Archiv der Kategorie Tod

Atombombenabwürfe in Japan 1945 - nichts gelernt?

Dieser Tage jähren sich die Atombombenabwürfe auf Hiroshima (6.8.1945) und Nagasaki (9.8.1945), die die fast bedingungslose Kapitulation Japans zur Folge hatten und den Zweiten Weltkrieg in Asien und dem Pazifischen Raum beendeten.

Heute - rund 65 Jahre später - scheint die Menschheit immer noch nicht viel weiter denken zu können. Täglich bewahrheitet sich die Aussage, daß die Massen doof sind. Im Pulk agiert der Mensch entgegen jedweder Vernunft und überläßt einigen wenigen Agitatoren das Wort und das Entscheidungsrecht. Israel (d.h. dessen Premier) überlegt laut, ob es nicht an der Zeit wäre, im Falle eines Falles, Teheran zu bombardieren. Teheran selbst ist im Umbruch bzw. herrscht Irritation in der islamischen Republik - keiner weiß so recht, wohin die Reise gehen soll und die Metropolenbevölkerung geht auf die Straße (diese wissen scheinbar, wovon ich rede bzw. reden werde). Afghanistan will nicht so recht von den Taliban lassen bzw. umgekehrt (das ist nicht so ganz klar, wer da wen nicht in Ruhe lassen will).

DEMOKRATIE heißt das Wort, daß die meisten Menschen letztlich nicht begriffen haben, auch jene nicht, die es besonders häufig im Munde führen (denen sollte man sowieso nicht trauen).

Es scheint fast, daß die DEMOKRATIE im ureigentlichen Wortsinne ein theoretisches Gebilde ist, welches vom Prinzip her gut ist, in der Umsetzung aber stets irgendwie nicht so richtig funktionieren will (wie es auch im Kommunismus ist etc.).  Im Prinzip adaptieren alle Gesellschaften irgendwie immer eine Art Führermodell. Dabei muss das nicht immer so ausarten wie beim GRÖTAZ (ursprünglich GRÖFAZ, aber es erwies sich ja eher, daß erdessenNamenichtsoschönist ein GRÖTAZ = GRÖßter Trottel/Teufel Aller Zeiten war). Das Führermodell ist: einer steht vorne und sagt, wo es lang geht, und der Rest trottet mehr oder minder murrend oder jubelnd hinterher. Manchmal steht auch eine Gruppe vorn - das Ganze artet dann nur unwesentlich zum besseren aus. Irgendwie bilden sich in den verschiedenen Gesellschaften immer wieder selbsternannte Eliten heraus (das meist einzig elitäre an Ihnen: sie haben das meiste Geld oder die stärksten Ellenbogen), die die Führung übernehmen und der breiten Masse Ihren Willen aufzwingen.

Es ist doch kein Naturgesetz, daß die Reichen reicher werden und die breite Bevölkerung herumkrebst (wenn im Falle der BRD auch auf sehr hohem Niveau - vor allem im Vergleich zu den Schwellenländern und erst recht zu den Entwicklungsländern).

Nordkorea - das ist das Land, wo Herr Clinton neulich war, um auf komische Art und Weise zwei US-Bürgerinnen freizubekommen - ist doch ein ganz guter Beweis dafür, daß gleichgültig welches System von der selbsternannten Elite als ideal für das jeweilige Volk erachtet wird, die breite Masse immer darben muß, zumindest aber so irgendwie herumkrebsen muß, um über die Runden zu kommen.

Man muß aber nicht auf den "kommunistisch" geführten Norden Koreas schauen, um Elend finden zu können: Südkorea bietet das auch, und auch dort gibt es Mängel im politischen System. Und um aus dem asiatischen Raum zurückzukommen, schauen wir uns doch unser System an: die Bundesrepublik hat auch ihre Macken und Fehler. Wir haben noch das Glück (?), uns diesen Dreck selber antun zu dürfen. Am 27. September ist es wieder so weit. Wißt Ihr schon, welches kleinere Übel Ihr wählt? -Ich nicht!

Was das alles mit den Atombombenabwürfen vor rund 65 Jahren zu tun hat? Könnt Ihr lesen?

Im übrigen bin ich der Meinung, daß die Deutsche Bahn AG zerschlagen werden sollte. (Kann mir das einer ins Lateinische übersetzen?)

Was sind Aktien eigentlich wert?

Wenn man sich derzeitig am Deutschen Aktienmarkt umschaut, kriegen einige das Gruseln, andere jauchzen noch in der Krise der Finanzmärkte und machen einen großen Reibach. Für billiges Geld kann man sich heutzutage in die größte Privatbank einkaufen, deren kleineren börsennotierten Mitbewerber bekommt man fast nachgeschmissen. Milliardenschwere Banken werden an der Börse nicht gemäß ihres eigenen Handels- und Einlagevolumens gemessen, sondern daran ob und wieviel Rendite die Aktien bringen, die momentan fast keiner kaufen will.

Was sind börsennotierte Unternehmen eigentlich wirklich wert?

Vor allem aber erkennt man in dem starren Starren auf die Indizes keinen Stimmungs- und schon gar keinen Gesinnungswechsel der handelnden Personen. Während die Finanzmärkte zusammenbrechen, bringen Broker ihre Schäfchen ins trockene und zocken mit den Kapitalruinen weiter - andere verlieren Haus, Hof, Altersvorsorge und sonst nicht was, dritte werfen sich vor die Züge (die armen Lokführer!).

Die Tarifverhandlungen in verschiedenen Branchen und Arbeitsbereichen geraten mit Verweis auf die Finanzkrise unter Druck. Hier wird Druck gemacht und da und dort und überall. Verlierer sind wie immer die kleinen Angestellten, Leiharbeiter (VW kündigt angeblich allen), Tagelöhner etc. HartzIV-Empfänger geraten noch weiter unter Druck, Politiker (bspw. Herr Mißfelder und Konsorten) schüren den Sozialneid in den unteren Schichten und reden das Wort vom unnützen Stützeempfänger.

Sehr schön bzw. informativ war eine im gestrigen 3sat-Programm ausgestrahlte Sendung von und mit Herrn Scobel über die Gerechtigkeit in der Gesellschaft und die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in Deutschland. Diese Gerechtigkeit existiert schlichtweg nicht!

Lullaby

…. Chuck Palahniuk hat ein hübsches fieses kleines Buch geschrieben (er hat natürlich mehr als eines geschrieben): Lullaby - in deutscher Übersetzung bei Goldmann erschienen (EAN/ISBN: 97839442542197; Preis: € 7,95).

Dieses hübsche fiese Machwerk erzählt von einem Reporter, der auf Grund von Recherchearbeiten zu einer Serie zum plötzlichen Kindstod auf ein altes Wiegenlied stößt, das den Tod bringt. Der Adressat schläft ein und wacht nie mehr auf! Das dumme nur: wer das Wiegenlied einmal gelesen hat, dem setzt es sich im Kopf fest und bei jeder Rezitation - selbst nur in Gedanken - geht wieder jemand hops. Der Held des Buches will es anfangs nicht wahr haben und probiert es am ihm vorgesetzten Redakteur aus … am nächsten Morgen erscheint der nicht zur Arbeit, Tage später wird er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Mittlerweile hat sich aber der Prozess verselbständigt und Leichen ohne erkennbare Todesursache pflastern den Weg des Reporters: die zu lauten Nachbarn, Leute die ihn in der U-Bahn anrempeln … urkomisch.

Doch der Reporter ist nicht allein und zusammen mit einer schrillen Immobilienmaklerin, die Spukhäuser verkauft und ebenfalls das Wiegenlied kennt (sie hat tatsächlich ihren Sohn versehentlich damit getötet und später ihren Mann, um ihre Theorie zu überprüfen), reist der Reporter durch die Staaten um alle Bücher aufzutreiben, in denen das Wiegenlied abgedruckt ist.

Einfach herrlich, amüsant und bitterböse ;-)

Leben oder Sterben?

Im Fernsehen lief gerade eine Wiederholung von Quarks & Co. zum Thema Koma, Sterben und Patientenverfügungen.

Ich weiß bis heute nicht, wie ich dazu stehe, d.h. mir soll es nur Recht sein, wenn andere über ihr eigenes Leben und Sterben verfügen, aber ich habe keine Entscheidung bisher dazu getroffen, ob ich in einem bestimmten Fall lebensverlängernde Maßnahmen ablehnen will.

Da ich eine ungeheure Angst vor einem qualvollen Sterben habe, kann ich mir nicht vorstellen, daß das Einstellen der künstlichen Ernährung gerade ein humaner Tod wäre. Bedenkt, derjenige, dessen künstliche Ernährung eingestellt wird, bei dem aber sonst alles funktioniert, muß dann eben elendig verhungern. Ist das human?

Es ist höchstens insofern human, als daß es eine menschliche Entscheidung in jenem Sinne ist, daß sie eben von einem Menschen getroffen wurde. Aber ist es im Sinne von Liebe und Fürsorge menschlich?

Was genau bedeutet das Wort “menschlich”? Für mich bedeutet es zu aller erst “von menschlicher Hand” bzw. “von Menschen erdacht”. Das heißt dann aber nicht, daß es eine gute oder schlechte, eine fürsorgliche oder egoistische Handlungsweise ist. Das Wort “menschlich” trägt keinen bewerteten Sinn bzw. wertenden Sinn, auch wenn viele es so verstehen. Auch Folter und Krieg sind menschliche Dinge: sie sind von Menschen initiiert, um andere Menschen zu quälen.

Soviel zur Menschlichkeit …

Man sieht: auch hier finden sich Verweise auf Sprache und ihre Bedeutung(en).

Will ich einer solchen Menschlichkeit ausgesetzt sein, die nach Gutdünken mit mir in einer für mich hilflosen Situation verfährt, wie es ihnen gerade in den Kram passt?

Was bringt eine Patientenverfügung? Sie bringt juristische Klarheit, wenn sie ordentlich, klar und deutlich verfasst ist. Schriftlich ist immer besser, obwohl laut Gerichtsurteilen (bitte selbst recherchieren) auch mündliche Verfügungen in Ordnung sind. D.h. wie Testamente auch, brauchen Patientenverfügung ein stabiles juristisches Umfeld, damit kein Schabernack damit getrieben werden kann. Und am sichersten sind immer noch mehrfache Ausführungen: eine beim Notar, eine in den eigenen Unterlagen, mindestens eine bei der Verwandtschaft.

Ich denke ein Verweis auf das Thema Euthanasie etc. erscheint mir hier auch angebracht. Die Themen sind in gewisser Weise miteinander verwandt.

Nur wie stehe ich dazu? Was will ich? Das erfordert noch sehr genaue Überlegungen. Ich hoffe nur, ich habe Zeit dafür ….

Euthanasie, Todestrafe, Abtreibung, ….

… in der aktuellen Ausgabe des Magazins DER SPIEGEL (46/2006) findet sich auf Seite 167 im Wissenschaftsteil ein Artikel zum Thema Euthanasie: ein britischer Gynäkologen-Verband hat sich für das aktive Töten Neugeborener ausgesprochen, sollten die Kinder schwerstbehindert zur Welt kommen. Man äußerte sich nicht näher zur Schwere der Behinderung, meinte aber, man wolle damit die betroffenen Familien emotional und finanziell entlasten.

Ich frage mich in solchen Fällen, wo das menschliche Leben auf den Faktor Kosten reduziert wird, ob die Personen, die sich äußern nicht vielleicht den Beruf verfehlt haben.

Vor allem: wie kann man europäischen Mitgliedsanwärtern einerseits die Todesstrafe ausreden wollen (Türkei) und zeitgleich Euthanasie zulassen? Wie kann man das aktive Töten von Menschen von rechtswegen zulassen?

Auch die pränatale Tötung menschlichen Lebens (vulgo: Abtreibung) wird immer wieder heiß diskutiert und führte absurderweise in den USA mitunter zu Morden an Gynäkologen (postnatale Abtreibung).

Ich halte es für widersinnig und widersprüchlich, sich pro Todesstrafe aber contra Abtreibung oder umgekehrt zu positionieren. Auch Euthanasie (aktive Sterbehilfe; ich halte auch dieses Wort für einen Euphemismus) ist letztlich nichts anderes als Mord. Man kann Mord nicht einerseits zulassen, andererseits verbieten. Mord bleibt Mord.

Oder was glaubt Ihr?

Vor allem: woher will man mit Sicherheit wissen, ob man nicht dem nächsten Stephen Hawking dort die finale Spritze setzen will?