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Archiv der Kategorie Sprache
3 Mäuse
15.2.2010 von Wolf.
Die 3 Mäuse sind schon vor geraumer Zeit umgezogen bzw. gegenwärtig offline. Sie werden aber in einem Forum zitiert: 3 Mäuse. Der Originaltext ist:
3 Mäuse zogen mal gen Osten
wo sie für geringe Kosten
sich ein Zimmer mieteten
und Theater bieteten
Dabei ging es drunt’ und drüber
und die Mäus’ war’n bald hinüber
Dieser non-sense Vers stand mal auf meiner Netzseite unter dem Pfad /literature/poems
/poems01.html
Ich habe noch mehr solcher Dinge verzapft:
- Christkind
- Känguruh und Haselmaus
- Auf der Klappe (nicht unbedingt jugendfrei)
- Enten - eine lustige Sprachsammlung an Geflügel
- Todesarten & Letzte Worte - von mir teils nur zusammengetragen, Ursprung ist u.a. ein Pfarrbrief (sic!) meiner Heimatgemeinde gewesen
- Das Pudding-Lied - mit eigenen hinzugefügten Zeilen
Mitunter nennt man dieses, was ich da fabrizierte originär! Vielleicht auch originell – aber das Urteil maße ich mir selbst nicht an.
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Hitlers Kampf
10.10.2009 von Wolf.
… es gibt Dinge im Leben, von denen man bei genauerer Betrachtung sich nur kopfschüttelnd abwenden kann: so wird gegenwärtig in manch einem Forum diskutiert, was denn wohl sein wird, wenn am 01.01.2016 urheberrechtlich kein Schutz mehr für Adolf Hitlers Elaborat “Mein Kampf” vorliegt. Gegenwärtig liegen ja für den deutschen Markt die alleinigen Verwertungsrechte beim Freistaat Bayern. Dieser vergibt bisher keine Lizenzen (bis auf eine für eine kommentierte und gekürzte Fassung, die wohl beim List-Verlag erschienen ist [ob die wirklich noch lieferbar ist, habe ich nicht überprüft, weil mir das reichlich egal ist]).
Allen Ernstes diskutiert man in den entsprechenden Foren, ob es nicht sinnvoll sei, nach Erlöschen des urheberrechtlichen Schutzes eine kommentierte Komplettausgabe zu publizieren. Wieso erst dann, frage ich mich?
Davon mal abgesehen, daß Raubdrucke ja trotz aller Bemühungen des Freistaates Bayern über illegale Bezugswege zweifelsohne verfügbar sein dürften (ich weiß nicht, ob die Fassung bei GoogleBooks mittlerweile offline ist), halte ich die ganze Diskussion um dieses Machwerk für völlig übertrieben.
Hitler ist tot - zum Glück. Seine geistigen Erben leider noch nicht alle, Idioten muß es scheinbar eben immer geben. Ob nun “Mein Kampf” irgendwann für den interessierten Leser wieder käuflich erwerblich ist (der Handel mit unveränderten Originalausgaben aus der Zeit vor 1945 ist übrigens bedingt legal), oder in China der berühmt-berüchtigte Sack Reis umfällt, ist doch vollkommen wurscht. Glaubt denn tatsächlich einer, daß dieses grottenschlechte Konstrukt deutscher Sprache je wieder eine Bestsellerliste erstürmen wird? Wohl nicht. Als es für den Durchschnittsdeutschen noch kein must-have war (sprich Pflichtbesitz /-lektüre für Nachwuchskader der NSDAP), hatte das Buch an sich auf dem deutschen Markt keine großen Absätze erzielt. Zumindest wird das so kolportiert.
Wer sich an den entsprechenden Inhalten aufgeilen will, findet heute schon Mittel und Wege des Bezugs, da habe ich keine Zweifel. Vernünftige Leute bleiben ohnehin irgendwo in der Lektüre stecken, weil das Buch so grauslich geschrieben ist und so verworren und verquast, daß es de facto gar nicht lesbar ist. Dagegen ist Frau Jelinek ein Kinderspiel.
Der geneigte Leser möge sich doch bitte an intelligent geschriebenen Bücher festhalten, “Mein Kampf” ist verzichtbar und gehört in die Kategorie Bohlen und Konsorten: man sollte um die Bäume trauern, die für den Druck dieses Textes sterben mussten. Damit verweise ich erneut auf meine Idee einer Ökoabgabe für Verlage verzichtbarer Inhalte …
Geschrieben in Tod, Keine Panik!, Literatur, Internet-PC, Kulturelles und so, Politik un' so'n Kram, Sprache | Drucken | Keine Kommentare »
Atombombenabwürfe in Japan 1945 - nichts gelernt?
8.8.2009 von Wolf.
Dieser Tage jähren sich die Atombombenabwürfe auf Hiroshima (6.8.1945) und Nagasaki (9.8.1945), die die fast bedingungslose Kapitulation Japans zur Folge hatten und den Zweiten Weltkrieg in Asien und dem Pazifischen Raum beendeten.
Heute - rund 65 Jahre später - scheint die Menschheit immer noch nicht viel weiter denken zu können. Täglich bewahrheitet sich die Aussage, daß die Massen doof sind. Im Pulk agiert der Mensch entgegen jedweder Vernunft und überläßt einigen wenigen Agitatoren das Wort und das Entscheidungsrecht. Israel (d.h. dessen Premier) überlegt laut, ob es nicht an der Zeit wäre, im Falle eines Falles, Teheran zu bombardieren. Teheran selbst ist im Umbruch bzw. herrscht Irritation in der islamischen Republik - keiner weiß so recht, wohin die Reise gehen soll und die Metropolenbevölkerung geht auf die Straße (diese wissen scheinbar, wovon ich rede bzw. reden werde). Afghanistan will nicht so recht von den Taliban lassen bzw. umgekehrt (das ist nicht so ganz klar, wer da wen nicht in Ruhe lassen will).
DEMOKRATIE heißt das Wort, daß die meisten Menschen letztlich nicht begriffen haben, auch jene nicht, die es besonders häufig im Munde führen (denen sollte man sowieso nicht trauen).
Es scheint fast, daß die DEMOKRATIE im ureigentlichen Wortsinne ein theoretisches Gebilde ist, welches vom Prinzip her gut ist, in der Umsetzung aber stets irgendwie nicht so richtig funktionieren will (wie es auch im Kommunismus ist etc.). Im Prinzip adaptieren alle Gesellschaften irgendwie immer eine Art Führermodell. Dabei muss das nicht immer so ausarten wie beim GRÖTAZ (ursprünglich GRÖFAZ, aber es erwies sich ja eher, daß erdessenNamenichtsoschönist ein GRÖTAZ = GRÖßter Trottel/Teufel Aller Zeiten war). Das Führermodell ist: einer steht vorne und sagt, wo es lang geht, und der Rest trottet mehr oder minder murrend oder jubelnd hinterher. Manchmal steht auch eine Gruppe vorn - das Ganze artet dann nur unwesentlich zum besseren aus. Irgendwie bilden sich in den verschiedenen Gesellschaften immer wieder selbsternannte Eliten heraus (das meist einzig elitäre an Ihnen: sie haben das meiste Geld oder die stärksten Ellenbogen), die die Führung übernehmen und der breiten Masse Ihren Willen aufzwingen.
Es ist doch kein Naturgesetz, daß die Reichen reicher werden und die breite Bevölkerung herumkrebst (wenn im Falle der BRD auch auf sehr hohem Niveau - vor allem im Vergleich zu den Schwellenländern und erst recht zu den Entwicklungsländern).
Nordkorea - das ist das Land, wo Herr Clinton neulich war, um auf komische Art und Weise zwei US-Bürgerinnen freizubekommen - ist doch ein ganz guter Beweis dafür, daß gleichgültig welches System von der selbsternannten Elite als ideal für das jeweilige Volk erachtet wird, die breite Masse immer darben muß, zumindest aber so irgendwie herumkrebsen muß, um über die Runden zu kommen.
Man muß aber nicht auf den "kommunistisch" geführten Norden Koreas schauen, um Elend finden zu können: Südkorea bietet das auch, und auch dort gibt es Mängel im politischen System. Und um aus dem asiatischen Raum zurückzukommen, schauen wir uns doch unser System an: die Bundesrepublik hat auch ihre Macken und Fehler. Wir haben noch das Glück (?), uns diesen Dreck selber antun zu dürfen. Am 27. September ist es wieder so weit. Wißt Ihr schon, welches kleinere Übel Ihr wählt? -Ich nicht!
Was das alles mit den Atombombenabwürfen vor rund 65 Jahren zu tun hat? Könnt Ihr lesen?
Im übrigen bin ich der Meinung, daß die Deutsche Bahn AG zerschlagen werden sollte. (Kann mir das einer ins Lateinische übersetzen?)
Geschrieben in Tod, Politik un' so'n Kram, Kulturelles und so, Sprache | Drucken | Keine Kommentare »
Gretchen
8.8.2009 von Wolf.
Im letzten Dezember erschien bei Rowohlt ein Taschenbuch, daß vordergründig ein historischer Kriminalroman ist und die Geschichte der Susanne Brand aufgreift, jener real einst existierenden Kindsmörderin, die Goethe als Vorbild für sein Gretchen (Faust) gewählt haben soll.
Mit einer sehr komisch anmutenden Sprache (im Falle der wörtlichen Rede) hat dieses Buch nicht nur einen wirklich humoristischen Zug (wenn man einen etwas verqueren Humor hat), sondern es zeichnet zudem ein sehr plastisches Bild eines Frankfurts um 1770/71 in Bezug auf Gesellschaftsstruktur und Makel einer jeden Gesellschaft: die Egozentrik des Menschen und seine Raffgier. Probleme werden dort am Rande aufgegriffen, die aktueller kaum sein könnten: es handelt mitunter von Menschen, die nicht genug Geld verdienen, um wirklich überleben zu können, Menschen, die sich Rechte erkaufen, und anderen, die sich so etwas nicht leisten können. Es handelt mittelgründig von der ganzen Verderbtheit einer Spezies: dem Menschen.
Der Mensch, obgleich ein Herdentier und sich zusammenrottend, zeigt sich auch in dieser Geschichte wieder unfähig und unwillig, echte Solidarität und Hilfe zu leisten. Inkompetenzen und Hokuspokus werden am Rande auch thematisiert, aber im Zentrum steht doch das Gretchen bzw. sein historisches Vorbild, die Magd Susanne Brand, unverheiratet, verhätscheltes Nesthäkchen einer eigentlich fast mittellosen Familie, die den Schwestern fast nur Kummer bereitet.
Ein sehr empfehlenswertes Buch, das über die bloße Unterhaltung mit einer Kriminalgeschichte dem Leser auch wieder einmal eindrucksvoll vor Augen führt, welch widerlicher Spezies er angehört.
Geschrieben in Literatur, Sprache, Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Drucken | Keine Kommentare »
Begriffe des Menschen
28.6.2009 von Wolf.
Der Mensch besitzt in seiner Sprache Worte, Wörter und Begriffe für Dinge und Ziele, die er nie erreichen oder nie in ihrer Gesamtheit erfassen kann. (Dieser Satz könnte hier auch im Plural stehen.)
Der Mensch ist nicht im Stande, das Universum komplett zu erfassen (weder mit Meßinstrumenten noch mit dem Verstand).
Der Mensch ist nicht im Stande, das Leben komplett zu erfassen (in seinen Auswüchsen und seiner vielgestalten Form, noch das eigene in den verschiedenen Windungen und Wendungen des jeweiligen Schicksals).
Der Mensch ist nicht im Stande, die Wahrheit komplett zu erfassen (verschiedene Blickwinkel, Ideologien und Indoktrinationen verhindern dieses).
Der Mensch ist nicht im Stande, die Natur komplett zu erfassen (allein die Hindernisse, alle Regionen der Erde erforschen zu wollen, können nicht immer beiseite geräumt werden, und manchmal bekommt der Mensch gar nicht mit, was da wo lebt, existiert und unwiderbringlich ausstirbt).
Der Mensch ist nicht im Stande, die Ewigkeit zu erfassen (unsere Lebensspanne ist dafür zu kurz).
Der Mensch ist nicht im Stande, Gott zu erfassen (wenn es ihn gibt, so ist er vermutlich das größte Mysterium und jegliche Interpretation seines Willens muß per definitionem Anmaßung sein).
Der Mensch ist nicht im Stande, Perfektion zu erreichen (sehr philosophisch, aber was ist Perfektion, sie ist die Vollkommenheit und die ist wohl für unsereins nicht gedacht).
Der Mensch ist nicht im Stande, Sachlichkeit herzustellen (die Objektivität, die in vielen Debatten gefordert wird, kann, wie alles unerreichbare nur näherungsweise erreicht werden, Mathematiker verstehen).
42.
Im übrigen bin ich der Meinung, daß der Mensch sich dennoch darum bemühen sollte, das eine oder andere zu erreichen: mehr Umwelt- und Klimaschutz, mehr Chancengleichheit und Gerechtigkeit für alle Erdenbürger, mehr Liebe, mehr Freundschaft, mehr Freiheit. Der Mensch kann einiges erreichen, wenn er aufhört, sich selbst im Weg zu stehen.
Geschrieben in Politik un' so'n Kram, Sprache, Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Drucken | Keine Kommentare »