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kopflose Männer

In vielen Internetforen geben Schwule bereitwillig Auskunft über Penisgrößen und stellen Bilder von ihren dicksten Dildos hin und lassen sich auch hemmungslos bei den seltsamsten Auswüchsen des menschlichen Trieblebens fotografieren und das ganze auch gerne ohne Passwort einsehbar – aber immer fehlt der Kopf … oder das Gesicht. Vermuten die am anderen Ende der Leitung ihren gegenwärtigen Schwarm, oder den Chef, oder den Nachbarn? Die Ehefrau womöglich?

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Für alle Shadowmarch-Fans!!!!

Jetzt im März soll es soweit sein: Orbit wird dann voraussichtlich den dritten Teil der Shadowmarch-Reihe von Tad Williams publizieren. Die Leser, die lieber auf deutsche Übersetzungen warten, müssen sich jedoch gedulden. Klett-Cotta hatte zumindest bis zu meinem Urlaub keine Vorankündigung der deutschen Ausgabe gemacht.

Es ist ja ohnehin wohl zu erwarten, daß auch Shadowmarch keine echte Trilogie wird, sondern daß Teil III wieder in zwei Bänden erscheint (im schlimmeren Fall auch wieder mit einem Abstand von 1 bis 2 Jahren).

Tad Williams ist einfach genial, aber er kann einen echt in den Wahnsinn treiben, damit, daß Publikationen oft länger dauern.

Derweil dürfen Fans der Drachenbeinthron-Saga jubeln: ab Herbst ist sie in einer neuen Übersetzung festgebunden bei Klett-Cotta lieferbar, zunächst allerdings nur Band I + II. Aber das dürfte sich schneller ergeben. Für alle, die noch nicht gelesen haben. Undbedingt tun!!!!

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Berlinale

Die Berlinale ist für Kinofans DAS Großereignis in unserer Stadt. Ich habe dazu einen recht lustigen Artikel in der Berliner Zeitung vom Freitag gefunden:

uschi berlinale berliner zeitung 19.02.2010

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Für Fans von Intrigen

empfehle ich die Gormeghast-Trilogie von Mervyn Peake. Exzellente Fantasy-Literatur, auf deutsch natürlich bei Klett-Cotta in der Hobbitpresse erschienen. (Und seit kurzem bei mir in der Abteilung unserer Filiale wieder vorrätig).

Zum Inhalt ganz kurz: dem alten Lord Groan wird ein Sohn geboren, der junge Titus.

Im Zuge der Trilogie wächst Titus heran, während durch zahlreiche Intrigen um ihn herum seine Familie nahezu komplett ausgelöscht wird.

Dabei zeichnet Peake die Figuren so lebendig, daß man meint, daneben zu stehen und sie anfassen zu können. Das jagt einem mitunter wohlige Schauer über den Rücken, denn diese Charaktere sind sehr speziell. Es ist wieder eines jener Fantasywerke, die so exzellent geschrieben sind, daß es beim Lesen zum Leben erwacht.

Die Fantasy-Literatur ist ja voll solcher Geschichten über die Abgründe menschlicher (?) Seelen. Ob es nun Saruman im “Herrn der Ringe” ist, bei Walter Moers “Der Schrecksenmeister”, Tad Williams oder R. Scott Bakker oder die zahlreichen Fallstricke der Todesser in den Harry-Potter-Romanen. Alle stehen sie den klassischen Literaten Schiller, Shakespeare und Aristoteles in nichts nach. Und somit haben wir wieder einmal bewiesen, daß Fantasy nicht platt und trivial sein muß. Sie kann es sein (meist sword & sorcery), muß aber nicht.

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Axolotl Roadkill – Nachtrag

Wenn der Titel des Buches einen Zusammenhang mit dem Inhalt haben sollte, dann könnte eine mögliche Interpretation folgende sein: Münchhausen 2010.

Erklärung gefällig?

Mittlerweile dürfte jeder wissen, was ein Axolotl ist. Das Wort roadkill bezeichnet im (US-)Amerikanischen tierische Verkehrsopfer – Tiere, die im Straßenverkehr ums Leben gebracht werden. Zieht man die beiden Wörter zusammen zu einem Titel (oder meinetwegen auch erst einmal einer Schlagzeile), so ergeben sie einen Zusammenhang, dessen Realitätsnähe kaum ferner sein könnte. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Axolotl im US-amerikanischen Straßenverkehr ums Leben kommt ist nahezu 0. Wenn der Titel also bezeichnend und sprechend sein soll – und nicht nur irgendwie hip klingen – dann müßte der Roman von Dingen handeln, die genauso wahrscheinlich sind, wie der tödliche Verkehrsunfall eines Axolotl auf US-Straßen.

So weit ich aber über den Inhalt informiert bin, ist das ein Adoleszenzroman – eine zusammengestokelte Geschichte um pubertierende Gören, die wir – erlebten wir sie unmittelbar – unweigerlich in die nächste Anstalt einweisen ließen, wenn wir nicht unserem Instinkt nachgingen, und die “Kackbratzen” einfach an die Wand klatschten. So weit ich rein gelesen habe, ist der Roman sehr ordinär, die handelnden Personen abstoßend und unreif (wie Larven eben), und um den Bezug zum roadkill herzustellen: einige bleiben auf der Strecke. So kann auch ein Inhaltsbezug zum Titel hergestellt werden. Frau Hegemann gab ja wohl offen zu, daß sie nahezu nichts von dem Beschriebenen selbst erlebt habe (so entnahm ich es zumindest der Berichterstattung). Sie habe halt recherchiert und es zusammengetragen. Manche sagen, sie habe andere Tatsachen(?)berichte abgeschrieben und neu zusammen gestellt.

Ob das ganze dann wirklich lesenswert ist oder nicht, muß und soll jeder selbst entscheiden. Es ist fraglich aus meiner Sicht, ob Frau Hegemann dadurch belohnt werden sollte, daß ausgerechnet ihr Buch sich dann so gut verkauft. Leiht es Euch lieber irgendwo, wenn Ihr Euch ein eigenes Urteil darüber bilden wollt.

Piraterie halte ich aber für unangebracht. Damit sänke man auf das gleiche Niveau hinab.