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Archiv der Kategorie Schwul
Schwule Nazis
2.11.2006 von Wolf.
Es ist sogar so pervertiert bisweilen: Es gibt schwule Nazis! An und in sich ein Widerspruch, sollte man meinen, aber es gibt sie. Das liegt nicht nur an Ernst Röhm, dem früheren SA-Chef, der am 01.07.1934 ermordet worden ist. Alles deutet darauf hin, daß das auch mit seiner Bi-/Homosexualität zu tun hatte, die er auf eine sehr barocke Art und Weise auslebte. Es gibt die von der NSDAP gestreute Legende vom Röhm-Putsch. Die SA zog seinerzeit auch auf Grund Röhms Lebenswandels viele junge schwule Männer an und suggerierte vielen Schwulen, daß die Nazis nicht so schlimm sein konnten, wie viele andere behaupteten. Eine trügerische Sicherheit, die sich in der Nacht vom 30.06. zum 01.07.1934 in nichts auflöste oder vielmehr im blutigen Erwachen und Sterben endete. Es war eine Nacht der Langen Messer. Hierzu empfehle ich den Film “Bent”, der überwiegend zwar im KZ Sachsenhausen bei Oranienburg (im Brandenburgischen) spielt, aber am Vorabend der Ermordung Röhms beginnt.
Es gibt in der Soziologischen Fachliteratur auch viele interessante Untersuchungen zu heutigen (Nazi-)Skin-Gruppen, Neo-Nazis und Schwulen, sowie zu Schwulen und Männerbünden in der Rechtsextremen Szene. Ich halte es für eine Pervertierung des schwulen Selbst, sich einem solch menschenfeindlichen Männerbund, der nicht selten die Selbstverleugnung vorraussetzt, anzuschließen. Dennoch gibt es immer wieder auch Schwule, die sich zu den Schlägertrupps, aber auch zur rechten Intelligenzia hingezogen fühlen. Eine merkwürdige Verirrung des Geschmacks verleitet Uniformfetischisten bisweilen auch dazu, SS-Uniformen zu ihrem Fetisch zu machen. Bei einem der vergangenen CSDs in Berlin führte das zu einem Aufschrei innerhalb “der Szene”, als bei der Auftaktveranstaltung auch Uniformfetischisten in SS- bzw. KZ-Häftlings-Uniformen auftraten.
Bei den Skins muß man aber wohl differenzieren: Skin ist nicht gleich Skin. Es gibt rechte Schläger- und Gröhl-Skins, “unpolitische” Oi!-Skins, Red-Skins (sie sind links einzuordnen) und Gay-Skins, die sich vermutlich auch nochmal aufteilen. Ganz blicke ich da ehrlich gesagt noch nicht durch, aber es kann Euch sicherlich an anderer Stelle geholfen werden. (⇒ sh. hier)
Geschrieben in Internet, Schwul, Politik un' so'n Kram | Drucken | 1 Kommentar »
HIV / AIDS und andere Geschlechtskrankheiten
2.11.2006 von Wolf.
“Bist Du gesund?” Eine Frage, die wieder häufiger auftaucht in diversen cruising-areas.
Andere sieht man offen in Foren und Anzeigen nach bare-back-Sex-Partnern suchen.
Das Risiko, sich bei solchen Aktionen mit HIV oder Erregern anderer Krankheiten zu infizieren, scheint dabei billigend in Kauf genommen zu werden. Dabei entsteht bei mir der Eindruck, daß die Leute nicht wirklich wissen, was sie tun; auch sollte klar sein, das dieses kein Ding ist, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte.
HIV-Positive mögen sich denken, was sie schon noch zu verlieren hätten. Sicher, infiziert sind sie schon, und ggf. könnten sie noch eine breitgestreute und vielartige Virenkollektion eröffnen. Doch jene die bisher negativ-getestet worden sind, haben noch etwas zu verlieren: Lebensqualität.
Nein, nicht das Leben selbst. Das können wir nicht verlieren, das werden wir auf jeden Fall verlieren. Das Leben endet so oder so. Das ist die Garantie, die wir mit Zertifikat bei unserer Zeugung in die Hand gedrückt bekommen haben. Diese Garantie ist die einzige, im wahrsten Sinne des Wortes todsichere im Leben. Das Leben endet immer tödlich!
Was wir verlieren können ist Lebensqualität.
Ich habe aber als ⇒ Raucher nicht das Recht, die Leute auf Grund ihrer Lebensart zu verurteilen. Ich kann nur zum Nachdenken anregen.
Unter jenen, die den Safer-Sex kategorisch zurückweisen oder ihm gleichgültig gegenüber stehen, sind meines Erachtens viele, die sich nicht dem Fatalismus der HIV-Positiven hingeben oder anschließen müssten. Bei vielen scheint es vielmehr, daß sie es lästig finden ⇑ Verantwortung zu übernehmen oder Kondome als störend empfinden. Viele sind sich der Reichweite ihres Handelns nicht wirklich bewußt, glaube ich.
Sicher: wir verringern auf viele verschiedene Arten unsere Lebensqualität und damit auch die Lebensdauer: zuviel Hektik und Stress, falsche Ernährung, Rauchen, Saufen, Rasen auf der Autobahn oder anderswo etc. Aber tut es Not, daß wir unsere Lebensqualität so wegwerfen? Sicher, man hat mehr Spaß dabei, als vielleicht beim Rauchen. Sex macht wahnsinnig viel Spaß. Aber muß man sich den Spaß ggf. dadurch vermiesen, irgendwann auf Grund dieser Nachlässigekeit einen unfeinen, sehr qualvollen Tod zu sterben?
Da ich das Rauchen erwähnte, und ich ja an anderer Stelle auf dieser Seite bekannte, daß ich zu den Blaudunstmenschen gehöre, habt Ihr vollkommen Recht, wenn Ihr sagt, ich solle besser vor meiner eigenen Türe kehren
Wer sich informieren will, schaue sich bitte ⇒ hier um.
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