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Archiv der Kategorie Schwul
hanky-codes
2.11.2006 von Wolf.
Vor Jahrzehnten entwickelte man in der schwulen Szene den sogenannten hanky-code. Das ist ein Taschentuch-code, der dem cruisenden Mann anzeigen soll, welche Vorlieben der Gegenüber hat. Es handelt sich dabei um farbige Taschentücher, die in den Gesäßtaschen getragen werden oder um Halstücher: links aktiv, rechts passiv. Ob der hanky-code noch wirklich so aktuell ist also noch verwendet wird, weiß ich nicht (Ich habe selten diese Tücher im Einsatz gesehen). Vermutlich eher in der hardcore-Szene, wo in den heiligen Hallen der cruising areas nicht gesprochen wird. Wie auch immer: die folgende .pdf-Datei gibt es zum runterladen. Bei den Halstüchern verhält es sich dann so, daß nur die Farbe verrät, welche Spielchen gespielt werden. Die Rollenverteilung ist dann egal.
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Penisgrößen und was man von solchen Angaben halten kann
2.11.2006 von Wolf.
In diversen internetforen liest man in Kontaktanzeigen vieles über angebliche Penisgrößen und / oder Tabellen / Listen zur Einstufung selbiger. Ich habe hierzu ein kleines Wörtchen zu sagen und auch eine kleine Recherche betrieben, die sich zugegebener Maßen bis jetzt nur auf eine Quelle stützt. Das sei quellenkritisch angemerkt.
Die Quelle, auf die ich mich hier Stütze, ist die condomi AG, auf deren homepage man(n) etwas über Kondomgrößen lesen kann. Aus der EU-Norm für normalgroße Kondome kann man wiederum auf durchschnittliche Schwanzlängen schließen. Meine Einteilung, basierend auf der Angabe von condomi und der EU-Norm, sieht wie folgt aus:
- 0 - 14,5 cm = S (Small)
- 14,5 cm - 18 cm = M (Medium)
- 18 cm - 23,5 cm = L (Large)
- 23,5 cm - 27 cm = XL (eXtraLarge)
- 27 cm und größer / länger ist “WOW!” oder “Autsch!”
Diese Angaben beruhen auf einer mail, die ich auf eine Anfrage bzgl. Schwanzgrößen von condomi erhielt:
“Hi zurück, dein Penis hat einfach “normale” Größe. Normal heißt in Deutschland zwischen 14,5 und 18cm. Da wahrscheinlich sowieso jeder in solchen Foren übertreibt, würde ich L angeben. Messen tut man an der Oberseite. Auch wenn manche auch hier bestimmt schwindeln. Viele Grüße, Thorsten W. | Editor in Chief vabelle GmbH | Venloerstr. 231b | 50823 Köln +49 (0)221 8888 xxxx | fax +49 (0)221 8888 xxxx”
Bei GayRomeo z.Bsp. ist allerdings eine andere Einteilung verbreiteter. Das macht aber nichts. Eine neue Methode, die Größe des Schwanzes zu bestimmen, ist der sog. Schwanzfaktor (nachzulesen bei www.schwanzfaktor.de). Ich habe bisher meinen Schwanzfaktor noch nicht bestimmt, muß ich eingestehen. Aber das werde ich vielleicht noch machen. Doch wenn ich das bisher richtig gelesen habe, ist das eine eher relative Methode, die Größe des männlichen Gliedes zu bestimmen, da auch die Körpergröße berücksichtigt wird. Hierbei bin ich aber nicht ganz sicher. Ich habe das nur überflogen.
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Schwule, Lesben, Politik
2.11.2006 von Wolf.
Es soll ja tatsächlich noch Schwule, Lesben und andere Menschen mit politischem Interesse geben … habe ich gehört *ggg*. Diese zerfetzen sich gerne gegenseitig in der Luft, nicht anders, als man es von den “Großen” aus Funk, Fernsehen und Presse gewohnt ist. Heute (27.03.2005) erst meldete ich mich bei GayRomeo für den dortigen Club “GayIntelligence” (merkwürdiger Name) an. Dieses ist ein Club, der über Politik, Geschichte und derartiges diskutieren will, bzw. jenen, die es wollen, eine Heimat zu bieten versucht. Ich weiß noch nicht, ob dieser Club mir viel bringen wird, oder ob man da letztlich auch nur wieder Zickenterror erlebt. Ich habe in das einsehbare Forum mal einen Blick geworfen. Zumindest ist dieses Forum gut besucht und die Diskussionen scheinen doch recht solide und im Prinzip in geordneten Bahnen zu laufen, was mich bei dem Gegenstand doch sehr wundert, da in politischen Diskussionen oder solchen, die dafür gehalten werden (sollen) nicht selten die Manieren als erstes über Bord gehen.
Zwar bin ich in einem der Themenbereiche auch schon über einen Eintrag des ClubAdministrators gestolpert, demzufolge “erste Beschwerden” über “persönliche Angriffe” vulgo Schläge unter die Gürtellinie kamen, doch was ich gelesen oder teils auch nur überflogen hatte, war interessant, anregend, aber doch fair. Allerdings muß man sagen, daß ich bei zehn Seiten Forumsinhalt zu ein- und demselben Thema nicht wirklich jeden Beitrag genau gelesen habe. Ist ja auch unmöglich binnen zehn Minuten. Na mal sehen. Ich werde vermutlich später noch mehr dazu schreiben. Wie aber schon oben erwähnt, gibt es eben doch Menschen mit homo-/bi-/multi-/wie-auch-immer-sexuellem Hintergrund, die sich gezielt für Politik interessieren und engagieren.
Und es sind nicht nur linke, sozialdemokratische oder liberale Interessen, die da vertreten werden. Es gibt auch monarchistische und antidemokratische (was man nicht miteinander verwechseln darf) Interessengruppen. Wie es in der Vergangenheit auch unter den Schwulen vor allem Nazis gab, so gibt es auch heute nach wie vor Braune “Kameraden”. Woher das rührt, ist unklar. (Das lasse ich hier bewußt so stehen, denn darüber ist sich keiner einig.) So wie es in der deutschen Gesamtbevölkerung eine offene Tendenz zu rechtsradikalem Gedankengut gibt, gibt es auch diese unter Schwulen (von Lesben kann ich hier nicht sprechen, da fehlt es mir an entsprechenden Aussagen und Erfahrungen). Ob es nun am Körperkult, der unter den Nazis ja auch so hochgehalten wurde (obwohl Adolf H. eher klein und mickrig von Gestalt war), liegt, an irgendwelchen Minderwertigkeitskomplexen (”ein Schwuler ist kein ganzer Mann”) oder welchen Dingen und Ursachen auch immer liegt, vermag ich nicht zu sagen. Ich denke mal, es ist eine Melange aus vielen Dingen, die eher individuell denn gruppenspezifisch zu untersuchen wäre und dabei zum Ziel führte. Beunruhigend ist es allemal. Doch nicht nur der Hang zum schwulen Skinheaddasein, zum martialischen Auftreten allgemein (auch ohne politische Relevanz) ist besorgniserregend. Das Antidemokratische an sich hat seit der Wende in Deutschland an Zulauf gewonnen.
Es gibt Marxisten, die den Tod der DDR nicht verwanden, Braune Horden, die nach dem Mauerfall den Weg zum Vierten Reich geebnet sehen, Snobs, die den Bundespräsidenten durch einen Monarchen ersetzen wollen (, ohne dabei den Parlamentarismus zu beseitigen). So wie die 1990er Jahre es fertigbrachten in den C-Parteien Lesbisch-Schwule Unterorganisationen entstehen zu lassen (ich frage mich bis heute, was Homosexuelle und die C-Parteien gemeinsam haben könnten), haben sie auch eine Verbreiterung der radikalen Ränder bzw. eine Renaissance von Rassismus, Antisemitismus und antidemokratischen Auswüchsen in den Köpfen der Menschen gebracht, die man bis dato eher der demokratischen Mitte zugeordnet hatte. Sollte die politische Karriere eines bestimmten Mannes beispielhaft sein für die Wandlungsfähigkeit von leidlichen Demokraten zu Menschen, die binnen weniger Jahre ein Grundrecht nach dem anderen bereitwillig aufgeben - hin zu einer Law-and-Order-Politik, die nur allzu leichtfertig Grundfreiheiten und Menschenrechte mit Stammtischparolen in den Dreck zieht und schleichend die Demokratie abschafft?
In dem obig genannten Forum kam die Frage auf, ob sich die Geschichte wiederholt, angesichts des Zustroms antidemokratischer Zusammenschlüsse.
Kann sich die Geschichte denn wiederholen? Wenn ja, wie?
Wenn man sich die Menschheitsgeschichte anschaut, ist sie stehts ein wechselvolles Spiel zwischen verschiedenen Mächten, Völkern, Gruppierungen. Parallelen sind dabei nicht ausgeschlossen. Doch bisher zeigte sich wohl sehr selten, daß es eins zu eins übersetzt zweimal geschah. Irgendetwas war immer anders und so bleiben, bei verschiedenen Ähnlichkeiten die einzelnen Ereignisse doch singulär. Ist das nicht tröstlich, wenn man an Adolf Hitler denkt?
Natürlich wird man nie ausschließen können, daß erneut Rauch über Europa aufsteigt und wir zurückstürzen in ein Zeitalter von Krieg und unermeßlichem Leid. Es ist denkbar - z. Zt. zum Glück innerhalb der Europäischen Union aber doch eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, daß der Leviathan EU ein undemokratisches Monstrum wird - trotz oder gerade mit der und durch die vor einiger Zeit erarbeiteten Verfassung.
Wie Ihr allein schon an diesem hastig verfassten Artikel seht, ist Politik ein weites Feld, man verhaspelt sich leicht, kommt vom einen Thema zum anderen, vermengt die Themen, obwohl sie nur wenige Berührungspunkte haben - vielleicht auch gar keine - ich habe den Überblick auf jedenfall verloren. Das, was ich hier aufzählte, sind verschiedene Themen, unausgegoren und wirr aneinander gehangen, verbunden nur mit Kommata und Punkten, zusammenhanglos. Dieses ist im Prinzip Stammtischniveau! Man vermengt, verknüpft, verkürzt und läßt es halb gar über die Lippen kommen - bzw. in diesem Fall durch Handarbeit ins “freie” WWW.
Ich glaube, ich sollte mir das nochmal genau überlegen, ob ich diesem Club beitreten sollte …( ⇒ sh. auch; und hier; wie auch hier)
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Was ist Schwul-sein?
2.11.2006 von Wolf.
Gibt es da wirklich noch fragen? Schwul-sein kann man eigentlich nur selbstbewußt als Mann, Frauen bevorzugen es doch meist, sich von den Männern auch nochmal ein wenig abzusetzen, nennen sich lesbisch, wenn sie homosexuell sind (oder werden so genannt?). Ich mag das Wort “homosexuell” nicht. Es klingt pathologisch, steril, als betrachte man die Sache von oben herab, wie ein Versuchstier. Versteht Ihr?
Seit Beginn der 90er des 20sten Jahrhunderts finden einige es besonders toll, sich als gay oder queer zu bezeichnen, oder ähnlich merkwürdige dem anglo-amerikanischen Sprachgebrauch entlehnte Wörter zu benutzen, dem Allgemeinen seit Jahrzehnten anhaltenden tick folgend, für alles anglo-amerikanische oder derartig klingende Bezeichnungen zu nutzen. (⇑ sh. auch)
Ist das alles? Ist da sonst gar nichts?
Schaut man sich in der Szene um bzw. eigentlich in den verschiedentlichen sich teils berührenden, teils überschneidenen Szenen, dann kann man(n)/frau sagen: “Ja und nein und beides nicht!” Schwul- oder Lesbisch-sein geht (mittlerweile) über das Rein-Sexuelle (weit) hinaus. Das beginnt beim Partyleben, geht über den Sonntags-Tanz-Tee und Bühnenshows von drag-kings ‘n’ -queens, Travestie-shows, Kabarett bis hin zum Film mit eigenem Festival bspw. auf der Berlinale (Stichwort: Teddy-Award). Dabei muß ich sagen, daß auch unter den Leuten vom anderen Ufer die Männer mal wieder ziemlich dominant sind, die Frauen oftmals an den Rand drängen, sich selbst in den Vordergrund schieben und dennoch oft die Dreistigkeit besitzen political correct (mein Gott, wie ich diese Wortkreation hasse), für Schwule und Lesben zu sprechen, meist ohne die Lesben/Frauen vorher überhaupt gefragt zu haben. Das ist auch Schwul-sein. Das ist auch ein Grund, weshalb sich viele lesbische Frauen lieber in Frauenvereinigungen engagieren, da die Solidarität oder das Zusammenstehen und -arbeiten mit Männern ihnen von denen nicht immer leicht bzw. überhaupt möglich gemacht wird. Es ist kein Scherz und kein Mythos, wenn Euch gegenüber behauptet wird, das (manche!!!) Schwule durchaus frauenfeindlich sind.
Ich hatte hier einst für Euch eine exemplarische Diskussion über das Normalsein von Homosexualität. Da sie doch recht persönliche Aspekte enthielt, habe ich sie heute dann gelöscht (vernünftiger Weise, ich weiß im Nachhinein nicht, wieso ich sie überhaupt eingestellt habe). Aber generell gesagt: ich finde den Verweis auf die generelle Annahme und teilweise bestätigten Zahlen von 5 bis 7% pro Volk und ihre vermutlich über Jahrtausende der Menschheitsgeschichte konstante Größe wesentlich eindringlicher, als Verweise auf das Vorkommen von Homosexualität auch im Tierreich wie bspw. bei den Bonobos (einer Schimpansenunterart, wenn ich nicht irre) oder den Delphinen, wenngleich auch dieses zeigt, daß Homosexualität nichts widernatürliches ist. Allerdings behaupten andere, daß der Mensch sich nicht nur in diversen sondern auch diesen Dingen von den Tieren unterscheiden müsse. Ich frage mich zwar wieso - schließlich ist er auch nur ein dummer Säuger, aber naja. Es ist aber am besten, sich auf solche Diskussionen gar nicht erst einzulassen, denn dort ist der Beginn der Negierung UNSERER Existenzrechte.
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Beziehung, Partnerschaft, Treue
2.11.2006 von Wolf.
Es ist ein altes Thema: ein Mensch mag auf die Dauer nicht alleine leben - ohne einen anderen Menschen an seiner Seite, meine ich hier.
Also macht man sich auf die Suche. Kontaktmöglichkeiten gibt es dieser Tage ja zahlreiche: sei es, daß man Kontaktanzeigen in Stadtmagazinen wie SIEGESSÄULE oder dergl. schaltet, sich in Clubs und Cafés der Szene umtut, oder hier im WWW es über internetportale versucht.
Ganz Verzweifelte versuchen es vielleicht auch mit Partnerschaftsvermittlungen oder widersinniger Weise gar an Orten, wo man eher den schnellen und anonymen Sex sucht.
Soviel zur Partnersuche an sich.
Hat man ihn (oder sie) dann erstmal gefunden, beginnt das eigentliche Drama, denn man kann auf die Dauer nicht ohne, aber viele können auch nicht mit.
Wieso?
Eine Möglichkeit mag sein, daß man schlichtweg den falschen Partner gewählt hat. Einige Gemeinsamkeiten sollten schon vorhanden sein (sehr empfehlenswert für Beziehungsgeschädigte ist die Komödie “Therapie zwecklos” von Robert Altman mit Jeff Goldblum u.a.; Originaltitel “Beyond therapy”).
Man muß ja nicht vollends deckungsgleich in Ansichten, Hobbys, Interessen und Ambitionen sein, denn - zumindest meiner bescheidenen Meinung nach - liegt der Reiz der Partnerschaft (und in zwischenmenschlichen Beziehungen überhaupt) darin, Neues mit dem Partner kennenzulernen, seinen Horizont in Erfahrungen zu erweitern. Selbst wenn die Beziehung mal scheitern sollte, kann man so davon etwas für sich gewinnen, wenn man offen dafür ist. Es mag zwar für manche ausreichend sein, im Prinzip ein Abziehbild seiner selbst neben sich auf der Couch sitzen zu haben - aber ich denke, das wird auf die Dauer langweilig. Neues kennen lernen ist für mich wichtig. Ich habe eine Beziehung, die mich bereichert - auch noch nach mittlerweile fast acht Jahren. Man muß sich die Ansichten und Standpunkte des Gegenübers ja nicht zu eigen machen, aber sie vermitteln dennoch neue Perspektiven und man kann lernen.
Was viele offenbar nicht bedenken, ist, daß man in einer Partnerschaft auf seinen gegenüber eingehen muß. Eine Partnerschaft heißt für alle Beteiligten, Kompromisse schließen. Es ist in einer Partnerschaft mehr als nur Händchenhalten, Küßchen und Sex miteinander.
Es gibt einige Punkte in einer Partnerschaft, die ungefähr gleichgewichtet, vorhanden sein müssen, damit eine Partnerschaft funktionieren kann.
- Kompromissbereitschaft
- Respekt
- Vertrauen
- Fürsorge und Verantwortung
- Ehrlichkeit
- Vergebungsbereitschaft
- Treue
Die Kompromissbereitschaft geht, denke ich, allen voran, zieht die Vergebungsbereitschaft nach sich, sollte es mal zu einem Krach kommen. Vergeben hat wieder andere Bedingungen, nämlich Vertrauen, Respekt und Ehrlichkeit. Fürsorge und Verantwortung sind auch wichtig. Ich widme mich jetzt erstmal den Begriffen Treue und Ehrlichkeit, die von einander abhängig sind. Treue setzt Ehrlichkeit voraus, aber auch immer die Kompromiss- und Vergebungsbereitschaft. Treue ist nicht gleichzusetzen mit Monogamie. Treue ist ein umfassenderer Begriff, als die reine sexuelle Treue, die es auch in Beziehungen geben mag, weit seltener als vorgegaukelt, weit seltener ehrlich gelebt, als behauptet und missbraucht.
Zunächst muß man sich selbst treu sein können, um anderen gegenüber Treue erweisen zu können. So wie man andere nur lieben kann, wenn man sich selbst ausreichend liebt.
Weswegen ich das anspreche: Ich erlebe immer wieder in diversen Kontakten und Gesprächen in cruising-areas Personen, die mit mir darüber ins Gespräch kommen, daß man in der Beziehung doch eigentlich keinen auswärtigen Sex haben sollte. Ich kann mit dieser Einstellung leben, wenn sie auch gelebt wird, d.h. wenn jemand, der gebunden ist und diesen Standpunkt auch vertritt eben nicht rumhurt. Nur viele tun es nicht, sagen aber, sie würden ihren “Freund” sofort verlassen, wenn sie erführen, daß dieser mal fremde Früchte nascht.
Ich frage mich dann: “Von welchem Freund spricht der?” Er kann nämlich keinen Freund haben. Mit Freunden geht man so nämlich nicht um. Da fehlt der Respekt, da fehlt die Bereitschaft zur Vergebung, da fehlt die Bereitschaft zum Kompromiss. Das ist schlichtweg gelebte Bigotterie.
Ihr denkt, nur weil Ihr schwul seid, wäret Ihr automatisch tolerant? Was ist das denn für eine verlogene Annahme? Auch Schwule sind bigott, falsch, verlogen, engstirnig etc. oder können es sein.
Ein Mann, der sowas wie das obengenannte, erwähnt, hat in meinen Augen keinen Freund, sondern einen bevorzugten Beischlafpartner, vielleicht auch einen Mitbewohner, wenn man zusammen lebt, aber eben mangels Respekt, Vergebungs- und Kompromissbereischaft, mangels Treue keinen Freund. In meinen Augen verleugnet er seinen Partner auch, da er ihn gering schätzt, nicht als ebenbürtig und gleichberechtigt sieht. Wer sich die Freiheit nimmt, mit Dritten rumzuficken, muß auch den Kompromiss eingehen, dieses seinem Partner zuzugestehen. Ob der es dann tut, sei ihm überlassen.
Einem Freund zollt man auf jedem Fall Respekt, man vertraut ihm, verzeiht (nicht alles, da hat jeder seine individuellen Grenzen), schließt eben Kompromisse. Man macht seinen Freund nicht nieder, verleugnet ihn nicht, macht ihn nicht zur Schnecke - wenn er ’s nicht verdient hat!
Polygamie ist für mich auf jeden Fall kein Grund, meinen Freund zur Schnecke zu machen - so lange er mich nicht verleugnet oder mein Vertrauen missbraucht. Dazu gehört auch die Verantwortung und Fürsorge in der Partnerschaft in puncto Geschlechtskrankheiten.
Ich wäre nicht bereit, eine Beziehung zu nichte zu machen, die ich mir seit November 1996 mühsam aufgebaut habe, wg. einer Lapalie. Da braucht es schwerwiegende Gründe, die unverzeihlich sind und das Band des Vertrauens unwiderruflich zerstört haben.
Eine Partnerschaft ist ein Bündnis, ein Vertrag, den man miteinander schließt, ohne ihn aussprechen zu müssen. Dieses Bündnis hat Regeln und die Basis jener Eigenschaften, die ich oben gelistet habe.
Noch ein Rat an die youngsters und Bubis: Sagt nicht so leichtfertig: “Niemals nie würde ich meinen Freund betrügen und fremd gehen!” Seid lieber vorsichtig mit solchen Aussagen, macht Eure Erfahrungen, lebt. Aber seid um Gottes Willen nicht so vorlaut und -eilig mit Behauptungen und Eiden bei der Hand, die Ihr später vielleicht nicht bewahrheiten und dann in Folge bereuen könntet. Denn das müsst Ihr tun: Euch finden im Leben, Euren Platz, Euch behaupten und bewahrheiten. Das nennt man dann Treue zu sich selbst!
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