Archiv der Kategorie Gesundheit

Der Nichtraucherschutz

Ich habe mich ja bereits als Raucher geoutet.

Seit Beginn des Jahres gilt ja in Deutschland das Nichtraucherschutzgesetz (in den jeweiligen Länderfassungen).

In Berlin gilt eine “Übergangsregelung”, derzufolge erst ab dem 01.07.2008 Verstöße gegen dieses Gesetz beim Rauchen in gastronomischen Betrieben geahndet wird, sollte dieses außerhalb der gekennzeichneten Raucherbereiche geschehen (ich hoffe, das so korrekt wiedergegeben zu haben). Wenn ich richtig informiert bin, werden schon jetzt Verstöße registriert und ggf. bei einer Häufung ab dem 01.07. geahndet. D.h. im Klartext, man kann jetzt sozusagen schon Strafpunkte für ein Knöllchen sammeln.

Durch die Medien und Diskussionen in Internetforen weiß ich aber um die zwiespältige Betrachtung des Gesetzes und schließe aus den Diskussionen, daß das Gesetz mit heißer Nadel gestrickt wurde. Die nicht abreißenden Diskussionen zeigen ganz klar, daß es eigentlich einen Nachbesserungsbedarf gibt bzgl. des Rauchens in Kneipen, Diskotheken und Biergärten. Vermutlich wird man aber vergeblich darauf warten. Es gibt Hinweise darauf, daß ein etwaiger Versuch am Gesetz allgemein zu rütteln, zu Verschärfungen führen dürfte.

Ich denke mal, man wird kaum Schlupflöcher in diesem Gesetz finden, ersten Erhebungen zu Folge gibt es auch keinen generellen Umsatzeinbruch in der Branche: in Restaurants steigen seit Inkraftreten des Gesetzes lt. einiger Betreiber die Umsätze, während sie in Kneipen und Bars allmählich zurückgehen, teils auch regelrecht einbrechen.

Klar ist, daß die Diskussion noch lange anhalten wird und auch Arbeitsplätze kosten wird. Die Frage ist allerdings, ob auch nur ein Hahn nach diesen Arbeitsplätzen in der Politik krähen wird. Es sind keine der sogenannten qualifizierten Arbeitsplätze, sondern eher kleine Aushilfsjobs von Studenten und Zweitjobbern, teils auch HartzIV-Aufstockern. Aber es sind viele Arbeitsplätze … Ich bin gespannt auf das Echo.

Ich frage mich ganz ernsthaft auch, wie weit die Politik in Bezug auf den Nichtraucherschutz noch gehen wird. Wird irgendwann das Rauchen in der Öffentlichkeit (unter freiem Himmel) verboten sein? Werden sich irgendwann Personen vor Gericht darüber streiten, ob ein Raucher auf dem Balkon seiner Wohnung sich in öffentlichem Raum oder eben innerhalb der eigenen vier Wände (bzw. auf Grund und Boden des ihm zugestandenen privaten Rückzugsbereiches) befindet?

Der Nichtraucherschutz ist - per Gesetz alle mal - auch ein Eingriff in die Privatsphäre (nicht nur der Raucher). Der Staat bevormundet hier (sicherlich nur mit besten Interessen und Wohlwollen) seinen Bürger: den Raucher in seiner Bewegungsfreiheit, den Nichtraucher aber auch - mitunter dahingehend, daß der Nichtraucher, den Job in der Gastronomie, den er wohlwissentlich annahm, daß er dort mitunter Tabakrauch ausgeresetzt ist, ohne sein zutun verliert. Ich bin auch in dieser Hinsicht gespannt, ob Nichtraucher irgendwann die Länder verklagen, weil sie auf Grund eines Gesetzes daran gehindert wurden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.  Ich kann mir vorstellen, daß solche Klagen eingereicht werden - aber vermutlich nie verhandelt.

Leben oder Sterben?

Im Fernsehen lief gerade eine Wiederholung von Quarks & Co. zum Thema Koma, Sterben und Patientenverfügungen.

Ich weiß bis heute nicht, wie ich dazu stehe, d.h. mir soll es nur Recht sein, wenn andere über ihr eigenes Leben und Sterben verfügen, aber ich habe keine Entscheidung bisher dazu getroffen, ob ich in einem bestimmten Fall lebensverlängernde Maßnahmen ablehnen will.

Da ich eine ungeheure Angst vor einem qualvollen Sterben habe, kann ich mir nicht vorstellen, daß das Einstellen der künstlichen Ernährung gerade ein humaner Tod wäre. Bedenkt, derjenige, dessen künstliche Ernährung eingestellt wird, bei dem aber sonst alles funktioniert, muß dann eben elendig verhungern. Ist das human?

Es ist höchstens insofern human, als daß es eine menschliche Entscheidung in jenem Sinne ist, daß sie eben von einem Menschen getroffen wurde. Aber ist es im Sinne von Liebe und Fürsorge menschlich?

Was genau bedeutet das Wort “menschlich”? Für mich bedeutet es zu aller erst “von menschlicher Hand” bzw. “von Menschen erdacht”. Das heißt dann aber nicht, daß es eine gute oder schlechte, eine fürsorgliche oder egoistische Handlungsweise ist. Das Wort “menschlich” trägt keinen bewerteten Sinn bzw. wertenden Sinn, auch wenn viele es so verstehen. Auch Folter und Krieg sind menschliche Dinge: sie sind von Menschen initiiert, um andere Menschen zu quälen.

Soviel zur Menschlichkeit …

Man sieht: auch hier finden sich Verweise auf Sprache und ihre Bedeutung(en).

Will ich einer solchen Menschlichkeit ausgesetzt sein, die nach Gutdünken mit mir in einer für mich hilflosen Situation verfährt, wie es ihnen gerade in den Kram passt?

Was bringt eine Patientenverfügung? Sie bringt juristische Klarheit, wenn sie ordentlich, klar und deutlich verfasst ist. Schriftlich ist immer besser, obwohl laut Gerichtsurteilen (bitte selbst recherchieren) auch mündliche Verfügungen in Ordnung sind. D.h. wie Testamente auch, brauchen Patientenverfügung ein stabiles juristisches Umfeld, damit kein Schabernack damit getrieben werden kann. Und am sichersten sind immer noch mehrfache Ausführungen: eine beim Notar, eine in den eigenen Unterlagen, mindestens eine bei der Verwandtschaft.

Ich denke ein Verweis auf das Thema Euthanasie etc. erscheint mir hier auch angebracht. Die Themen sind in gewisser Weise miteinander verwandt.

Nur wie stehe ich dazu? Was will ich? Das erfordert noch sehr genaue Überlegungen. Ich hoffe nur, ich habe Zeit dafür ….

Euthanasie, Todestrafe, Abtreibung, ….

… in der aktuellen Ausgabe des Magazins DER SPIEGEL (46/2006) findet sich auf Seite 167 im Wissenschaftsteil ein Artikel zum Thema Euthanasie: ein britischer Gynäkologen-Verband hat sich für das aktive Töten Neugeborener ausgesprochen, sollten die Kinder schwerstbehindert zur Welt kommen. Man äußerte sich nicht näher zur Schwere der Behinderung, meinte aber, man wolle damit die betroffenen Familien emotional und finanziell entlasten.

Ich frage mich in solchen Fällen, wo das menschliche Leben auf den Faktor Kosten reduziert wird, ob die Personen, die sich äußern nicht vielleicht den Beruf verfehlt haben.

Vor allem: wie kann man europäischen Mitgliedsanwärtern einerseits die Todesstrafe ausreden wollen (Türkei) und zeitgleich Euthanasie zulassen? Wie kann man das aktive Töten von Menschen von rechtswegen zulassen?

Auch die pränatale Tötung menschlichen Lebens (vulgo: Abtreibung) wird immer wieder heiß diskutiert und führte absurderweise in den USA mitunter zu Morden an Gynäkologen (postnatale Abtreibung).

Ich halte es für widersinnig und widersprüchlich, sich pro Todesstrafe aber contra Abtreibung oder umgekehrt zu positionieren. Auch Euthanasie (aktive Sterbehilfe; ich halte auch dieses Wort für einen Euphemismus) ist letztlich nichts anderes als Mord. Man kann Mord nicht einerseits zulassen, andererseits verbieten. Mord bleibt Mord.

Oder was glaubt Ihr?

Vor allem: woher will man mit Sicherheit wissen, ob man nicht dem nächsten Stephen Hawking dort die finale Spritze setzen will?

Beziehung, Partnerschaft, Treue

Es ist ein altes Thema: ein Mensch mag auf die Dauer nicht alleine leben - ohne einen anderen Menschen an seiner Seite, meine ich hier.

Also macht man sich auf die Suche. Kontaktmöglichkeiten gibt es dieser Tage ja zahlreiche: sei es, daß man Kontaktanzeigen in Stadtmagazinen wie SIEGESSÄULE oder dergl. schaltet, sich in Clubs und Cafés der Szene umtut, oder hier im WWW es über internetportale versucht.

Ganz Verzweifelte versuchen es vielleicht auch mit Partnerschaftsvermittlungen oder widersinniger Weise gar an Orten, wo man eher den schnellen und anonymen Sex sucht.

Soviel zur Partnersuche an sich.

Hat man ihn (oder sie) dann erstmal gefunden, beginnt das eigentliche Drama, denn man kann auf die Dauer nicht ohne, aber viele können auch nicht mit.
Wieso?
Eine Möglichkeit mag sein, daß man schlichtweg den falschen Partner gewählt hat. Einige Gemeinsamkeiten sollten schon vorhanden sein (sehr empfehlenswert für Beziehungsgeschädigte ist die Komödie “Therapie zwecklos” von Robert Altman mit Jeff Goldblum u.a.; Originaltitel “Beyond therapy”).

Man muß ja nicht vollends deckungsgleich in Ansichten, Hobbys, Interessen und Ambitionen sein, denn - zumindest meiner bescheidenen Meinung nach - liegt der Reiz der Partnerschaft (und in zwischenmenschlichen Beziehungen überhaupt) darin, Neues mit dem Partner kennenzulernen, seinen Horizont in Erfahrungen zu erweitern. Selbst wenn die Beziehung mal scheitern sollte, kann man so davon etwas für sich gewinnen, wenn man offen dafür ist. Es mag zwar für manche ausreichend sein, im Prinzip ein Abziehbild seiner selbst neben sich auf der Couch sitzen zu haben - aber ich denke, das wird auf die Dauer langweilig. Neues kennen lernen ist für mich wichtig. Ich habe eine Beziehung, die mich bereichert - auch noch nach mittlerweile fast acht Jahren. Man muß sich die Ansichten und Standpunkte des Gegenübers ja nicht zu eigen machen, aber sie vermitteln dennoch neue Perspektiven und man kann lernen.

Was viele offenbar nicht bedenken, ist, daß man in einer Partnerschaft auf seinen gegenüber eingehen muß. Eine Partnerschaft heißt für alle Beteiligten, Kompromisse schließen. Es ist in einer Partnerschaft mehr als nur Händchenhalten, Küßchen und Sex miteinander.

Es gibt einige Punkte in einer Partnerschaft, die ungefähr gleichgewichtet, vorhanden sein müssen, damit eine Partnerschaft funktionieren kann.

  • Kompromissbereitschaft
  • Respekt
  • Vertrauen
  • Fürsorge und Verantwortung
  • Ehrlichkeit
  • Vergebungsbereitschaft
  • Treue

Die Kompromissbereitschaft geht, denke ich, allen voran, zieht die Vergebungsbereitschaft nach sich, sollte es mal zu einem Krach kommen. Vergeben hat wieder andere Bedingungen, nämlich Vertrauen, Respekt und Ehrlichkeit. Fürsorge und Verantwortung sind auch wichtig. Ich widme mich jetzt erstmal den Begriffen Treue und Ehrlichkeit, die von einander abhängig sind. Treue setzt Ehrlichkeit voraus, aber auch immer die Kompromiss- und Vergebungsbereitschaft. Treue ist nicht gleichzusetzen mit Monogamie. Treue ist ein umfassenderer Begriff, als die reine sexuelle Treue, die es auch in Beziehungen geben mag, weit seltener als vorgegaukelt, weit seltener ehrlich gelebt, als behauptet und missbraucht.

Zunächst muß man sich selbst treu sein können, um anderen gegenüber Treue erweisen zu können. So wie man andere nur lieben kann, wenn man sich selbst ausreichend liebt.

Weswegen ich das anspreche: Ich erlebe immer wieder in diversen Kontakten und Gesprächen in cruising-areas Personen, die mit mir darüber ins Gespräch kommen, daß man in der Beziehung doch eigentlich keinen auswärtigen Sex haben sollte. Ich kann mit dieser Einstellung leben, wenn sie auch gelebt wird, d.h. wenn jemand, der gebunden ist und diesen Standpunkt auch vertritt eben nicht rumhurt. Nur viele tun es nicht, sagen aber, sie würden ihren “Freund” sofort verlassen, wenn sie erführen, daß dieser mal fremde Früchte nascht.

Ich frage mich dann: “Von welchem Freund spricht der?” Er kann nämlich keinen Freund haben. Mit Freunden geht man so nämlich nicht um. Da fehlt der Respekt, da fehlt die Bereitschaft zur Vergebung, da fehlt die Bereitschaft zum Kompromiss. Das ist schlichtweg gelebte Bigotterie.

Ihr denkt, nur weil Ihr schwul seid, wäret Ihr automatisch tolerant? Was ist das denn für eine verlogene Annahme? Auch Schwule sind bigott, falsch, verlogen, engstirnig etc. oder können es sein.

Ein Mann, der sowas wie das obengenannte, erwähnt, hat in meinen Augen keinen Freund, sondern einen bevorzugten Beischlafpartner, vielleicht auch einen Mitbewohner, wenn man zusammen lebt, aber eben mangels Respekt, Vergebungs- und Kompromissbereischaft, mangels Treue keinen Freund. In meinen Augen verleugnet er seinen Partner auch, da er ihn gering schätzt, nicht als ebenbürtig und gleichberechtigt sieht. Wer sich die Freiheit nimmt, mit Dritten rumzuficken, muß auch den Kompromiss eingehen, dieses seinem Partner zuzugestehen. Ob der es dann tut, sei ihm überlassen.

Einem Freund zollt man auf jedem Fall Respekt, man vertraut ihm, verzeiht (nicht alles, da hat jeder seine individuellen Grenzen), schließt eben Kompromisse. Man macht seinen Freund nicht nieder, verleugnet ihn nicht, macht ihn nicht zur Schnecke - wenn er ’s nicht verdient hat!

Polygamie ist für mich auf jeden Fall kein Grund, meinen Freund zur Schnecke zu machen - so lange er mich nicht verleugnet oder mein Vertrauen missbraucht. Dazu gehört auch die Verantwortung und Fürsorge in der Partnerschaft in puncto Geschlechtskrankheiten.

Ich wäre nicht bereit, eine Beziehung zu nichte zu machen, die ich mir seit November 1996 mühsam aufgebaut habe, wg. einer Lapalie. Da braucht es schwerwiegende Gründe, die unverzeihlich sind und das Band des Vertrauens unwiderruflich zerstört haben.

Eine Partnerschaft ist ein Bündnis, ein Vertrag, den man miteinander schließt, ohne ihn aussprechen zu müssen. Dieses Bündnis hat Regeln und die Basis jener Eigenschaften, die ich oben gelistet habe.

Noch ein Rat an die youngsters und Bubis: Sagt nicht so leichtfertig: “Niemals nie würde ich meinen Freund betrügen und fremd gehen!” Seid lieber vorsichtig mit solchen Aussagen, macht Eure Erfahrungen, lebt. Aber seid um Gottes Willen nicht so vorlaut und -eilig mit Behauptungen und Eiden bei der Hand, die Ihr später vielleicht nicht bewahrheiten und dann in Folge bereuen könntet. Denn das müsst Ihr tun: Euch finden im Leben, Euren Platz, Euch behaupten und bewahrheiten. Das nennt man dann Treue zu sich selbst!

Umbau des deutschen Gesundheitssystems

Im Wissenschaftsteil der Berliner Zeitung vom Mittwoch, 20. Sept. 2006 war auf Seite 12 zu lesen:

Für ein stablies Gesundheitssystem
BERLIN. Nur durch eine wirklich grundlegende Reform bleibt das deutsche Gesundheitssystem auf Dauer stabil. So heißt es im “Manifest Gesundheitssystem”, das ein interdisziplinäres Forscherteam an der Berlin-Brandenburgischen Akademie gestern vorstellte. Die Experten fordern eine Mindestversicherungspflicht für alle Bürger bei freier Wahl des Versicherers, die Privatisierung der gesetlichen Krankenkassen und einen Rückzug des Staates auf elementare Kontrollfunktionen. Für die Umgestaltung des Systems veranschlagen die Forscher dreißig Jahre. (lb)

Wenn man das so liest, denkt man automatisch, daß es Murks sein muß, wenn die Politiker einen Umbau binnen zehn oder weniger Jahre propagieren. Schaut man sich den Artikel genauer an, bedeute eine Befolgung der Ratschläge den Ausstieg aus dem Solidarsystem. Die Frage, die sich mir hierbei stellt, ist die, ob das Solidarsystem wirklich unrettbar in eine Schieflage geraten ist oder ob da nur neo-liberale Kräfte ordentlich die Werbetrommel für ihre Ideen rühren.

Laut Berliner Zeitung kann man das Manifest anfordern unter:
Pressestelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie
Jägerstraße 22/23
10117 Berlin
e-mail: glerch@bbaw.de