Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Politik un' so'n Kram.
| S | M | D | M | D | F | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Dez | ||||||
| 1 | 2 | 3 | ||||
| 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
| 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 |
| 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 |
| 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 |
- Das Leben, das Universum und der ganze Rest (39)
- Internet (22)
- Kulturelles und so (41)
- Literatur (29)
- Politik un' so'n Kram (62)
- Schwul (22)
- Sprache (13)
- Tod (6)
- 26.12.2008: Der Wahnsinn ist vorbei ...
- 5.12.2008: Menoas Horden stehen vor der Tür
- 5.12.2008: Mit Volldampf in die Apokalypse
- 20.11.2008: Ich bin draußen!
- 15.11.2008: Von Enten und anderem Sprach-Geflügel
- 7.11.2008: Gewalt unter Minderheiten ...
- 7.11.2008: Obdachlos in Deutschland
- 6.11.2008: Der 43. Präsident der USA
- 6.11.2008: Peinlich, peinlich ...
- 4.11.2008: Homophober Überfall in U-Bahn / Berlin
1&1
Blogroll
blogs
persönlich
Websites
Archiv der Kategorie Politik un' so'n Kram
Deutschtümelei und offener Revanchismus
4.10.2008 von Wolf.
… bisweilen möchte einem im eigenen Beruf angesichts der einen oder anderen Buchbestellung kotzübel werden: da werden via Internet zur Abholung in der Filiale Bücher bestellt, die einen vermeintlich verräterischen Hintergrund zum Verlust der ehemaligen Reichsgebiete östlich der Oder-Neiße-Linie besprechen, die zionistische Weltverschwörung herbeireden oder in anderen Formen rechtsradikales Gedankengut verbreiten.
Andere Kunden bringen einen fast zum Kotzen in dem sie sich zuerst noch Bücher zur Blutgruppendiät zeigen lassen, und während man noch im Regal verkrallt ist plötzlich anfangen, vom Verrat einiger Generäle an der Westfront zu faseln, wo man die Russen doch zu jenem Zeitpunkt noch hätte überrennen können, um siegreich aus dem Krieg hervorzugehen. Meine Herren: ich kann getrost auf Ihre Kundschaft verzichten!
Mir wird speiübel, wenn solch rechts- und rückwärtsgewandtes Gesindel aufkreuzt. Meist sind es ohnehin übelgelaunte Zeitgenossen, verbiestert, ohne jeden Lachmuskel und zum Glück ohnehin schon halbtot. Dennoch find ich es widerlich, wenn sie anfangen ihr Gift abzusondern - denn nicht selten versuchen diese Mistkäfer einen in heillose Diskussionen zu verwickeln.
Wieso kann sich dieses Kruppzeug nicht endlich unter die Erde zurückziehen und ihre geistige Nachgeburt endlich mitnehmen?
Geschrieben in Politik un' so'n Kram, Kulturelles und so | Drucken | Keine Kommentare »
herbstliche Finanzkrise …
3.10.2008 von Wolf.
Die internationale Finanzkrise macht den Herbst irgendwie noch herbstlicher. Das Dumme daran sind die Rettungsversuche staatlicherseits an den falschen Objekten. Ich denke, es sollte ruhig das eine oder andere Investment- und Immobilienbankhaus richtig derbe crashen - am besten inkl. Selbstmorden und Strafverfahren in den Chefetagen. Hier eine Verhaftung, da die Einnahme von Medikamenten oder ein sauberer Kopfschuss. Jene, die gezockt haben, sollten nicht noch finanzielle Hilfe vom Staat bekommen. Der Staat darf nur retten, um Arbeitsplätze und Vermögen der Allgemeinheit bzw. seiner Bürger zu sichern, sollte zeitgleich aber die unverantwortlich Handelnden vor Gericht stellen - ohne echte Aussicht auf Freispruch, will meinen: nicht, daß sich die Staatsanwaltschaft wieder auf irgendeinen faulen Kuhhandel einläßt.
Viele haben daran verdient, sich die Taschen vollgestopft ohne Rücksicht auf Verluste anderer … wieso sollte es Ihnen nun besser gehen?
Ob der Kapitalismus damit am Ende ist? Wohl kaum, aber er wird nun wieder stärker an die Kandare genommen. Die EU-Kommission denkt schon laut über schärfere Zulassungsregelungen nach und höhere Absicherungen. Insgesamt erweist sich das europäische und insbesondere das deutsche Bankensystem als solider denn das amerikanische …
Jahrelang haben die Amis uns mit Spott und Häme übergossen, nun bekommen sie die Quittung.
Es gibt aber keinen Grund zum Jubel für Freunde des Antiamerikanismus: wir sollten wachsam sein und die Entwicklungen in Amerika auch mit Sorge betrachten. Auf Grund der sehr weit entwickelten Verflechtungen der Finanzmärkte, haben Turbulenzen auf dem einen Markt immer auch Auswirkungen anderswo. Das ist zwar kein Naturgesetz (die ganze Finanzwelt beruht nicht auf Naturgesetzen oder göttlichen Gegebenheiten, sondern ist ein höchst künstliches Konstrukt menschlicher Machart), doch allein daß viele an diese starken Verflechtungen glauben, zieht uns in den Strudel mit rein. Wieder einmal zeigt sich die Macht des Wortes!
Die Globalisierung wirkt überall dort, wo von ihr gesprochen wird.
Es ist sehr herbstlich. Aber es ist nicht das Ende der Geschichte. Es ist auch immer die Chance auf einen Neuanfang - Restrukturierung nennt man das im Fachjargon. Banken sollen jetzt sehr günstig zu haben sein. Wer Geld hat …. die Commerzbank steht pro Stück momentan bei ca. 12,- €, die Postbank bei rund 30,-,oder habt Ihr eher Interesse daran, einen Aktienhandelsplatz zu erwerben? Die Deutsche Börse AG bringt es auf satte 67,- € pro Stück, die HypoReal Estate ist für lächerliche 6,- € pro Stück zu haben.
Schauen wir den Akteuren stärker auf die Finger. Kauft Euch Lektüre zur Funktion der Märkte und Wirtschaften, lest richtige Zeitungen abseits des Effenberg-Bohlen-Paris-Hilton-Schwachsinns in der BILD. Die BILD ist nur dazu da, um Euch von den wirklich wichtigen Dingen abzulenken!
Geschrieben in Politik un' so'n Kram, Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Drucken | Keine Kommentare »
Atomstrom wieder beliebter?
10.7.2008 von Wolf.
Angesichts diverser Unfälle, Pannen und Beinahe-Katastrophen (Krümmel, Forsmark, Asse2 [Endlager?], und nun in Frankreich), frage ich mich, ob die Leute wirklich am liebsten den Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg wollen. Fakt ist doch auch, daß keine Sau in der Nähe eines Atommeilers wohnen wollen würde.
Und wie sicher sind die Teile wirklich? Die z.Zt. in Betrieb befindlichen Werke in Deutschland sind teilweise ja richtige Klitschen, wenn man sich so ansieht, wie man es immer wieder für nötig hält Störfälle zu verheimlichen oder herunterzuspielen. Tricastin ist doch auch so ein Bsp. fürVerhamlosung: das Fischen und Baden in drei Flüssen/Bächen wurde verboten aber angeblich besteht keine Gefahr für die Bevölkerung und die Umwelt. Ein Widerspruch, wenn Ihr mich fragt.
Asse2: seit 20 Jahren wird radioaktive Salzlake in den Grund gespült, seit zehn Jahren wissen die Behörden Bescheid, der Bürger erfährts 2008. Alles sicher?
Die Atomenergienutzung ist das Fliegen in einem Flugzeug ohne adäquate Landebahn!
Daß die Atomenergie wieder attraktiver wird, liegt eher an den nach wie vor subventionierten AKWs und Strompreisen und den rapide steigenden Preisen bei Erdöl und -gas: also eine Abstimmung über das Portemonaie.
Kohlekraftwerke sind auch nicht gerade beliebt. Und wie mir scheint, funktioniert der gesamte Energiemarkt nicht ohne staatliche Subventionen … oder wir hätten in Europa Verhältnisse, wie sie in Bombay oder Neu Delhi Alltag sind: Slums - echte Slums, weil sich die Bevölkerung keine festen Behausungen mit fließend Strom und Wasser leisten könnte.
Wir sind verwöhnt. Und das extrem.
Nach uns die Sintflut? Die reißt ja mancherorts die Leute jetzt schon mit …
Angesichts solcher Verhältnisse machte es überhaupt nichts, wenn im CERN tatsächlich ein stabiles Schwarzes Loch entstehen sollte. Das machte einmal SCHWUPPS! (wahlweise auch PLÖPP!) - und dann können wir sehen, wie GOTT wirklich aussieht.
Geschrieben in Politik un' so'n Kram, Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Drucken | Keine Kommentare »
10. Mai - Nachtrag
11.5.2008 von Wolf.
Am gestrigen 10. Mai spielte in meinem Berufsalltag die Bücherverbrennungvor 75 Jahren keine Rolle. Schon eher der heutige Muttertag.
Hier bemerkt man teilweise den Unterschied zwischen dem Handel mit Kulturgütern (vulgo Buchhandel [u.a. natürlich]) und Veranstaltungen in den übrigen Kultureinrichtungen.
Es ist zwar keinesfalls so, daß solche Geschichtsdaten komplett spurlos an den Händlern vorbeigehen. Aber Ladenöffnungszeiten und Kapazitäten in Präsentationsmodulen (Tische, Schauwände und -fenster) werden dann doch eher dem Ereignis eher Rechnung tragen, daß Umsatz verspricht. Eine moralisierende Rückschau bringt weniger als alltagstaugliche Anerkennung jener, denen man sein Leben verdankt (näheres dazu in der Wikipedia).
Als ich gestern abend noch den Fernseher einschaltete bemerkte ich weder von dem einen noch dem anderen Ereignis etwas … auch war das Programm m.E. nicht sehr pfingstlich: es lief “Schweigen der Lämmer”.
Das andere Dingen ist, ich bin beruflich derzeitig eher darum bemüht, die Umsätze in meinen Abteilungen zu steigern. Da sind für mich Ereignisse wichtiger, die meine Stammklientel (u.a. meine MangakundInnen) mit frischem Kapital ausstatten: also bestandene Abitur- oder MSA-Prüfungen, Erstkommunion, Konfirmation oder Jugendweihe, wahlweise auch die nächste Urlaubsreise, für die man noch frische Lektüre braucht.
So werden die in Berlin nun laufenden Pfingst- und die bald darauf kommenden Sommerferien für mich eine andere Bedeutung beruflich haben, als für andere Menschen: ich muß dann mein Lager entsprechend aufstocken.
Geschichtliche Daten sind dabei weniger von Interesse … das läßt für manche Menschen den Eindruck entstehen, daß wir geschichtsvergessen seien. De facto sind wir aber nur realistisch veranlagt, in dem wir (ich und meine Kollegen), dem mehr Platz einräumen, was uns mehr Umsatz verspricht … denn dieser beflügelt letztlich auch unsere Tarifverhandlungen, die im Einzelhandel ja nach wie vor nicht abgeschlossen sind … was wiederum ein Thema ist, daß an der übrigen Öffentlichkeit ziemlich vorbeizugehen scheint, und da, obwohl sicher ein nicht zu verachtender Teil der Bevölkerung im Einzelhandel tätig ist.
Geschrieben in Literatur, Politik un' so'n Kram, Kulturelles und so | Drucken | Keine Kommentare »
Der 10. Mai …
9.5.2008 von Wolf.
… kehrt immer wieder. Wären vor 75 Jahren an jenem Tage auf dem Berliner Bebelplatz keine Bücher verbrannt worden, wäre dieser 10. Mai ein Maitag wie jeder andere auch: hoffentlich sonnig, schön und nicht allzu tödlich …
Tödlich ist leider das ganze Leben - es hat immer zum krönenden Abschluß den Tod. Aber nicht alles was lebt, stirbt friedlich und freiwillig (sofern man letzteres überhaupt erreichen kann, da es ja einen natürlicher Zwang zum Tode gibt). Und so war’s schon früher und ich fürchte es wird noch eine Weile dauern, bis das forcierte Sterben endet.
In meinen Augen sind die Ereignisse vom 10. Mai 1933 - wenn gleich sie eigentlich nur einen inszenierten Auftakt bildeten - gleichbedeutend mit dem ihm nachfolgenden Horror. Heine klingt einem immer im Ohr - Heine sprach zum Anlaß des Wartburgfestes 1817 von den verbrannten Büchern, als Studenten (sic!) im Taumel “undeutsche” Bücher wie den Code Napoleon aber auch Kotzebues “Geschichte des deutschen Reiches” und “Germanomanie” von Saul Ascher, einem jüdischen Schriftsteller verbrannten. Auch wenn sie nur makulierte Bücher seinerzeit verbrannten: es gilt die Signalwirkung, zumal Kotzebue zwei Jahre später von einem Studenten ermordet wurde; die Liste der verbrannten Bücher der SA-/SS-Aktion vom 10. Mai 1933 ist bedeutend länger und wurde in zwei Verlagen mittlerweile zum traurigen Jubiläum veröffentlicht, näheres findet man bspw. beim ZDF in der Titelliste zur letzten lesen!-Sendung (Elke Heidenreich, Gast: Claus Peymann).
Als vor einiger Zeit in einem mitteldeutschen Dörflein eine Sonnenwendfeier zum Skandalakt geriet, weil ein Idiot meinte, ein Exemplar des Anne-Frank-Tagebuchs zu verbrennen, war hinterher die gesamte Bevölkerung dieses Örtchens dem Pilatus-Syndrom anheim gefallen. Wieso hat dieses Arschloch nicht seine Kopie von “Mein Kampf” ins Feuer geworfen? Zumal hinterher behauptet wurde, daß die Initiatoren Aussteiger seien, wäre das eine geglückte Zäsur gewesen. Der Dreck der deutschen Geschichte klebt uns hartnäckig an den Fersen!
Geschrieben in Literatur, Politik un' so'n Kram, Kulturelles und so, Das Leben, das Universum und der ganze Rest | Drucken | 2 Kommentare »