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Archiv der Kategorie Glaube, Religion und Kirche
Henri IV
4.3.2010 von Wolf.
In den Kinos läuft demnächst Henri IV an. Ein Film über jenen französischen König, der die Hugenottenkriege beendete und mit dem Edikt von Nantes den Frieden im Land wiederherstellte. vergl. Wikipedia
In irgendeinem Fernseh-Beitrag wurde behauptet, der Film basiere auf dem zweibändigen Werk von Heinrich Mann. Mir war allerdings immer so, daß das Werk Manns sich auf den deutschen Kaiser Heinrich IV. mit seinem Gang nach Canossa etc. bezöge. Irre ich oder irrt die Wiki? - Eine kleine Recherche beim Fischer Verlag, Frankfurt a. M. brachte ans Licht: ich irre. Merkwürdig, wie sich manches mal etwas falsch im Kopf festsetzt.
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Gesetzgeber …
18.10.2009 von Wolf.
Zuletzt erschien ja bei Rowohlt von Ralf König der Archetyp, die Ralf-König-Version von Noahs Bau der Arche und der Sintflut …
Anbei habe ich Euch einen Link für eine Geschichte gelegt, die so offenbar nur auf seiner Webseite existiert bzw. in einer Anthologie mehrerer Comic-Künstler: der Gesetzgeber. Ralf König adaptiert in letzter Zeit häufiger biblische Geschichten … in jener vom “Gesetzgeber” ist es die Geschichte Moses’ auf dem Berg Sinai. Jene Episode, wie die jüdisch-christliche “Wertegemeinschaft” zu Ihren zehn Geboten kam.
GOTT ist bei Ralf König allein der von seiner menschlichen Schöpfung angenervte. ER findet Gefallen an SEINER Arbeit. Das hat GOTT manchem Menschen offenbar voraus. ![]()
Das Gottesbild bei Ralf König ist ein ganz anderes, aufgeklärteres, abgeklärt vermutlich auch … und da ist kein GOTT, den man fürchten muß, in seiner Rachsucht, seiner Dominanz und seinem Herrschaftsanspruch. Letztlich karikiert König auch hier wieder nur den Menschen in seiner Engstirnigkeit, seiner Hilflosigkeit, das Leben ohne eingemeißelte Leitplanken zu meistern. Gesetze und Vorschriften statt Freiheit und Einsicht … typisch deutsch? Ist es wirklich nur deutsch? Oder ist es nicht typisch menschlich … Wir fallen wieder auf Kant zurück, Rousseau, Descartes und damit auf andere, ältere Philosophen ….
Der Mensch als Neidhammel, der Mensch als Miesepeter, der Mensch als Herrschaftssüchtiger - der Mensch kurzum in seiner vollständigen Unvollkommenheit und Ignoranz. Wieso treiben Mißgunst und Neid uns soweit?
… und weil Ralf König so schön ist, noch einer: Hommage an Loriot und Shakespeare.
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Großer Gott …
5.7.2008 von Wolf.
Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke,
Vor dir beugt die Erde sich
Und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
So bleibst du in Ewigkeit.
Alles, was dich preisen kann,
Cherubim und Seraphinen,
Stimmen dir ein Loblied an;
Alle Engel, die dir dienen,
Rufen dir in sel’ger Ruh’:
Heilig, heilig, heilig! zu.
Heilig, Herr Gott Zabaoth!
Heilig, Herr der Kriegesheere!
Starker Helfer in der Not,
Himmel, Erde, Luft und Meere
Sind erfüllt von deinem Ruhm
Alles ist dein Eigentum.
Sieh dein Volk in Gnaden an;
Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe,
Leit es auf der rechten Bahn,
Daß der Feind es nicht verderbe.
Wart und pfleg es in der Zeit,
Heb es hoch in Ewigkeit.
Alle Tage wollen wir
Dich und deinen Namen preisen
Und zu allen Zeiten dir
Ehre, Lob und Dank erweisen.
Rett aus Sünden, rett aus Tod,
Sei uns gnädig Herre Gott.
Herr, erbarm, erbarme dich!
Auf uns komme, Herr, dein Segen!
Deine Güte zeige sich
Allen der Verheißung wegen.
Auf dich hoffen wir allein;
Laß uns nicht verloren sein!
Der Apostel heil’ger Chor,
Der Propheten große Menge
Schickt zu deinem Thron empor
Neue Lob- und Dankgesänge!
Der Blutzeugen große Schar
Lobt und preist dich immerdar.
Auf dem ganzen Erdenkreis
Loben Große und auch Kleine
Dich, Gott Vater, dir zum Preis
Singt die heilige Gemeinde:
Sie verehrt auf seinem Thron
Deinen eingebornen Sohn.
Sie verehrt den Heil’gen Geist,
Welcher uns mit seinen Lehren
Und mit Troste kräftig speist;
Der, O König aller Ehren,
Der mit dir, Herr Jesu Christ,
Und dem Vater ewig ist.
Du, des Vaters ewger Sohn
Hast die Menschheit angenommen
Bist vom hohen Himmelsthron
Zu uns auf die Welt gekommen
Hast uns Gottes Gnad gebracht
Von der Sünd uns frei gemacht.
Durch dich steht das Himmelstor
Allen, welche glauben, offen
Du stellst uns dem Vater vor
Wenn wir kindlich auf dich hoffen
Du wirst kommen zum Gericht
Wenn der letzte Tag anbricht.
Herr, steh deinen Dienern bei
Welche dich in Demut bitten
Kauftest durch dein Blut uns frei
Hast den Tod für uns gelitten
Nimm uns nach vollbrachtem Lauf
Zu dir in den Himmel auf.
Text: nach Ignaz Franz (1719-1790) , 1771
Musik: Peter Ritter (1770-1847) , 1774
… mir war gerade danach, zuvor hatte ich im SPIEGEL 26/08 den Kurzbericht über die Biosphäre 2 gelesen und mitunter mich über Asse 2 und Atommüll mit meinem Freund unterhalten …, tja, und da kam mir spontan das Lied in den Sinn. Das sind die Momente, in denen der Katholizismus seine Triumphe feiert und die menschliche Demut vor der Schöpfung einfordert.
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Religion(en), Kirche(n) und Phantastik …
16.2.2008 von Wolf.
Beim Übertragen der letzten drei Beiträge, die einst auf meiner normalen Webseite (⇒ en-shandra.de) platziert waren, fiel mir auf, daß man in vielen phantastischen Werken Bezüge zu Religion und Kirche findet: ganz offensichtlich in “The Chronicles of Narnia” (C. S. Lewis) , “His Dark Materials” (Philip Pullman) und “The Prince of Nothing” (R. Scott Bakker) sowie “The Vampyre Chronicles” (Anne Rice). Etwas versteckter oder indirekter findet man die Bezüge bei Tad Williams (”Shadowmarch”, “Dragonbone Chair”, “Burning Man”), bis man sie schließlich schnell überliest (Joanne K. Rowling mit “Harry Potter” und John Ronald Reuel Tolkien mit “The Silmarillion” und “Lord of the Rings” [letzterer sucht nur nach einem alternativen Enstehungsmythos und einer Welterklärung außerhalb nach England importierter Mythen]).
Dennoch sind überall Bezüge zur Religion oder Kirche und sie sind nicht immer so krass atheistisch wie in “His Dark Materials” oder so offensichtlich messianisch wie in “The Chronicles of Narnia”. Anne Rice läßt ihre Leser hingegen allein am Verstand und der Ernsthaftigkeit Gottes (und des Teufels) zweifeln, der in einem harmlos anmutenden Streit mit einem seiner Engel ein alter Rechthaber ist (sie schlägt hier im übrigen eher der jüdischen Tradition nach, worin Satan zwar Gott widerspricht, aber ihm dennoch dient und irgendwie auch freundschaftlich zugeneigt scheint). Tad Williams hingegen lässt Misstrauen gegenüber jenen aufkommen, die die alten Göttergeschichten weitertragen und weitererzählen, sie ausschmücken, abändern und schließlich zu Lügen verkommen lassen, während die Götter selbst sich darum nicht scheren und man froh sein kann, daß sie einen nicht beachten … nicht so sehr …
GOTT … und Religion an sich, sind immer wieder - teils auch nur indirekt, Gegenstand der phantastischen Literatur … wieso?
Wird von jenen, die phantastische Literatur verfassen, GOTT so innig verehrt … oder gefürchtet? … was bewegt einen, sich wieder und wieder mit GOTT, der GOTTwerdung von Menschen, der Menschwerdung GOTTes etc. zu befassen? Was treibt diese Leute um? Und wieso geschieht das so häufig in jener Literaturgattung, die gemeinhin als trivial betrachtet wird? Ist GOTT trivial?
Ich muß zugeben: nicht selten sind in der phantastischen Literatur alte Mythen nicht nur aufgegriffen, sondern teils total verquast wiedergegeben oder komplett umgeschrieben. Einige Autoren nutzen sie als Versatzstücke, biegen sie zurecht, bis sie unkenntlich werden und passen sie ihren Bedürfnissen an.
Nicht selten existieren von alten Mythen mehrere Fassungen: eines der bekanntesten Beispiele findet sich in der Genesis: dort liegen zwei verschiedene Schöpfungsberichte vor. Außerhalb der Bibel existieren weitere Fassungen anderer Geschichten, die wir ansonsten durchaus aus der Bibel kennen.
Aber nicht nur die Bibel wird in modernen phantastischen Werken verwendet, auch antike nicht-christliche Mythen werden immer wieder aufgegriffen, teils neuinterpretiert oder komplett neu geschrieben (vergl. “Die Nebel von Avalon” von Marion Zimmer Bradley u. a.) .
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His Dark Materials … die 2te
31.1.2008 von Wolf.
Mittlerweile habe ich die Lektüre der Trilogie Pullmans abgeschlossen.
a) Sie ist doch noch eine runde Sache geworden: Mr Pullman scheint eventuell dazu zu neigen, nicht unbedingt zu früh sein Pulver zu verschießen. Die Rollen der Mulefa, des Lords Asriel und Mrs Coulters sind alle noch aufgeklärt worden:
1. Lord Asriel, der m. E. niemals der strahlende Held werden konnte, nachdem er am Ende des ersten Bandes (Der Goldene Kompass) die Schuld am Tode Rogers, Lyras ehemaligem Spielkameraden aus Oxford, auf sich geladen hatte, starb im Ringkampf mit dem himmlischen Chefinquisitor am Abgrund.
2. Mrs Coulter, Lyras Mutter, unterstützte Lord Asriel nach ihrem schier undurchsichtigen Intrigenspiel im Kampf gegen das Himmelreich und starb mit ihrem Geliebten zusammen.
3. Die Mulefa, deren Rolle in der ganzen Handlung mir recht unklar war, bekamen am Ende noch ihre “Sprechrolle”. Zumindest wurde klar, wieso es wichtig war, daß Mary Malone ihre Staubbeobachtung dort machte. Allerdings passt der Titel des dritten Bandes nicht wirklich: das Bernstein-Teleskop war zwar eine wichtige Hilfe für Dr. Malone bei ihren Beobachtungen zum Staub, aber es war m. E. ein weniger wichtiges Instrument als das Magische Messer oder der “Goldene Kompass”, also das Alethiometer.
b) Ganz klar wurde mir jedoch nicht, wie das mit den Dæmonen bei Menschen aus Wills Welt funktionierte, wenn sie in Lyras Welt waren (wo Mary Malone nie war, aber Will und sein Vater). Wie entdeckten diese zwei Ihre Dæmonen bzw. wie geschah es bei Wills Vater und wieso konnte niemand Wills Dæmon sehen, als dieser in Lyras Welt war? Dort scheint mir noch eine kleine Ungereimtheit verborgen zu sein.
c) Ansonsten denke ich, man sollte Pullmans Meinung zu Tolkien leer im Raum stehen lassen. Er hat sich geäußert und hätte nach Meinung manch anderer Personen besser schweigen sollen in diesem Punkt. Sei’s wie’s ist, man muß seine Meinung ja nicht teilen.
Ideenreich ist die Trilogie definitiv. Aber ich denke, hier und da wäre manches noch interessant gewesen, es näher auszuführen.
Irgendwie ist ja auch seine “Gottes”-Version recht irritierend. Seine Trennung zwischen “Gott” und Schöpfer ist nicht so ohne weiteres leicht zu verdauen. Macht den Atheismus seines Werkes aber andererseits auch wiederum erträglicher. Er äußert sich in Bezug auf den Schöpfer im Laufe der Bücher nur insofern, als daß niemand sagen könne, wer verantwortlich für die Schöpfung zeichne, ob es überhaupt eine Person oder dergl. gäbe, die alle Welten erschaffen habe. Man wußte nur, daß das Wesen, daß in jener Trilogie “Gott” genannt wurde, es nicht gewesen sei.
Wer immer sich uns gegenüber als “Gott” offenbart: wir sollten vielleicht skeptisch sein. Vor allem, wenn er / sie ein Raumschiff fordert (vergl. STAR TREK V) oder senil vor sich brabbelt.
Der echte GOTT sollte nicht senil werden können oder Raumschiffe brauchen, oder aber wir sollten uns warm anziehen!
Vergl. ⇒ HDM; Kirche vs. Fantasy?; Shadowmarch
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