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Archiv der Kategorie Konsum & Wirtschaft
Dollar-Schwäche, ver.di-Streik im Handel und Rekord-Lotto
6.12.2007 von Wolf.
In den vergangenen zwei Wochen prasselten ziemlich viele Informationen auf mich ein: neben neuen Flut- und Brandkatastrophen in verschiedenen Erdteilen und der Bali-Klimakonferenz auch mitunter der Leitartikel der SPIEGEL-Ausgabe 48/07, die sich mit dem Dollarabsturz, der Inflation und der Bankenkrise in den USA beschäftigte. In Kombination damit, daß ver.di nun im laufenden Weihnachtsgeschäft 2007 seine Mitglieder zum Streik aufrief, weil die Tarifverhandlungen total festgefahren sind, die Ausdehnung der Öffnungszeiten extreme Familienunfreundlichkeit demonstriert und die Gehälter im Einzelhandel in krassen Beispielen dazu führen, daß bspw. real,-Beschäftigte in Teilzeit bei real,- selbst auf Grund der hohen Preise und niedrigen Gehälter nicht mehr einkaufen können, ohne sich zu ruinieren, finde ich es wohltuend, wenn es noch Glückspilze in diesem Land gibt, die mit 6er und Superzahl jeweils 15,1 Millionen € abräumen und 21 weitere es immerhin auf 1/4 Million bringen, weil sie einen 6er haben. Glückwunsch!
Jetzt dürfen die Gewinner nur nicht überschnappen und alles binnen 4 Wochen verprassen. Denn was bleibt, wenn der Dollar weiter stürzt, der Euro zwangsweise hochgeht - aber nicht aus eigener Kraft sozusagen und die Preise weiter steigen. Die meisten Lohnerhöhungen der vergangenen 20 Jahre sind von der Inflation gefressen worden - so sie denn überhaupt stattfanden.
Brüssel will indes den Postmindestlohn kippen: weil angeblich der freie Markt dadurch behindert wird; die PIN AG hat schon Massenentlassungen angekündigt, Massenentlassungen bei einer Berufsgruppe, die oftmals nichtmal mehr ein sicheres Festgehalt angeboten bekommt: die PIN AG bezahlt ihre Mitarbeiter mitunter pro Brief und schert sich nicht darum, wie oft ggf. in Falle von Einschreiben die Leute den Weg zum Kunden machen müssen, wenn Sie ihn nicht antreffen. Im Gegensatz zur Post AG ist es hier nämlich so, daß es kaum Filialen gibt, wo ggf. der Kunde sein Einschreiben nach einer Benachrichtigung postlagernd abholen könnte. Der Angestellte trägt das Risiko allein. Die Beschäftigungsverhältnisse sind oft als geringfügig eingestuft, nicht selten eher Nebenbeschäftigungen, bei denen oftmals Aufwand und Verdienst in keinem rationalen Verhältnis stehen …. und dann kommt diese extravagante Inflation, deren Errechnung auch Zweifel wachwerden lässt: selbst wenn die Statistiker behaupten, der darin enthaltene Neuwagen und neue PC und neue Kühlschrank etc. seien runtergerechnet und die Gewichtung durchaus der Realität entsprechend, so ist es reichlich irrelevant für jene, die sich überhaupt kein Auto leisten können und einen neuen Kühlschrank nur mit Amtshilfe bekommen. Das Prekariat wächst … es hat teilweise Arbeit … aber oftmals in nicht gesicherten Verhältnissen und zu Dumping-Löhnen.
Der Bericht bzgl. der Kinderarmut war ja auch ziemlich erschütternd … wer weiß, was da noch alles auf uns zu kommt?!
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Mindestlohn?!
18.11.2007 von Wolf.
Kürzlich verloren wir unseren Arbeits- und Sozialminister mitunter auch (entgegen seiner persönlichen Angaben), weil sein Herzensanliegen, der gesetzliche Mindestlohn, ohne Chance in dieser Koalition zu sein scheint.
M. E. hatte er durchaus mindestens ein gutes Argument für einen gesetzlichen Mindestlohn: es ist nicht einzusehen, wieso Arbeitgeber zu Lasten des Steuerzahlers ihre Lohnkosten niedrig halten dürfen sollen, und ihre Angestellten teils quasi dazu zwingen, staatliche Hilfen in Anspruch zunehmen - zusätzlich zu ihrem Arbeitsentgelt.
Eine Person, die vollzeitbeschäftigt ist, sollte meines Erachtens weder dazu gezwungen sein, zusätzlich staatliche Unterstützung beantragen zu müssen, noch sich eine Nebentätigkeit zu suchen, um über die Runden zu kommen.
Es kann nicht Aufgabe des Sozialstaates sein, verdeckte Lohnsubventionen zu zahlen - oder überhaupt welche. Lohnsubventionen sind meines Erachtens das schlimmste, was ein Staat leisten kann. Wenn ein Unternehmen sich keine Angestellten leisten kann, dann kann es das eben nicht. Fertig aus! Dann ist in diesem Unternehmen eben nur der Unternehmer selbst beschäftigt. Ein Unternehmer trägt eben das Risiko Personalkosten. Es darf ihm nicht erlaubt werden, dieses Risiko zu verstaatlichen, ohne die Allgemeinheit entsprechend am Gewinn des Unternehmens zu beteiligen.
Diesem Prinzip folgend, fände ich es extrem spannend, was der Staat an Einnahmen gewinnen könnte, stellte er den Unternehmen unmittelbare und mittelbare Lohnsubventionen entsprechend in Rechnung.
Wenn Unternehmen hingegen behaupten (eigentlich sind es ja meist die Lobbyverbände, die nicht immer im Sinne der Vertretenen handeln), wenn der Gesetzgeber einen Mindestlohn vorschreibe, müssten sie Leute entlassen, dann sollten sie das ruhig tun
Vielleicht kann man aber auch im Gegenzug zur Einführung eines Mindestlohns mal schauen, ob nicht wirklich an anderer Stelle die Wirtschaft entlastet werden kann: die Politik ist dann auch gefordert, einen echten Interessenausgleich herbei zu führen. Denn nicht nur die Interessen der Wirtschaft sind legitim: Wirtschaftsunternehmen haben kein Stimmrecht. Sondern alle Arbeitnehmer haben m.E. das Recht, von den Einnahmen aus ihrer Erwerbstätigkeit leben zu können - d.h. sich auch über das Einfachste (Wohnung, Kleidung, Nahrung) hinaus ein wenig Luxus zu leisten (d.h. nicht unbedingt jährlich einen Diamantring, sondern eben Urlaub, Teilhabe am Kulturleben, sportliche Betätigung im Verein, Kinderkrippen, VHS-Kurse etc. pp.). Leben heißt mehr als nur das blanke Überleben zu sichern. Wieso gibt es Leute, die anderen die simpelsten Vergnügungen versagen wollen?
Wer behauptet, unter den gegebenen Umständen sei ein Mindestlohn nicht finanzierbar, sollte vielleicht auch mal darüber nachdenken, wie er ihn finanzierbar machen könnte.
Zumal andere europäische Staaten es vorgemacht haben, kann es eigentlich nicht wahr sein, daß dieses unmöglich wäre.
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à propos Potter
2.9.2007 von Wolf.
… es wird ja bald nicht mehr Pottern. Jetzt im Oktober ist nochmal die große Sause mit dem deutschen Potter (also der dt. Ausg. der “Deathly Hallows”) … und dann war’s das. Was dann?
Eine Fortsetzung wird es nicht geben - für jene, die schon die englische Ausgabe kennen, ist klar wieso. Zumal ein neuer Potter-Roman ohne Severus Snape eher dröge sein könnte.
Was also tun? Welcher Lektüre wendet man sich dann zu? Zum Glück gibt es noch andere Bücher außer jener, die sich um den Zauberlehrling, der erwachsen wird, drehen. (In jeder Buchhandlung stehen sie links und rechts von Potter.)
So ist bspw. dieser Tage auch ein neuer Walter-Moers-Roman erschienen: “Der Schrecksenmeister”. Und für all jene, die es noch nicht kennen sei auf die fabelhaften Reihen von Tad Williams hingewiesen: Der Drachenbeinthron (vier Bde.) und Shadowmarch (bisher 2 Bde.). Und es gibt nicht nur fantastische Literatur ….
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Schulbücher … oder Eltern am Rande des Nervenzusammenbruchs
25.8.2007 von Wolf.
…. so wie jedes Jahr ist im Sommer in unserer Buchhandlung Schulbuchgeschäft angesagt. Das ist dann fast wie Weihnachten - nur irritierender und scheinbar für die Eltern der Schüler jedesmal der Horror. Sehr empfindlich wird dann reagiert, wenn es heißt: “Tja, das Buch ist z Zeit leider nicht lieferbar. Der Verlag hat zu wenig produziert und muß nachdrucken.” Und vor allem, wenn uns alle nur noch ein Wochenende vom Schulbeginn trennt, und die Eltern auf die obige Ansage mit der Nachfrage reagieren: “Aber das wird doch noch etwas zum Schulbeginn?” Die Augen riesig aufgerissen, ein nervöses Zucken um die Lippen, halb heulend, halb lachend oder auch wutverzerrt. Und wenn man dann mit dem bedauernden Ausdruck im Gesicht langsam den Kopf schüttelt und denkt: dieser arme Tropf.
Lustig wird es vor allem, wenn die Leute nicht begreifen, daß das benötigte Buch nicht ebenmal woanders bestellt werden kann, weil alle Buchhändler im Prinzip auf die gleichen Reserven zurückgreifen. Klar, die Leute müssen den Buchhandel nicht erst verstehen lernen, um Schulbücher bestellen zu können. Aber es ist schon traurig, daß die Leute nicht begreifen, was es heißt, daß ein Buch einfach nicht lieferbar ist.
Was ich nicht begreife: wieso lassen diese Idioten ihre Wut darüber, daß sie zu spät losgehen, an uns aus?
Diese Ignoranz, zu eigenen Fehlern zu stehen, fällt mir immer wieder und immer häufiger auf. Die Leute stehen nicht mehr zu den Konsequenzen ihrer eigenen Handlungsweise, sie erkennen sie nicht einmal. Es wäre ja noch verständlich, die Verantwortung abschieben zu wollen. Aber daß man nicht mal sieht, erkennt, daß sie doch eigentlich bei einem selber liegt …. das ist der Hammer.
Das ganze wird ja auch durch die Schulen nicht gerade erleichtert: so gaben diesen Sommer die Schulen teilweise die Schulbuchlisten mit falschen Bestellnummern / ISBNs raus - teils auch mit inkompletten ISBNs oder schlichtweg komplett ohne (für all jene die nicht wissen, wie eine ISBN richtig aussieht hier ein Link).
Eine Mutter meinte doch tatsächlich zu mir, ob ich nicht wüßte, welches Buch sie meinte, als sie mir nur Verlag, Klasse und Fach genannt hatte. Ich habe sie ehrlich gesagt fast ausgelacht, ihr das dann andeutungsweise zu erklären versucht, aber sie hörte mir schon gar nicht mehr zu und versuchte ihr Glück bei einem Kollegen, wo sie ganz ähnlich auf die Schnauze flog.
Ich weiß sehr wohl, daß das ganze Affentheater um die Schulbücher für die Eltern nicht minder stressig ist, als für uns. Dennoch werde ich nie begreifen, warum sie jedesmal ihren Frust über den Stress an uns ablassen und nicht an den Verursachern: den Lehrern, die mit ihren fehlerhaften und ungenauen Angaben auf den Schulbuchlisten das ganze erst in ein Chaos stürzen lassen.
Ein Stück weit sind natürlich auch die Eltern selbst Schuld - vor allem, wenn sie bis zur letzten Ferienwoche mit der Bestellung warten und sich dann wundern, daß einige Bücher kurzfristig nicht lieferbar sind (sh. oben) oder aber, daß die Schlangen an unseren vier Kassen und am Abholfach elendig lang sind. Es gibt mittlerweile nur noch sehr wenige Schulen, die die Listen so kurzfristig erst ausgeben.
Viel Streß kann man sich bei den Schulbüchern natürlich sparen, wenn man die kompletten ISBNs hat und die Muße und Gelegenheit, die Schulbücher via Internet zu bestellen. Die meisten guten Händler machen das in der Hauptsaison mittlerweile porto-/versandkostenfrei auf Rechnung. D.h. es muß nur noch einer zum Lieferzeitpunkt zu Hause sein, die Bücher entgegen zu nehmen.
Der Spaß mit den ISBNs wird ab dem nächsten Jahr noch größer, wenn der Nummernblock im Umfang verdoppelt wird und die 10-stellige ISBN nicht mehr ausreicht zur eindeutigen Identifikation: ab dem 01.01.2008 kommt dann nämlich zur jetzigen mit 978 beginnenden 13-stelligen ISBN die Möglichkeit hinzu, daß die ISBN mit 979 beginnt. Das Buch 3-15-458764-8 hat dann keine eindeutige Identifikation mehr (die hier angegebene Bsp.-Nummer stimmt sowieso hinten und vorne nicht, sondern ist von mir erdacht, eine schnelle Überprüfung online: Reclam hat kein Buch mit dieser Nummer [978-3-15 ist das Präfix für den Reclam-Verlag].), da man ja sowohl die 978- als auch die 979- voranstellen könnte.
(Bei Wikipedia ist auch die Formel zur Berechnung der Prüfziffern hinterlegt.)
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Der neue Potter hat schon einen Titel …
23.12.2006 von Wolf.
der neue Harry-Potter-Roman von J. K. Rowling hat einen Titel: Harry Potter and the Deathly Hallows (Harry Potter und die tödlichen Weihen). Nur fehlt zum Titel bisher das Buch. Auch noch vollkommen unklar ist der Erscheinungstermin. Fans und Kritiker werden wieder auf die Folter gespannt …
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