zu den Hinterhöfen öffnen und das laute Gekreische der Gäste die Anwohner in den Wahnsinn treibt … nicht uns! Wir haben keine Kneipe mehr in der Nachbarschaft. Wir haben es ruhig. Schön ruhig. Man kann am Wochenende seinen erholsamen Schlaf finden, nach einer anstrengenden Arbeitswoche.
Schön!
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Politik, politische Meinungsbildung und persönliche Aspekte
3.3.2007 von Wolf.
Wie bilden wir uns eine Meinung? Was ist ausschlaggebend, was ist irrelevant?
Ich kam in den letzten Tagen und Wochen nicht umhin, mir diese Frage mal zu stellen, da ich mich doch - im Nachhinein betrachtet - recht unvorbereitet auf ein Territorium wagte, auf dem ich mit teils weitaus versierteren Personen zusammentraf, Personen, die sich scheinbar auf diversen politischen Bühnen und Themenfeldern irgendwie besser auszukennen schienen, zumindest aber über mehr Faktenwissen verfügten. Wie kam es also, daß ich es wagen konnte, dieses Forum zu betreten, in dem diese Personen sich scheinbar schon seit Äonen bewegten? Wo hatten die ihr wissen her? Wieviel mußten diese Personen, um an dieses Wissen zu gelangen, schon zuvor konsumiert haben?
Gemeinhin würde ich ja sagen, man brauch sich nur mit der Lektüre einer Tageszeitung begnügen, um an solches Faktenwissen heran zu kommen. Dieses war wohl ein Irrtum. Eine Zeitung scheint nicht zu genügen. Zeitungen allein scheinen nicht zugenügen. Man muß offenbar noch viel mehr an Lektüre konsumieren. Bücher also - nur welche? Alle? Wie kann man dafür soviel Zeit aufbringen? Woher nimmt man diese Zeit?
Um sich eine fundierte politische Meinung aneignen zu können. Kann es auf jeden Fall nicht genügen, Boulevardzeitungen zu konsumieren. Man kann sich offenbar allein auch nicht auf eine Zeitung konzentrieren, um ein umfassendes Bild von der politischen Realität zu bekommen. Aber welche Zeitungen, welche Magazine, welche Bücher sollte man lesen?
Eines ist mir auf jedenfall klar: Wer mir Elizabeth George als politische Lektüre verkaufen will, muß eine sehr geringschätzige Meinung von mir haben. Zur Aufklärung: Elizabeth George ist eine Kriminalschriftstellerin, eine sehr erfolgreiche zudem, zumindest was die Verkaufszahlen anbelangt. Sollte jemand sich in einem politischen internetforum bewegen, in dem jemand einem den Titel “Wer die Wahrheit sucht” von Elizabeth George als politische oder weltanschauliche Lektüre ausgeben will, der sollte jenen Menschen mit Vorsicht “genießen”. Dieser Typ will einen offenbar für saublöd verkaufen. Genauso gut könnte ich einen Harry-Potter-Roman oder irgendeinen Politthriller als politische Lektüre angeben. Romane, gleichgültig wie tief sie in die jeweilige Materie eindringen, gleich wie wissenschaftlich fundiert sie auch sein mögen, bleiben doch Unterhaltungsliteratur - auch wenn sie gut recherchiert sein mögen.
Nun, wie kommen wir nun aber zur korrekten Lektüre? Wie breit muß sie im weltanschaulichen gefächert sein, damit wir ein (ungefähres) Bild vom Geschehen in der Welt bekommen? Inwiefern muß der menschliche Intellekt durch zusätzliche Lektüre stimuliert sein, daß man irgendwann zu dem Schluß kommen kann: “Hier stehe ich, das ist meine Meinung!” Reicht die Schulbildung aus oder muß da mehr kommen?
Welche persönlichen Aspekte spielen bei der Ausrichtung der politischen Ortsbestimmung eine Rolle? Welche Gewichtung bekommen Religion, Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht und Geschlechtsleben, Beruf und Berufung für die Suche nach der politischen Heimat?
Seit längerem ist mir ja schon klar, daß zumindest unter schwulen Männern es nicht als selbstverständlich gilt, daß man seine politische Heimat eher im liberalen bis sozialistischen Spektrum verortet. Nicht nur, daß Schwule und Lesben sich durchaus selbstbewußt unionsnah zeigen, sondern es gibt zumindest auch unter schwulen Männern eine Teilmenge, die sich rechts von der Union positioniert und auch außerhalb des demokratischen Spektrums steht. So wie es scheinbar widersinniger Weise Russen gibt, die Adolf Hitler verehren (obwohl die Propaganda der Nazis und Hitler selbst, die Russen als Untermenschen bezeichneten, wenn ich nicht irre), so gibt es auch viele Schwule, die sich von rechten Männerbünden angezogen fühlen, obwohl sie wissen müssten, daß ein Homosexueller, der seine Sexualität auslebt, ebenso als minderwertig galt/gilt, da er für das Überleben des Volkes sich nicht körperlich einsetzt/-e, wenn er sich einer Sexualität hingibt/-gab, die keinen Nachwuchs bringt/brachte. Auch Menschen, die die Sexualität nur um ihrer selbst wegen und aus reinem Spaß ausleben und -lebten, sind im System der NS-Ideologie nicht viel Wert (gewesen), wenn sie nicht auf Reproduktion ausgerichtet sind/waren. (sh. auch)
Wie bestimme ich also meine politische Position als Arbeiter/Angestellter, als Student, als Schwuler, als Mann, als Weißer, als Katholik pro forma (will meinen: nicht aktiv, aber registriertes Mitglied der röm.-kath. Kirche), als Deutscher, als Europäer, als Mensch, der viele Eigenschaften auf sich vereint? Kann man als Mensch, in einem Staat, der sich als parlamentarische Demokratie begreift, und so konstituiert ist, und bei aller Kritik an dieser bestehenden Verfassung von den meisten auch so begriffen wird, sich eine endgültige Meinung überhaupt bilden, wenn es das Prinzip der Demokratie ist oder sein sollte, keinen Stillstand zu kennen, sondern fortwährend sich weiter zu entwickeln, das Wohl aller fest im Blick?
Das Hauptargument gegen die Gegenwart der Bundesrepublik Deutschland kann und darf meines Erachtens nicht die Verfassung sein. Es ist und kann nur die Kritik an den gewählten Vertretern und ihrem Handeln sein. Das System an sich ist gut, wenn auch durchaus hier und da noch immer verbesserungswürdig, die Akteure sollten uns Sorgen machen. Die Akteuere sind nicht zuletzt auch wir, an den Wahlurnen! Bildet Euch Eure Meinung - aber bitte nicht allein mit der BILD!
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