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lichte Gedichte etc.

“Lichte Gedichte” heißt ein Band von Robert Gernhardt, der ja bekanntlich so tolle Sachen reimte wie:

Meine Reime sind recht teuer,

per Vers verdien ich tausend Eier.

So oder so ähnlich - wie auch immer: Stephen Fry hat nun im September bei Aufbau ein neues amüsantes Buch vorgelegt: “Feigen, die fusseln”.

Es handelt von seiner Leidenschaft, Gedichte zu verfassen und ist auch eine Anleitung zum Selberdichten … oh graus - selber dichten? Wie schreibt man das denn jetzt? Verdammte Reform der Reform der Rechtschreibreform ….

Wie auch immer: Wir dichten selber! Das ist Frys Thema in jenem Buch, gleichzeitig bringt er zum Einstieg Exempel klassischer Dichtung (Shakespeare etc.).

Das Buch ist nicht nur lehrreich sondern auch amüsant und lädt wirklich zur Nachahmung ein. Viel Spaß!

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Finanzkrise

Wie alles in den vergangenen 20 Jahren, erhält auch der Zusammenbruch des amerikanischen Hypothekenmarktes eine euphemistische Bezeichnung: Finanzkrise, Krise der Finanzmärkte. Daß diese Krise hausgemacht ist, wird immer wieder verschwiegen. Daß die Finanzmärkte pervertiert sind, indem man auf alles spekuliert wie bei einem Pferderennen, erwähnen die wenigsten. Die Finanzmärkte haben die Bodenhaftung verloren. Alles wird zum Spekulationsgegenstand: eine Brezel, Öl, Getreide, die Gewinne von Unternehmen oder die Unternehmen selbst. Die Bezüge zu Produkten und wirklich geschaffener Werte sind vollkommen verloren.

Marxisten werden natürlich sagen: und wir hatten doch Recht! Stimmt!

Das macht den Marxismus dennoch nicht zur echten Alternative.

Die Abkopplung der Finanzflüsse von Produktion und echter Wertschöpfung hat zum Kollaps geführt, da alle Spekulationen in virtuellen Welten stattfanden. Es wird leider garantiert wieder dazu führen, daß Menschen arbeitslos werden, obwohl sie ehrliche Arbeit leisteten, während jene Finanzjongleure ggf. nur mit einem blauen Auge davon kommen.

Einige Spekulationsarten müssen einfach verboten werden! Sie sind zu riskant für die Volkswirtschaften - zumal die Risiken in jeder Krise sozialisiert werden, während die Gewinne privat bleiben. Der Nutzen (Steuern auf Gewinne) einer Spekulation muß für den Staat im Finanzsäckel spürbar sein - oder die Spekulation verboten werden. Das Prinzip der Verstaatlichung der Risiken darf nicht beibehalten werden, wenn  der Staat nicht auch an den Gewinnen beteiligt wird.

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Kulturzeit

… gestern schaute ich mir mal wieder beim Abendessen die Sendung Kulturzeit an:

wenn ich mir diese Sendung anschaue, habe ich manchmal den Verdacht, daß Kultur in einigen Teilen der Bevölkerung zurecht belächelt wird. Es gibt Beiträge in dieser Sendung, bei denen ich mich nur noch Frage, von welch weit entferntem Planeten die Protagonisten kommen: da wird ein Bildband zur Reihenhauskultur in Deutschland vorgestellt, der Bildband beinhaltet erstklassige Photographie, aber sollten die Texte dazu den Kommentaren in der Sendung ähnlich sein, wäre ich für ein Ausschwärzen dieses Geschwafels!

Es gab einen Beitrag zu Unterschichte und einem neuen Buch, das “Der Aufstand der Unterschicht” heißt. Ganz korrekt fragte der Moderator die Autorin im Interview, wie denn die dem Buch zu Grunde liegende Definition von Unterschicht sei. Ihre Antwort lässt sich so zusammen fassen:

  1. Eine materiell benachteiligte Schicht.
  2. Bildungsferne
  3. Sozialisation

Ich kenne genügend Angehörige der Unterschicht, bei denen von Bildungsferne und Sozialisation (also Aufwachsen in der Unterschicht) nichts zu spüren ist. Die Unterschicht ist eben nicht mehr das klassische Prekariat, das nicht hochkommt und ohne Aufstiegschancen ist - diese Art Unterschicht existiert weiterhin, aber die Unterschicht umfasst ganz klar auch Abstürzler und schlichtweg die schwächeren der Bildungsschichten. Das ganze Sozialgewebe ist nämlich eben kein Schichtkuchen. Das ist nur das schiefe Bild, das Akademiker und Philosophen weiterhin pflegen und in Politik und Wirtschaft kommunizieren.

Ihr glaubt doch nicht etwa, daß ich mich nur auf Grund meiner Bildung zur Ober- oder Mittelschicht zähle. Das gravierenste Merkmal einer jeden Existenz in Zentraleuropa ist das Konto bzw. dessen nicht vorhanden sein oder dergleichen.

Die Unterschicht beginnt dort, wo das Leben im bzw. unter dem Existenzminimum existiert. Unterschicht hat nur ein primäres Merkmal, die anderen sind sekundär, weil nicht immer zutreffend.

Also auch bei diesem Beitrag in der Kulturzeit: Geschwafel und Realitätsferne.

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Deutschtümelei und offener Revanchismus

… bisweilen möchte einem im eigenen Beruf angesichts der einen oder anderen Buchbestellung kotzübel werden: da werden via Internet zur Abholung in der Filiale Bücher bestellt, die einen vermeintlich verräterischen Hintergrund zum Verlust der ehemaligen Reichsgebiete östlich der Oder-Neiße-Linie besprechen, die zionistische Weltverschwörung herbeireden oder in anderen Formen rechtsradikales Gedankengut verbreiten.

Andere Kunden bringen einen fast zum Kotzen in dem sie sich zuerst noch Bücher zur Blutgruppendiät zeigen lassen, und während man noch im Regal verkrallt ist plötzlich anfangen, vom Verrat einiger Generäle an der Westfront zu faseln, wo man die Russen doch zu jenem Zeitpunkt noch hätte überrennen können, um siegreich aus dem Krieg hervorzugehen. Meine Herren: ich kann getrost auf Ihre Kundschaft verzichten!

Mir wird speiübel, wenn solch rechts- und rückwärtsgewandtes Gesindel aufkreuzt. Meist sind es ohnehin übelgelaunte Zeitgenossen, verbiestert, ohne jeden Lachmuskel und zum Glück ohnehin schon halbtot. Dennoch find ich es widerlich, wenn sie anfangen ihr Gift abzusondern - denn nicht selten versuchen diese Mistkäfer einen in heillose Diskussionen zu verwickeln.

Wieso kann sich dieses Kruppzeug nicht endlich unter die Erde zurückziehen und ihre geistige Nachgeburt endlich mitnehmen?

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Werbung auf privaten Seiten

Ich habe ja neben diesem blog auch eine eigene webpage. Diesbezüglich bekam ich neulich die Anfrage von jemandem, ob ich ihm auf dieser Seite Werbeplatz zur Verfügung stelle und welchen Preis er dafür zahlen müsse. Ich habe die mail kommentarlos gelöscht. Es ist meine private homepage. Ich habe manchmal den Eindruck, daß Leute teils nicht mehr begreifen, was privat ist, was privat bedeutet. Ich stelle doch keinen Werbeplatz zur Verfügung! Bin ich eine Litfaßsäule? Kann es im www nicht auch reklamefreie Zonen geben? Muß immer überall ein Werbebanner flattern? Selbst die höfliche Anfrage nach Werbeplatz ist m.E. spam! Ich habe nirgends auf meiner Seite darum gebeten, entsprechende Anfrage zu stellen oder angedeutet, daß ich für so etwas offen sei. Was soll das? Diese übermäßige Kommerzialisierung von Flächen.

Es scheint natürlich andererseits so, daß meine Seite entsprechend attraktiv zu sein scheint. Keine Ahnung, welche Relevanz meine Seiten haben, welche Positionen sie im Google-ranking oder dergleichen sie einnehmen bzgl. bestimmter Themen.

Es war bisher nur eine Anfrage, von der ich nichtmal wirklich sagen kann, wie ernsthaft sie war … aber ich finde es dennoch gräßlich. Ich kann sowieso nicht nachvollziehen, welches die relevanten Suchwörter sind, um meine Seiten unter den ersten zehn zu finden. Ich hatte ja schon mal einen Test gemacht bzgl. meines Namens. Da war meine Seite glaube ich erstmals auf der siebenten Suchseite gelistet … (bei Google.de).

Welche entscheidenden Stichworte mögen es sein? Das Stichwort”Babylon” bringt meinen blog z.Zt. auf Seite 4 der Google.de-Ergebnisanzeige. Nimmt man das trunkierte Wort “blog” dazu, erreiche ich Seite 2. Aber das ist der blog, und da gehört dann schon eine merkwürdige Suchabsicht dahinter. Wenn ich in Google.de “dordos” eingebe, ist meine Seite die erste angezeigte - aber wer sucht nach dem Kunstwort “dordos”? Die simple Eingabe des Suchwortes “Wolfram” bringt kein mich bezügliches Ergebnis auf den ersten zehn Suchseiten. Mit “Wolfram Schneider” erzielt man immerhin ein Ergebnis, das den blog auf Seite 1 an vierter Stelle listet. Die Webseite taucht immerhin auf Suchseite 6 auf, der Rest der Suchergebnisse sind Namensvettern (was mich beim ersten Mal googlen ziemlich überraschte, wie viele es doch davon gibt). Addiert man zur Sucheingabe meines Namens “Berlin”erreiche ich Suchseite 1. Doch wer sucht im Netz nach Wolfram Schneider in Berlin? Doch wohl nur Leute, die mich kennen oder meinen dieses zu tun. Welche Suchworte sind noch mit meiner Seite assoziiert?