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Ich hatte früher (Grundschulzeit) immer gedacht, mein Name sei ziemlich außergewöhnlich … eine heutige Google-Anfrage zeigte mir obiges Ergebnis … ich tauche erstmals auf Seite 5 auf. Da war ich doch baff.

Einige Wolframs neigen zu einem Doppelnamen, bspw. Schneider-Müller (um hier keinen der wirklich gefundenen zu erwähnen) , um vielleicht doch eher auffindbar zu sein - oder einfach, weil es sich so ergab … (Heirat oder Verpartnerung). Manche haben den Doppelnamen aber vielleicht schon seit ihrer Geburt … wer weiß. Ich kenne keinen persönlich.

Das erste seltsame Erlebnis dieserUn-Einzigartigkeit (dem Namen zu Folge) hatte ich in der Uni im PC-Saal als ich meinen Platz schon eingenommen hatte und ein anderer Wolfram Schneider von der Warteliste für den nächsten freien Arbeitsplatz aufgerufen wurde. Das war spooky für mich.

Mittlerweile bin ich ziemlich dran gewöhnt. Viele Verwechslungen gab es noch nicht - weder zum Vor- noch zum Nachteil - bis auf eine, denke ich, als mein Vertrag bei Nuon gekündigt wurde und ich ziemlich perplex diesbezüglich aus dem Weihnachtsurlaub zurückkommend da stand. Ich nehme heute an, daß dieses auf Grund einer Namensgleichheit passierte und jemand die Adressen nicht richtig abglich. Es wäre aber auch möglich, daß schlichtweg ein Zahlendreher in der Stromzählernummer für dieses Chaos sorgte. Ganz aufgeklärt hatte ich das nie - mangels Zugriff auf die relevanten Daten.

Wie auch immer - es hat auch Vorteile, keinen allzu ungewöhnlichen Namen zu haben. Gezielte Suchen erschweren sich dadurch, wenn man nur einen Namen zur Verfügung hat und darüber hinaus keine weiteren Daten ….

Großer Gott …

Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke,
Vor dir beugt die Erde sich
Und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
So bleibst du in Ewigkeit.

Alles, was dich preisen kann,
Cherubim und Seraphinen,
Stimmen dir ein Loblied an;
Alle Engel, die dir dienen,
Rufen dir in sel’ger Ruh’:
Heilig, heilig, heilig! zu.

Heilig, Herr Gott Zabaoth!
Heilig, Herr der Kriegesheere!
Starker Helfer in der Not,
Himmel, Erde, Luft und Meere
Sind erfüllt von deinem Ruhm
Alles ist dein Eigentum.

Sieh dein Volk in Gnaden an;
Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe,
Leit es auf der rechten Bahn,
Daß der Feind es nicht verderbe.
Wart und pfleg es in der Zeit,
Heb es hoch in Ewigkeit.

Alle Tage wollen wir
Dich und deinen Namen preisen
Und zu allen Zeiten dir
Ehre, Lob und Dank erweisen.
Rett aus Sünden, rett aus Tod,
Sei uns gnädig Herre Gott.

Herr, erbarm, erbarme dich!
Auf uns komme, Herr, dein Segen!
Deine Güte zeige sich
Allen der Verheißung wegen.
Auf dich hoffen wir allein;
Laß uns nicht verloren sein!

Der Apostel heil’ger Chor,
Der Propheten große Menge
Schickt zu deinem Thron empor
Neue Lob- und Dankgesänge!
Der Blutzeugen große Schar
Lobt und preist dich immerdar.

Auf dem ganzen Erdenkreis
Loben Große und auch Kleine
Dich, Gott Vater, dir zum Preis
Singt die heilige Gemeinde:
Sie verehrt auf seinem Thron
Deinen eingebornen Sohn.

Sie verehrt den Heil’gen Geist,
Welcher uns mit seinen Lehren
Und mit Troste kräftig speist;
Der, O König aller Ehren,
Der mit dir, Herr Jesu Christ,
Und dem Vater ewig ist.

Du, des Vaters ewger Sohn
Hast die Menschheit angenommen
Bist vom hohen Himmelsthron
Zu uns auf die Welt gekommen
Hast uns Gottes Gnad gebracht
Von der Sünd uns frei gemacht.

Durch dich steht das Himmelstor
Allen, welche glauben, offen
Du stellst uns dem Vater vor
Wenn wir kindlich auf dich hoffen
Du wirst kommen zum Gericht
Wenn der letzte Tag anbricht.

Herr, steh deinen Dienern bei
Welche dich in Demut bitten
Kauftest durch dein Blut uns frei
Hast den Tod für uns gelitten
Nimm uns nach vollbrachtem Lauf
Zu dir in den Himmel auf.

Text: nach Ignaz Franz (1719-1790) , 1771
Musik: Peter Ritter (1770-1847) , 1774

… mir war gerade danach, zuvor hatte ich im SPIEGEL 26/08 den Kurzbericht über die Biosphäre 2 gelesen und mitunter mich über Asse 2 und Atommüll mit meinem Freund unterhalten …, tja, und da kam mir spontan das Lied in den Sinn. Das sind die Momente, in denen der Katholizismus seine Triumphe feiert und die menschliche Demut vor der Schöpfung einfordert.

wat neues …

hier also mal wieder was neues:

ich habe vor kurzem Terry Pratchetts “Tiffany Weh”-Trilogie durchgelesen und möchtesie Euch wärmstens ans Herz legen, es ist einfach ein bezaubernder kleiner Zyklus über das Erwachsenwerden einer jungen Hexe und mit einerherzallerliebsten Oma Wetterwachs inklusive! Nanny Ogg ist natürlich auch wieder dabei. Das als Fantasy-Tipp.

Für alle Fans von Michael Tolliver und Armistead Maupins Stadtgeschichten: es gibt einen neuen siebten Roman um Michael Tolliver: “Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten” bei Rowohlt letzte Woche erschienen! Gewohnt witzig und einfühlsam blenden wir in das Leben Michael Tollivers, der nun etwa 50 Jahre alt ist und quicklebendig trotz AIDS. Nie habe ich mich so sehr über eine Fortsetzung gefreut, wie über diese. Mike Tolliver im begonnenen 21. Jahrhundert ist ein Spaß den Ihr Euch nicht entgehen lassen solltet.

Lullaby

…. Chuck Palahniuk hat ein hübsches fieses kleines Buch geschrieben (er hat natürlich mehr als eines geschrieben): Lullaby - in deutscher Übersetzung bei Goldmann erschienen (EAN/ISBN: 97839442542197; Preis: € 7,95).

Dieses hübsche fiese Machwerk erzählt von einem Reporter, der auf Grund von Recherchearbeiten zu einer Serie zum plötzlichen Kindstod auf ein altes Wiegenlied stößt, das den Tod bringt. Der Adressat schläft ein und wacht nie mehr auf! Das dumme nur: wer das Wiegenlied einmal gelesen hat, dem setzt es sich im Kopf fest und bei jeder Rezitation - selbst nur in Gedanken - geht wieder jemand hops. Der Held des Buches will es anfangs nicht wahr haben und probiert es am ihm vorgesetzten Redakteur aus … am nächsten Morgen erscheint der nicht zur Arbeit, Tage später wird er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Mittlerweile hat sich aber der Prozess verselbständigt und Leichen ohne erkennbare Todesursache pflastern den Weg des Reporters: die zu lauten Nachbarn, Leute die ihn in der U-Bahn anrempeln … urkomisch.

Doch der Reporter ist nicht allein und zusammen mit einer schrillen Immobilienmaklerin, die Spukhäuser verkauft und ebenfalls das Wiegenlied kennt (sie hat tatsächlich ihren Sohn versehentlich damit getötet und später ihren Mann, um ihre Theorie zu überprüfen), reist der Reporter durch die Staaten um alle Bücher aufzutreiben, in denen das Wiegenlied abgedruckt ist.

Einfach herrlich, amüsant und bitterböse ;-)

Phänomen Jugendsprache

… seit einigen Jahren verucht der Ernst Klett Verlag in seiner Reihe PONS-Wörterbücher die Jugendsprache zu fixieren. Bei einer sehr lustigen Blättergelegenheit in diesem “Werk” in jüngerer Vergangenheit stellten Kollegen und ich fest, daß einige enthaltene Begriffe eigentlich seit Jahr(zehnt)en als umgangssprachliche Begriffe im DUDEN fehlen - sie sind eigentlich nicht (mehr) explizite Jugendsprache. Andere Begriffe haben die Zeit durch die Fixirung im Jugendsprachewörterbuch scheinbar überdauert, dritte wiederum waren allen beteiligten Kollegen fremd (auch der Azubine) und hätten daher m. E. einen redaktionellen Zusatz verdient, in welcher Bevölkerungsgruppe (soziologisch, herkunftsabhängig oder auch regionale Beschränkungen) sie vorwiegend Anwendung finden.

Es schien auch teilweise, daß Begriffe nicht wirklich im Umlauf waren, sondern eher Konstrukte sind, mit denen die Redaktion gelinkt wurde …

Vor allem fehlten diesen Begriffen Erklärungen zur Entstehung. Auch nur ansatzweise Versuche wären diesbezüglich ja schon interessant. Ich bin teils mit Begriffen konfrontiert worden, als ich nach Berlin kam, die mir zuvor vollkommen fremd waren. Bestes Bsp. ist der Begriff “dissen”, ein Verb, das in der Bedeutung ein wenig in Richtung “mobbing” geht.

Vielleicht kann mich ja mal einer in Bezug auf dieses und jenes aufklären …

So interessant das Unterfangen auch sein mag, den Sprachschatz einer Generation fixieren zu wollen, sowohl um damit Geld zu machen als auch um eine echt Hilfe bei der Verständigung zu bieten, so finde ich das ganze doch irgendwie auch reichlich überflüssig. Schließlich ist die Sprache der Jugend genauso vergänglich wie die Jugend selbst. Nur geglückte Wortschöpfungen gehen schließlich in die Umgangssprache ein.

Was mich in diesem Zusammenhang manchmal wesentlich eher interessierte: Wieso reden sich Teenager mit “Alter” an?