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Archiv der Kategorie Buchhandel & Arbeit
Für alle Shadowmarch-Fans!!!!
21.2.2010 von Wolf.
Jetzt im März soll es soweit sein: Orbit wird dann voraussichtlich den dritten Teil der Shadowmarch-Reihe von Tad Williams publizieren. Die Leser, die lieber auf deutsche Übersetzungen warten, müssen sich jedoch gedulden. Klett-Cotta hatte zumindest bis zu meinem Urlaub keine Vorankündigung der deutschen Ausgabe gemacht.
Es ist ja ohnehin wohl zu erwarten, daß auch Shadowmarch keine echte Trilogie wird, sondern daß Teil III wieder in zwei Bänden erscheint (im schlimmeren Fall auch wieder mit einem Abstand von 1 bis 2 Jahren).
Tad Williams ist einfach genial, aber er kann einen echt in den Wahnsinn treiben, damit, daß Publikationen oft länger dauern.
Derweil dürfen Fans der Drachenbeinthron-Saga jubeln: ab Herbst ist sie in einer neuen Übersetzung festgebunden bei Klett-Cotta lieferbar, zunächst allerdings nur Band I + II. Aber das dürfte sich schneller ergeben. Für alle, die noch nicht gelesen haben. Undbedingt tun!!!!
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Für Fans von Intrigen
19.2.2010 von Wolf.
empfehle ich die Gormeghast-Trilogie von Mervyn Peake. Exzellente Fantasy-Literatur, auf deutsch natürlich bei Klett-Cotta in der Hobbitpresse erschienen. (Und seit kurzem bei mir in der Abteilung unserer Filiale wieder vorrätig).
Zum Inhalt ganz kurz: dem alten Lord Groan wird ein Sohn geboren, der junge Titus.
Im Zuge der Trilogie wächst Titus heran, während durch zahlreiche Intrigen um ihn herum seine Familie nahezu komplett ausgelöscht wird.
Dabei zeichnet Peake die Figuren so lebendig, daß man meint, daneben zu stehen und sie anfassen zu können. Das jagt einem mitunter wohlige Schauer über den Rücken, denn diese Charaktere sind sehr speziell. Es ist wieder eines jener Fantasywerke, die so exzellent geschrieben sind, daß es beim Lesen zum Leben erwacht.
Die Fantasy-Literatur ist ja voll solcher Geschichten über die Abgründe menschlicher (?) Seelen. Ob es nun Saruman im “Herrn der Ringe” ist, bei Walter Moers “Der Schrecksenmeister”, Tad Williams oder R. Scott Bakker oder die zahlreichen Fallstricke der Todesser in den Harry-Potter-Romanen. Alle stehen sie den klassischen Literaten Schiller, Shakespeare und Aristoteles in nichts nach. Und somit haben wir wieder einmal bewiesen, daß Fantasy nicht platt und trivial sein muß. Sie kann es sein (meist sword & sorcery), muß aber nicht.
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Axolotl Roadkill – Nachtrag
18.2.2010 von Wolf.
Wenn der Titel des Buches einen Zusammenhang mit dem Inhalt haben sollte, dann könnte eine mögliche Interpretation folgende sein: Münchhausen 2010.
Erklärung gefällig?
Mittlerweile dürfte jeder wissen, was ein Axolotl ist. Das Wort roadkill bezeichnet im (US-)Amerikanischen tierische Verkehrsopfer – Tiere, die im Straßenverkehr ums Leben gebracht werden. Zieht man die beiden Wörter zusammen zu einem Titel (oder meinetwegen auch erst einmal einer Schlagzeile), so ergeben sie einen Zusammenhang, dessen Realitätsnähe kaum ferner sein könnte. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Axolotl im US-amerikanischen Straßenverkehr ums Leben kommt ist nahezu 0. Wenn der Titel also bezeichnend und sprechend sein soll – und nicht nur irgendwie hip klingen – dann müßte der Roman von Dingen handeln, die genauso wahrscheinlich sind, wie der tödliche Verkehrsunfall eines Axolotl auf US-Straßen.
So weit ich aber über den Inhalt informiert bin, ist das ein Adoleszenzroman – eine zusammengestokelte Geschichte um pubertierende Gören, die wir – erlebten wir sie unmittelbar – unweigerlich in die nächste Anstalt einweisen ließen, wenn wir nicht unserem Instinkt nachgingen, und die “Kackbratzen” einfach an die Wand klatschten. So weit ich rein gelesen habe, ist der Roman sehr ordinär, die handelnden Personen abstoßend und unreif (wie Larven eben), und um den Bezug zum roadkill herzustellen: einige bleiben auf der Strecke. So kann auch ein Inhaltsbezug zum Titel hergestellt werden. Frau Hegemann gab ja wohl offen zu, daß sie nahezu nichts von dem Beschriebenen selbst erlebt habe (so entnahm ich es zumindest der Berichterstattung). Sie habe halt recherchiert und es zusammengetragen. Manche sagen, sie habe andere Tatsachen(?)berichte abgeschrieben und neu zusammen gestellt.
Ob das ganze dann wirklich lesenswert ist oder nicht, muß und soll jeder selbst entscheiden. Es ist fraglich aus meiner Sicht, ob Frau Hegemann dadurch belohnt werden sollte, daß ausgerechnet ihr Buch sich dann so gut verkauft. Leiht es Euch lieber irgendwo, wenn Ihr Euch ein eigenes Urteil darüber bilden wollt.
Piraterie halte ich aber für unangebracht. Damit sänke man auf das gleiche Niveau hinab.
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Axolotl Roadkill
15.2.2010 von Wolf.
Die Feuilletons sind voll.
… voll des Lobes anfangs, voll der Berichterstattung nach Bekanntwerden von Plagiatsvorwürfen etc. hinterher.
Die Autorin blamiert sich bei Harald Schmidt total als gar nicht schlagfertig und unfähig, eigene Antworten zu geben. Sie scheint eine typische wiederkäuende Gymnasiastin zu sein. Reproduktion pur! Kein eigener Gedanke, keine Originalität. Nix!
Frau Hegemann scheint, ein paar Wörterbücher gefressen zu haben, das ist alles. Und der gesamte bundesdeutsche Literaturbetrieb steht de facto blamiert da. Die Jury des Leipziger Buchpreises will sich nicht die Blöße geben und die Nominierung zurückziehen; der Ullstein Verlag holt nach, was die Autorin versäumt hat.
Das einzig Originelle an dem Buch scheint mir der Einband bzw. das Titelbild – und dafür, denke ich, hat nicht Frau Hegemann das Lob verdient.
Ich frage mich außerdem, wieso bei “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche alle Feuilletons noch schrien “wie kann man nur” und “ieh”, und nun soll diese Fäkalsprache besonders originell sein? Wer hat denn den Feuilletonisten jetzt schon wieder ins Hirn gesch…?
Hauptverantwortlich für den ganzen Trubel um dieses Buch soll ja angeblich Herr Schirrmacher sein … na toll!
Interessant fände ich jetzt die Äußerungen von MRR. Was würde er wohl sagen?
Der Standpunkt Frau Hegemanns ist ja im Prinzip der, daß es sowieso nichts neues mehr gibt. Bezieht sie sich womöglich mitunter auf eine Nummer aus dem Musical “Elisabeth”? Da heißt es in der Hochzeitsszene:
“Alle Fragen sind gestellt und alle Phrasen eingeübt
Wir sind die letzten einer Welt aus der es keinen Ausweg gibt
Denn alle Sünden sind gewagt
Die Tugenden sind einstudiert
und alle Flüche sind gesagt, und alle Segen revidiert
Die Häßlichkeit empört uns nicht
Die Schönheit scheint uns längst banal
Die gute Tat belehrt uns nicht
Die böse Tat ist uns egal
Denn alle Wunder sind gescheh’n
und alle Grenzen sind zerstört
Wir haben jedes Bild geseh’n
uns alle Klänge totgehört
Alle Fragen sind gestellt und alle Chancen sind verschenkt
Wir sind die letzten einer Welt
die stets an ihren Selbstmord denkt.
Und alles, alles was passiert
hilft uns, die Zeit zu bersteh’n
Weil jedes Leid uns delektiert
sehn wir dich gerne untergeh’n”Text: Michael Kunze, Sylvester Levay
Ich habe keine Ahnung, wie lange dieser Gedanke schon durch die Kulturszene irrt, aber er ist tatsächlich nicht neu. Manche machen eine Philosophie daraus und nehmen es eben als Rechtfertigung für eigene Unkreativität. Es ist eine Frage von Chuzpe, mit einem Werk, daß nicht originär aus eigener Verstandesleistung entstanden ist (außer, daß man halt zusammenträgt und neu kombiniert), die Öffentlichkeit zu suchen und sich Federn in den Arsch zu stecken, die nicht die eigenen sind.
Ich finde Harald Schmidt hat in seiner Sendung Frau Hegemann ausreichend vorgeführt, und wir dürften nun eigentlich das ganze Thema inkl. Autorin und Buch einmotten.
In Bezug auf diesen Roman möchte ich gerne privat noch etwas anderes loswerden, was ich beruflich nicht so ohne weiteres darf. Ein Apotheker in Marburg hatte eine Zeit lang in seinem Schaufester ja den “Scheiß des Monats” “beworben”, bis er von der Pharmalobby verklagt wurde. Ich weiß nicht mehr, wie das Verfahren ausging, es dürfte sich vermutlich online recherchieren lassen.
Ich finde aber, Frau Hegemann sollte einen Reinfall erleben dürfen, leider Gottes steht das Buch auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste.
Ich frage mich gleichzeitig, ob Anti-Werbung, das Buch in diesem Fall nicht sogar noch besser verkäuflich machte *lol*.
Aber es gibt eine logische und logisch nachvollziehbare Erklärung, warum man ein Produkt – und ein Buch ist nichts anderes als ein Produkt (nämlich das eines Verlages, welcher wiederum auch letztlich ein Wirtschaftsunternehmen ist) – wenn in aller Regel auch mit einigen Besonderheiten im Gegensatz zu, sagen wir, einem T-Shirt, nicht schlecht machen soll: die Rechtsprechung und auch die Händler erwarten vom Konsumenten eine gewisse Mündigkeit. D.h. jeder Konsument ist rein theoretisch selbst in der Lage, sich vom Produkt eine Meinung zu bilden. Das ist ja in jeder Buchhandlung in Bezug auf die vorrätige Ware auch der Fall: man kann sich hinsetzen und reinlesen. Die eigene Meinung (des Verkäufers/Buchhändlers) soll nur dazu dienen, ein Produkt zu empfehlen, zu verkaufen, nicht aber um davon abzuraten. Das ist nicht leicht und will gekonnt und gelernt sein. Das kann man lernen. Man muß sich nur im Griff haben.
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The judging eye
14.2.2010 von Wolf.
Per Zufall entdeckte ich heute, daß die “Prince of Nothing” Trilogie von R. Scott Bakker endlich ihre Fortsetzung erfährt. Titel des neuen Buches ist “The judging eye”. Ich habe es mir gleich bestellt. Hätte ich das früher gewusst …
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