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Archiv der Kategorie Das Leben, das Universum und der ganze Rest
Großer Gott …
5.7.2008 von Wolf.
Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke,
Vor dir beugt die Erde sich
Und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
So bleibst du in Ewigkeit.
Alles, was dich preisen kann,
Cherubim und Seraphinen,
Stimmen dir ein Loblied an;
Alle Engel, die dir dienen,
Rufen dir in sel’ger Ruh’:
Heilig, heilig, heilig! zu.
Heilig, Herr Gott Zabaoth!
Heilig, Herr der Kriegesheere!
Starker Helfer in der Not,
Himmel, Erde, Luft und Meere
Sind erfüllt von deinem Ruhm
Alles ist dein Eigentum.
Sieh dein Volk in Gnaden an;
Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe,
Leit es auf der rechten Bahn,
Daß der Feind es nicht verderbe.
Wart und pfleg es in der Zeit,
Heb es hoch in Ewigkeit.
Alle Tage wollen wir
Dich und deinen Namen preisen
Und zu allen Zeiten dir
Ehre, Lob und Dank erweisen.
Rett aus Sünden, rett aus Tod,
Sei uns gnädig Herre Gott.
Herr, erbarm, erbarme dich!
Auf uns komme, Herr, dein Segen!
Deine Güte zeige sich
Allen der Verheißung wegen.
Auf dich hoffen wir allein;
Laß uns nicht verloren sein!
Der Apostel heil’ger Chor,
Der Propheten große Menge
Schickt zu deinem Thron empor
Neue Lob- und Dankgesänge!
Der Blutzeugen große Schar
Lobt und preist dich immerdar.
Auf dem ganzen Erdenkreis
Loben Große und auch Kleine
Dich, Gott Vater, dir zum Preis
Singt die heilige Gemeinde:
Sie verehrt auf seinem Thron
Deinen eingebornen Sohn.
Sie verehrt den Heil’gen Geist,
Welcher uns mit seinen Lehren
Und mit Troste kräftig speist;
Der, O König aller Ehren,
Der mit dir, Herr Jesu Christ,
Und dem Vater ewig ist.
Du, des Vaters ewger Sohn
Hast die Menschheit angenommen
Bist vom hohen Himmelsthron
Zu uns auf die Welt gekommen
Hast uns Gottes Gnad gebracht
Von der Sünd uns frei gemacht.
Durch dich steht das Himmelstor
Allen, welche glauben, offen
Du stellst uns dem Vater vor
Wenn wir kindlich auf dich hoffen
Du wirst kommen zum Gericht
Wenn der letzte Tag anbricht.
Herr, steh deinen Dienern bei
Welche dich in Demut bitten
Kauftest durch dein Blut uns frei
Hast den Tod für uns gelitten
Nimm uns nach vollbrachtem Lauf
Zu dir in den Himmel auf.
Text: nach Ignaz Franz (1719-1790) , 1771
Musik: Peter Ritter (1770-1847) , 1774
… mir war gerade danach, zuvor hatte ich im SPIEGEL 26/08 den Kurzbericht über die Biosphäre 2 gelesen und mitunter mich über Asse 2 und Atommüll mit meinem Freund unterhalten …, tja, und da kam mir spontan das Lied in den Sinn. Das sind die Momente, in denen der Katholizismus seine Triumphe feiert und die menschliche Demut vor der Schöpfung einfordert.
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wat neues …
30.6.2008 von Wolf.
hier also mal wieder was neues:
ich habe vor kurzem Terry Pratchetts “Tiffany Weh”-Trilogie durchgelesen und möchtesie Euch wärmstens ans Herz legen, es ist einfach ein bezaubernder kleiner Zyklus über das Erwachsenwerden einer jungen Hexe und mit einerherzallerliebsten Oma Wetterwachs inklusive! Nanny Ogg ist natürlich auch wieder dabei. Das als Fantasy-Tipp.
Für alle Fans von Michael Tolliver und Armistead Maupins Stadtgeschichten: es gibt einen neuen siebten Roman um Michael Tolliver: “Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten” bei Rowohlt letzte Woche erschienen! Gewohnt witzig und einfühlsam blenden wir in das Leben Michael Tollivers, der nun etwa 50 Jahre alt ist und quicklebendig trotz AIDS. Nie habe ich mich so sehr über eine Fortsetzung gefreut, wie über diese. Mike Tolliver im begonnenen 21. Jahrhundert ist ein Spaß den Ihr Euch nicht entgehen lassen solltet.
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Lullaby
12.5.2008 von Wolf.
…. Chuck Palahniuk hat ein hübsches fieses kleines Buch geschrieben (er hat natürlich mehr als eines geschrieben): Lullaby - in deutscher Übersetzung bei Goldmann erschienen (EAN/ISBN: 97839442542197; Preis: € 7,95).
Dieses hübsche fiese Machwerk erzählt von einem Reporter, der auf Grund von Recherchearbeiten zu einer Serie zum plötzlichen Kindstod auf ein altes Wiegenlied stößt, das den Tod bringt. Der Adressat schläft ein und wacht nie mehr auf! Das dumme nur: wer das Wiegenlied einmal gelesen hat, dem setzt es sich im Kopf fest und bei jeder Rezitation - selbst nur in Gedanken - geht wieder jemand hops. Der Held des Buches will es anfangs nicht wahr haben und probiert es am ihm vorgesetzten Redakteur aus … am nächsten Morgen erscheint der nicht zur Arbeit, Tage später wird er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Mittlerweile hat sich aber der Prozess verselbständigt und Leichen ohne erkennbare Todesursache pflastern den Weg des Reporters: die zu lauten Nachbarn, Leute die ihn in der U-Bahn anrempeln … urkomisch.
Doch der Reporter ist nicht allein und zusammen mit einer schrillen Immobilienmaklerin, die Spukhäuser verkauft und ebenfalls das Wiegenlied kennt (sie hat tatsächlich ihren Sohn versehentlich damit getötet und später ihren Mann, um ihre Theorie zu überprüfen), reist der Reporter durch die Staaten um alle Bücher aufzutreiben, in denen das Wiegenlied abgedruckt ist.
Einfach herrlich, amüsant und bitterböse ![]()
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Der 10. Mai …
9.5.2008 von Wolf.
… kehrt immer wieder. Wären vor 75 Jahren an jenem Tage auf dem Berliner Bebelplatz keine Bücher verbrannt worden, wäre dieser 10. Mai ein Maitag wie jeder andere auch: hoffentlich sonnig, schön und nicht allzu tödlich …
Tödlich ist leider das ganze Leben - es hat immer zum krönenden Abschluß den Tod. Aber nicht alles was lebt, stirbt friedlich und freiwillig (sofern man letzteres überhaupt erreichen kann, da es ja einen natürlicher Zwang zum Tode gibt). Und so war’s schon früher und ich fürchte es wird noch eine Weile dauern, bis das forcierte Sterben endet.
In meinen Augen sind die Ereignisse vom 10. Mai 1933 - wenn gleich sie eigentlich nur einen inszenierten Auftakt bildeten - gleichbedeutend mit dem ihm nachfolgenden Horror. Heine klingt einem immer im Ohr - Heine sprach zum Anlaß des Wartburgfestes 1817 von den verbrannten Büchern, als Studenten (sic!) im Taumel “undeutsche” Bücher wie den Code Napoleon aber auch Kotzebues “Geschichte des deutschen Reiches” und “Germanomanie” von Saul Ascher, einem jüdischen Schriftsteller verbrannten. Auch wenn sie nur makulierte Bücher seinerzeit verbrannten: es gilt die Signalwirkung, zumal Kotzebue zwei Jahre später von einem Studenten ermordet wurde; die Liste der verbrannten Bücher der SA-/SS-Aktion vom 10. Mai 1933 ist bedeutend länger und wurde in zwei Verlagen mittlerweile zum traurigen Jubiläum veröffentlicht, näheres findet man bspw. beim ZDF in der Titelliste zur letzten lesen!-Sendung (Elke Heidenreich, Gast: Claus Peymann).
Als vor einiger Zeit in einem mitteldeutschen Dörflein eine Sonnenwendfeier zum Skandalakt geriet, weil ein Idiot meinte, ein Exemplar des Anne-Frank-Tagebuchs zu verbrennen, war hinterher die gesamte Bevölkerung dieses Örtchens dem Pilatus-Syndrom anheim gefallen. Wieso hat dieses Arschloch nicht seine Kopie von “Mein Kampf” ins Feuer geworfen? Zumal hinterher behauptet wurde, daß die Initiatoren Aussteiger seien, wäre das eine geglückte Zäsur gewesen. Der Dreck der deutschen Geschichte klebt uns hartnäckig an den Fersen!
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Die Summe der Ereignisse …
8.4.2008 von Wolf.
… macht die Ereignisse an sich bedeutungslos - das ist zumindest eine Beobachtung, die ich schon machte, als ich früher noch einige Brieffreundschaften pflegte und diesen nach einer kleinen Schreibpause von dem zwischenzeitlich erlebten berichten wollte. Ich erfahre, daß dieses sich beim bloggen nicht anders verhält.
Komische (respektive seltsame) Menschen, die man in der Ausübung des Berufs trifft, Episoden aus dem Kollegenalltag, die ganz allgemeine Politik etc.pp.
Etwas, was sehr frisch ist und eher alltäglicher Natur: unser Telefon hat in Teilen seinen Dienst versagt … das seltsame daran: die Technik ist soweit in Ordnung, nur eine kleine Vorrichtung an den Kabeln, die verhindern soll, daß diese permanent aus dem Apparat herausrutschen, ist abgebrochen. Ein neues Telefonkabel ist sicher billig und schnell besorgt, das dumme ist nur, daß der Netzstecker auch betroffen ist … naja. Jetzt müssen wir mal sehen, daß wir was neues finden ….
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