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Penisgrößen und was man von solchen Angaben halten kann

In diversen internetforen liest man in Kontaktanzeigen vieles über angebliche Penisgrößen und / oder Tabellen / Listen zur Einstufung selbiger. Ich habe hierzu ein kleines Wörtchen zu sagen und auch eine kleine Recherche betrieben, die sich zugegebener Maßen bis jetzt nur auf eine Quelle stützt. Das sei quellenkritisch angemerkt.

Die Quelle, auf die ich mich hier Stütze, ist die condomi AG, auf deren homepage man(n) etwas über Kondomgrößen lesen kann. Aus der EU-Norm für normalgroße Kondome kann man wiederum auf durchschnittliche Schwanzlängen schließen. Meine Einteilung, basierend auf der Angabe von condomi und der EU-Norm, sieht wie folgt aus:

  • 0 - 14,5 cm = S (Small)
  • 14,5 cm - 18 cm = M (Medium)
  • 18 cm - 23,5 cm = L (Large)
  • 23,5 cm - 27 cm = XL (eXtraLarge)
  • 27 cm und größer / länger ist “WOW!” oder “Autsch!”

Diese Angaben beruhen auf einer mail, die ich auf eine Anfrage bzgl. Schwanzgrößen von condomi erhielt:

“Hi zurück, dein Penis hat einfach “normale” Größe. Normal heißt in Deutschland zwischen 14,5 und 18cm. Da wahrscheinlich sowieso jeder in solchen Foren übertreibt, würde ich L angeben. Messen tut man an der Oberseite. Auch wenn manche auch hier bestimmt schwindeln. Viele Grüße, Thorsten W. | Editor in Chief vabelle GmbH | Venloerstr. 231b | 50823 Köln +49 (0)221 8888 xxxx | fax +49 (0)221 8888 xxxx”

Bei GayRomeo z.Bsp. ist allerdings eine andere Einteilung verbreiteter. Das macht aber nichts. Eine neue Methode, die Größe des Schwanzes zu bestimmen, ist der sog. Schwanzfaktor (nachzulesen bei www.schwanzfaktor.de). Ich habe bisher meinen Schwanzfaktor noch nicht bestimmt, muß ich eingestehen. Aber das werde ich vielleicht noch machen. Doch wenn ich das bisher richtig gelesen habe, ist das eine eher relative Methode, die Größe des männlichen Gliedes zu bestimmen, da auch die Körpergröße berücksichtigt wird. Hierbei bin ich aber nicht ganz sicher. Ich habe das nur überflogen.

Schwule, Lesben, Politik

Es soll ja tatsächlich noch Schwule, Lesben und andere Menschen mit politischem Interesse geben … habe ich gehört *ggg*. Diese zerfetzen sich gerne gegenseitig in der Luft, nicht anders, als man es von den “Großen” aus Funk, Fernsehen und Presse gewohnt ist. Heute (27.03.2005) erst meldete ich mich bei GayRomeo für den dortigen Club “GayIntelligence” (merkwürdiger Name) an. Dieses ist ein Club, der über Politik, Geschichte und derartiges diskutieren will, bzw. jenen, die es wollen, eine Heimat zu bieten versucht. Ich weiß noch nicht, ob dieser Club mir viel bringen wird, oder ob man da letztlich auch nur wieder Zickenterror erlebt. Ich habe in das einsehbare Forum mal einen Blick geworfen. Zumindest ist dieses Forum gut besucht und die Diskussionen scheinen doch recht solide und im Prinzip in geordneten Bahnen zu laufen, was mich bei dem Gegenstand doch sehr wundert, da in politischen Diskussionen oder solchen, die dafür gehalten werden (sollen) nicht selten die Manieren als erstes über Bord gehen.

Zwar bin ich in einem der Themenbereiche auch schon über einen Eintrag des ClubAdministrators gestolpert, demzufolge “erste Beschwerden” über “persönliche Angriffe” vulgo Schläge unter die Gürtellinie kamen, doch was ich gelesen oder teils auch nur überflogen hatte, war interessant, anregend, aber doch fair. Allerdings muß man sagen, daß ich bei zehn Seiten Forumsinhalt zu ein- und demselben Thema nicht wirklich jeden Beitrag genau gelesen habe. Ist ja auch unmöglich binnen zehn Minuten. Na mal sehen. Ich werde vermutlich später noch mehr dazu schreiben. Wie aber schon oben erwähnt, gibt es eben doch Menschen mit homo-/bi-/multi-/wie-auch-immer-sexuellem Hintergrund, die sich gezielt für Politik interessieren und engagieren.

Und es sind nicht nur linke, sozialdemokratische oder liberale Interessen, die da vertreten werden. Es gibt auch monarchistische und antidemokratische (was man nicht miteinander verwechseln darf) Interessengruppen. Wie es in der Vergangenheit auch unter den Schwulen vor allem Nazis gab, so gibt es auch heute nach wie vor Braune “Kameraden”. Woher das rührt, ist unklar. (Das lasse ich hier bewußt so stehen, denn darüber ist sich keiner einig.) So wie es in der deutschen Gesamtbevölkerung eine offene Tendenz zu rechtsradikalem Gedankengut gibt, gibt es auch diese unter Schwulen (von Lesben kann ich hier nicht sprechen, da fehlt es mir an entsprechenden Aussagen und Erfahrungen). Ob es nun am Körperkult, der unter den Nazis ja auch so hochgehalten wurde (obwohl Adolf H. eher klein und mickrig von Gestalt war), liegt, an irgendwelchen Minderwertigkeitskomplexen (”ein Schwuler ist kein ganzer Mann”) oder welchen Dingen und Ursachen auch immer liegt, vermag ich nicht zu sagen. Ich denke mal, es ist eine Melange aus vielen Dingen, die eher individuell denn gruppenspezifisch zu untersuchen wäre und dabei zum Ziel führte. Beunruhigend ist es allemal. Doch nicht nur der Hang zum schwulen Skinheaddasein, zum martialischen Auftreten allgemein (auch ohne politische Relevanz) ist besorgniserregend. Das Antidemokratische an sich hat seit der Wende in Deutschland an Zulauf gewonnen.

Es gibt Marxisten, die den Tod der DDR nicht verwanden, Braune Horden, die nach dem Mauerfall den Weg zum Vierten Reich geebnet sehen, Snobs, die den Bundespräsidenten durch einen Monarchen ersetzen wollen (, ohne dabei den Parlamentarismus zu beseitigen). So wie die 1990er Jahre es fertigbrachten in den C-Parteien Lesbisch-Schwule Unterorganisationen entstehen zu lassen (ich frage mich bis heute, was Homosexuelle und die C-Parteien gemeinsam haben könnten), haben sie auch eine Verbreiterung der radikalen Ränder bzw. eine Renaissance von Rassismus, Antisemitismus und antidemokratischen Auswüchsen in den Köpfen der Menschen gebracht, die man bis dato eher der demokratischen Mitte zugeordnet hatte. Sollte die politische Karriere eines bestimmten Mannes beispielhaft sein für die Wandlungsfähigkeit von leidlichen Demokraten zu Menschen, die binnen weniger Jahre ein Grundrecht nach dem anderen bereitwillig aufgeben - hin zu einer Law-and-Order-Politik, die nur allzu leichtfertig Grundfreiheiten und Menschenrechte mit Stammtischparolen in den Dreck zieht und schleichend die Demokratie abschafft?

In dem obig genannten Forum kam die Frage auf, ob sich die Geschichte wiederholt, angesichts des Zustroms antidemokratischer Zusammenschlüsse.
Kann sich die Geschichte denn wiederholen? Wenn ja, wie?

Wenn man sich die Menschheitsgeschichte anschaut, ist sie stehts ein wechselvolles Spiel zwischen verschiedenen Mächten, Völkern, Gruppierungen. Parallelen sind dabei nicht ausgeschlossen. Doch bisher zeigte sich wohl sehr selten, daß es eins zu eins übersetzt zweimal geschah. Irgendetwas war immer anders und so bleiben, bei verschiedenen Ähnlichkeiten die einzelnen Ereignisse doch singulär. Ist das nicht tröstlich, wenn man an Adolf Hitler denkt?

Natürlich wird man nie ausschließen können, daß erneut Rauch über Europa aufsteigt und wir zurückstürzen in ein Zeitalter von Krieg und unermeßlichem Leid. Es ist denkbar - z. Zt. zum Glück innerhalb der Europäischen Union aber doch eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, daß der Leviathan EU ein undemokratisches Monstrum wird - trotz oder gerade mit der und durch die vor einiger Zeit erarbeiteten Verfassung.

Wie Ihr allein schon an diesem hastig verfassten Artikel seht, ist Politik ein weites Feld, man verhaspelt sich leicht, kommt vom einen Thema zum anderen, vermengt die Themen, obwohl sie nur wenige Berührungspunkte haben - vielleicht auch gar keine - ich habe den Überblick auf jedenfall verloren. Das, was ich hier aufzählte, sind verschiedene Themen, unausgegoren und wirr aneinander gehangen, verbunden nur mit Kommata und Punkten, zusammenhanglos. Dieses ist im Prinzip Stammtischniveau! Man vermengt, verknüpft, verkürzt und läßt es halb gar über die Lippen kommen - bzw. in diesem Fall durch Handarbeit ins “freie” WWW.

Ich glaube, ich sollte mir das nochmal genau überlegen, ob ich diesem Club beitreten sollte …( ⇒ sh. auch; und hier; wie auch hier)

Pädophilie & Kinderpornographie

Ein immer heikles und besonders mit dem Schwul-sein assoziiertes Thema ist die Pädophilie. Sie ist trotz Schutzalters und verschiedener Strafgesetze nicht zu beseitigen, sondern scheint ein tief in uns Menschen bzw. vor allem in uns Männern verankertes (Fehl-)Verhalten sexueller Natur zu sein. Warum nun vor allem Schwule immer wieder mit Kinderschändern in einem Atemzug genannt werden, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Wenn ein Fall publik wird, so sind es nicht selten verheiratete Männer, meist sogar die eigenen Väter, die ihre Kinder (nicht nur die Söhne, was eindeutig unschwul ist) vergewaltigen (Mißbrauch klingt mir irgendwie zu harmlos: als würde man ein Küchengerät zweckentfremdet verwenden, was dieses Verbrechen banalisiert bzw. die Opfer auch noch verdinglicht!).

Der Brockhaus sagt folgendes dazu:

Pädophilie,
Bezeichnung für das sexuelle Interesse erwachsener Männer oder Frauen, das sich auf Kinder und Jugendliche richtet. Gesellschaft und Recht schützen Kinder und Jugendliche vor Pädophilie, weil Erwachsene ihnen körperlich, finanziell und in ihrer Überzeugungskraft meist stark überlegen sind und weil viele Kinder und Jugendliche aus Angst, Unsicherheit oder Hilflosigkeit zu sexuellen Handlungen gedrängt werden können, die sie nicht wollen und die ihnen schaden (Schutzalter, Sextourismus, sexueller Missbrauch). Menschen mit pädophiler Sexualität dürfen diese nur in Rollenspielen mit anderen Erwachsenen straffrei ausleben. “

© 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

… und verweist auf die in Klammern genannten Einträge.

Schutzalter.
Sexuelle Handlungen an und mit Kindern unter 14 Jahren sind in Deutschland grundsätzlich verboten und nach § 176 Strafgesetzbuch (StGB; Anmerk. des Zitierenden) strafbar. Die Grenze von 14 Jahren nennt man absolutes Schutzalter. Für Personen, die Jugendliche erziehen, ausbilden, beaufsichtigen oder betreuen, ist deren Schutzalter auf 16 Jahre, für Eltern und Adoptiveltern auf 18 Jahre heraufgesetzt. Ansonsten machen sich Erwachsene strafbar, wenn sie die Unerfahrenheit oder eine Zwangslage von Jugendlichen für sexuelle Handlungen ausnutzen oder den Jugendlichen Geld für sexuelle Handlungen anbieten (§ 182 Strafgesetzbuch). Es spielt keine Rolle, ob ein Mann oder eine Frau der Täter ist, ob der Täter selbst sexuelle Handlungen vornimmt, ob er sie von dem Kind oder Jugendlichen vornehmen lässt oder ob ein anderer Erwachsener dies an seiner Stelle tut. In allen Fällen sind Mädchen wie Jungen geschützt.

© 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

Leider ist das oftmals nur die Theorie! Wenn man sich im Netz umschaut, gibt es reichlich Angebote für diese und andere sexuelle “Spielarten” (Ich nutze dieses Wort, wohlweislich das es zu harmlos bzw. verharmlosend ist, deshalb habe ich es auch in Anführungzeichen gesetzt, doch da ich mich hier nun nicht mehr nur auf die Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen beziehe, sondern auch auf Dinge bzw. Spielarten, die nicht kriminell sind sondern allenfalls anderen (u.a. mir) pervers und abartig erscheinen bzw. nicht anregend, kann ich nicht generell von Verbrechen sprechen.) Es gibt zu viele (also mind. eins) Angebote, wo Kinderschänder und andere Leute ihre Triebe befriedigen können, und an denen nicht selten auch große Firmen mitverdienen - und sei es nur, daß sie bei der Kreditkartenabzocke mitmachen.

Was hat das jetzt mit Schwul-sein zu tun? Nun, wenn man es aufmerksam gelesen hat, dann nicht sehr viel, aber doch ausreichend, als daß man sich bisweilen mit derartigen (grundlosen) Anschuldigungen konfrontiert sieht. Schwul bedeutet für nicht wenige = Kinderschänder.

Was mich dabei auch erschreckt, daß viele Kindersexseiten auch in große Suchmaschinen wie Google oder Yahoo eingetragen sind und so für jede/-n Interresierte/-n aufzufinden sind. (⇒ sh. auch)

Nachtrag vom 06.10.’06: Was auch sehr schwer ist, ist die Grenze zu ziehen zwischen dem, was als krankhaft gelten kann und was nicht. Ich weiß nicht, ob man Pädophilie als Krankheit behandeln soll oder nicht. Denn wer sagt einem, daß man nicht auch Schwulsein dann als Krankheit betrachten muß? Ich will damit nicht sagen, daß Pädophilie straffrei sein soll - nur ist es eine Krankheit? Oder ist es eine echte sexuelle Neigung, die von der (vermeintlichen) Unschuld der Kinder geweckt wird? Ist es vielleicht auch basierend auf natürlichen Schutz- bzw. Beschützerinstinkten beruhend?

So oder so: man beeinflußt mit dem Ausleben seiner Pädophilie Menschen, die noch in der Entwicklung sind, und eventuell noch keine klare Vorstellung von ihrem eigenen sexuellen Ego haben. Man nutzt den Vorteil schamlos aus, den man als Erwachsener hat - nämlich eine größere Lebenserfahrung. Selbst wenn das Kind zustimmen sollte - wieso tut es dieses? Womit wurde es gelockt? Womit hat man gedroht? Gibt es eine Beziehung dieser Art ohne Abhängigkeiten? Kann ein Kind wahrhaftig einschätzen, worauf es sich einlässt?

Zwar werden Kinder auch oft unterschätzt - aber ich denke, man sollte in Sachen Pädophilie und all ihren Spielarten Kinder beschützen (auch vor sich selbst!).

Jugendschutz im internet (auch unter schwulen Aspekten)

Nach dem Amoklauf im Erfurter Gutenberggymnasium und vermutlich offensiven Beschwerden verschiedener Landeskriminalämter wurden die Gesetze und Bestimmungen zum Jugendschutz in Deutschland 2002 überarbeitet.

Mitunter wurde dafür 2003 im April die Kommission fü Jugendmedienschutz (KJM) gegründet. Sie soll allgemeinverbindliche Regeln für den Schutz der Jugend in Sachen Medien und damit auch in Sachen internet festsetzen. Die hat auch gleich angekündigt, daß es nun Ernst werde mit dem Jugendschutz - vor allem für Anbieter pornographischer Medien und Inhalte (?). Demnach müssen u.a. Anbieter von pornographischen Inhalten im internet sicherstellen, daß ihre Kunden volljährig sind. Ein einfacher Check der Personalausweisnummer, die kostengünstigste Methode, ist unlängst von einem Gericht als unzureichend erkannt worden (⇒ vergl. hier). Man einigte sich wohl innerhalb der KJM auf ein modifiziertes PostIdent-Verfahren, um sicherstellen zu können, daß die Konsumenten von deutschen Anbietern pornographischen Materials volljährig sind (nach deutschem Recht).

Das vorgeschlagene PostIdent-Verfahren sieht vor, daß der Interessent sich unter der Vorlage eines ausgedruckten und ausgefüllten Formulars des Inhalteanbieters und seines eigenen Personalausweises oder Reisepasses in einer deutschen Postfiliale identifiziert. Die Post versendet nach positiver Prüfung der Volljährigkeit das Formular an den Anbieter der gewünschten Medien, der wiederum zur Freischaltung dem Kunden mitunter einen USB-stick per Post schickt, der als Freischaltschlüssel immer mit dem PC verbunden sein muß, um die pornographischen Medien konsumieren zu können.

Daß dieses Verfahren für Firmen, die global agieren kein geeignetes ist, leuchtet jedem sicherlich schnell ein (nur Beamten offenbar nicht), denn wie soll man bspw. einen Interessenten aus Bangkok in eine deutsche Postfiliale kriegen? Muß der vorher noch seine Ausweispapiere übersetzen lassen? Wer bezahlt das Flugticket?

Sicherlich ist das auch überspitzt formuliert. Es scheint Anbieter zu geben, die eine andere Lösung gefunden haben: über18.de bietet Firmenkunden mitunter einen Jugendschutzbeauftragten und Privatkunden den Zugang zu mehreren dutzend Seiten - inkl. gewährleistetem Jugendschutz.

Treten wir ein bisschen aus dieser Situation heraus und betrachten das ganze aus etwas mehr Distanz: Wie verhält es sich mit dem deutschen Jugendschutz im Verhältnis zu EU-Richtlinien, die den freien Warenverkehr absichern sollen (⇒ vergl. hier)? Wären Investitionen in die Bildung beim Jugendschutz nicht vielleicht effizienter?

Laut eigenen Angaben sind die Anbieter von erotischen und pornographischen Inhalten der einzige deutsche internet-Wirtschaftszweig in den schwarzen Zahlen - noch!

Ich erfuhr durch eine AGB-Änderung des schwulen internetportals GayRomeo GayRomeo von der ganzen Sache und davon, daß die neuen Bestimmungen jetzt ernsthaft umgesetzt werden sollen, wenn auch noch nicht ganz klar ist, wie das wirklich aussehen soll. Bisher gibt es wohl keine 100%ig zufriedenstellende Technik. Die ersten Klagen laufen schon, die Branche ist in Aufruhr und es besteht Rechtsunsicherheit. GayRomeo GayRomeo beschloß daher bspw. den Umzug ins Ausland, um die nicht-jugendfreien Inhalte für die Nutzer bezahlbar zu halten und den Verfikationsprozess in einem nicht allzu aufwändigen Verfahren einzuhalten. Die Verhältnismäßigkeit der anzuwendenen Mittel steht wohl in keiner Relation zur Ökonomie - zumal es kein Verfahren bisher gibt, daß wirklich garantierten Schutz bietet. So zumindest der Tenor der Fachpresse.

Etwas irritiert bin ich davon, daß die von mir ⇒verknüpften Artikel überwiegend aus dem Jahr 2003 stammen, GayRomeo aber erst 2006 umzieht. Das kann nur heißen, daß erst vor kurzem (innerhalb des letzten halben Jahres) eine wirkliche Festlegung der 2003 gegründeten KJM auf das hierbei im Gespräch befindliche PostIdent-Verfahren in der Modifikation der KJM stattgefunden haben kann. Diese Tatsache und andere, die ich heute erst rausgefunden habe, schreien nach einer weiteren Behandlung des Themas innerhalb dieser Seiten. Mal sehen …

Nazis in Schwulen Netzportalen

Es gibt hierzu in einigen Schwulenmagazinen dieser Tage (u.a. Märzheft 2006 sergej, S. 24f) einen Artikel mit dem Titel “Tunten und Türken unerwünscht”. Die Recherchemethoden zu diesem Artikel sind m.E. fragwürdig (ein fakeprofil wurde erstellt und wahllos (?) wurden private User auf Kontaktwunsch mit einem “Nazi” getestet). Ich nenne diese Recherchemethode mal … unkonventionell. Nichts desto trotz spricht der Autor ein heikles Thema an. Inwiefern müssen, sollen, können Portalbetreiber dort eingreifen und “Braunen” die Agitation verbieten? So wie der Kampf gegen die gefälschten Profile an sich, ist auch der Kampf gegen “Braune” eine Art Kampf gegen die Windmühlen. Redlich ist, wer ihn dennoch aufnimmt.
Nebenbei bemerkt macht die Bewunderung für das künstlerische Schaffen Leni Riefenstahls eine Person nicht automatisch zum (Neo-)Nazi. Die Dame gab sich im Nachhinein sehr naiv - was sie wirklich wußte, dachte und fühlte in Bezug auf das Naziregime, werden wir wohl nie erfahren. Leni Riefenstahl war aber zweifelsohne nicht unbegnadet - rein künstlerisch betrachtet.
Viele Bewunderer haben und hatten - trotz Nazikontakten und einer großen Karriere zu jener Zeit - Heinz Rühmann, Hans Albers, Zarah Leander etc. pp. Werden deren Bewunderer automatisch zu den Nazis gezählt? Ist mir nicht bekannt. Also sollte man auch hier fein differenzieren.
Wer im übrigen nun mich des Nazikultes verdächtig findet, muß wohl strohdoof sein. Nun gut - dumm fickt gut … *kopfschüttel*
Ich bin mir aber nicht so sicher bezgl. der Schlußfolgerungen, die andere in und aus diesem Artikel ziehen: Es ist nicht - sicherlich nicht - nur die pure Geilheit angesichts eines vermeintlich strunzgeilen Kerles, daß das Hirn und der Verstand in die Hose sacken und man(n) auf solche Typen anspringt. Ovo Maltine (die Berliner Polittunte schlechthin; Gott hab sie selig) sagte einmal - wie ich finde zu Recht -, daß in jedem von uns in gewisser Weise ein kleiner (?) Nazi haust. Wir alle tragen in uns eine gewisse Xenophobie (Angst vor dem Fremden, Fremdartigen). Diese Angst muß von jedem, teils jeden Tag auf’s Neue überwunden werden, damit wir überhaupt neue Kontakte knüpfen können. Woher diese Xenophobie stammt, ist nicht ganz klar - mir zumindest nicht (vielleicht kann mich ja jemand aufklären), aber sie steckt in jedem von uns und ist in jedem unterschiedlich stark ausgeprägt. Bestimmte erlernte Kulturtechniken können helfen, diese Angst jedesmal auf’s Neue zu überwinden.
Der Autor des Artikels spricht aber nicht nur von Privatkontakten und der puren Geilheit, die den Verstand beiseite schiebt - er spricht auch von der Duldung einiger Diskussionsforen innerhalb der angesprochenen Plattformen. Manche dieser Foren tarnen sich als Diskussionsforen für sogenannte Pagane (?), Menschen, die sich selbst als Nichtchristen bezeichnen, Anhänger vorchristlicher Naturreligionen. Ein Stichwort ist hier mitunter die “Schwarze Sonne”. Sie wird oft oder zumindest nicht selten durch ein (spiegelverkehrtes[?]) Hakenkreuz symbolisiert (vergl. “Schwarze Sonne”, Wikipedia; ich bitte zu beachten, daß Wikipedia ein freies Werk ist, in dem nahezu jeder sein “Wissen” verbreiten kann, nach einem ersten Durchlesen halte ich es angesichts der Literaturliste aber durchaus für lesenswert).
Viele rechtfertigen ein Tattoo in dieser Form mit Hinweisen auf ältere, vorchristliche Ursprünge. Diesen Leuten sei einmal gesagt: dieses Symbol - vollkommen gleich welchen Ursprung es hat (d.h. an sich ist es nicht vollkommen gleich, sollte es wider andere Behauptungen tatsächlich originär Nazisymbolik sein, umso schlimmer!) - hat seine Unschuld verloren. Wer es nutzt - trotz des Wissens um die Bedeutung innerhalb des Dritten Reiches und den Huldigern jener Zeit - findet sich m.E. ganz zu Recht konfrontiert mit einem Rechtfertigungszwang. Man kann die Unschuld nicht zurückerlangen!
Es grenzt in meinen Augen fast an Idiotie, wenn jemand in Europa die nationalsozialistische Verwendung dieses Symbols, welchen Ursprung nun es auch immer haben mag, herunterspielt oder es verwendet und aber auf andere angeblich ältere Ursprünge hinweist. Dieses Symbol hat unter den Nazis dazu gedient, Terror und Schrecken zu verbreiten - überall dort, wo diese Flagge gehisst wurde, wurden Menschen aufgrund nichtiger Vorwürfe und Vorwände gefoltert, verstümmelt und abgeschlachtet. Wer dieses ignoriert … hat intellektuell versagt!

Es gibt zwei sehr schöne, aber auch zweischneidige Zitate in Bezug auf die Foren, die bspw. in einem offenen Antwortbrief an die User die Administratoren des ⇑ internetportals GayRomeo in Bezug auf diese Artikel:

Rosa Luxemburg: „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“

Benjamin Franklin: „Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“

Das Problem dieser Zitate ist, daß man sie auf Personen anwenden will, die keine Rücksichten auf die Freiheiten anderer nehmen wollen. Ferner ist vor allem Franklins Ausspruch auch abwandelbar: Franz Müntefering wurde ja in den Mund gelegt: “Wer arbeitet, soll auch essen, wer nicht arbeitet, braucht nicht zu essen.” Wer was verdient oder nicht, ist eine Frage, die man niemals in ein Bonmôt tun sollte. So etwas braucht Zeit zur reiflichen Überlegung. Es gibt Rechte, die unser Grundgesetz nicht ohne Grund als “unveräußerlich” betrachtet. Niemand kann einem das Recht auf Freiheit, Leben oder körperliche Unversehrheit absprechen. Prinzipiell! Bei der Freiheit ist das so eine Sache: schließlich kann sie einem im Rahmen der Strafgesetzgebung genommen bzw. eingeschränkt werden. Aber diese Diskussion führte hier zu weit …